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Boxer Firat Arslan Stark genug für einen WM-Kampf

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Schlagende Argumente: Firat Arslan (li.) empfiehlt sich mit seinem K.-o.-Sieg gegen Goran Delic für höhere Aufgaben – seinem Alter zum Trotz. Foto: Baumann

Göppingen - Bei den meisten Boxkämpfen steht der Trainer in der Ecke. Bei Firat Arslan sitzt er in der ersten Reihe. Lautstark gibt Ex-Profi Luan Krasniqi seinem besten Kumpel Anweisungen, feuert ihn an, leidet mit, zittert um ihn. Zwölf Runden, wenn es sein muss. Manchmal geht es aber auch schneller vorbei. Am Samstag in der Göppinger EWS-Arena entspannte sich Krasniqi schnell, nach fünf Runden lehnte er sich in seinem schmalen Plastikstuhl zurück und gähnte herzhaft. Er wusste: Arslan ist stark. Stark genug. Zu stark für Goran Delic.

In der sechsten Runde schlug der Cruisergewichtler (bis 90,7 kg) seinen bosnischen Gegner zu Boden, deckte ihn dann mit einer Trefferserie ein, bis aus der Ecke von Delic das Handtuch flog – Aufgabe! „Firat war toll, sehr effektiv, noch besser als zuletzt. Sein unbändiger Wille kann Berge versetzen“, lobte Krasniqi den Sieger, „angesichts dieser Leistung traue ich ihm zu, noch mal Weltmeister zu werden.“ Natürlich war der Kampf ein Thema des Abends. Vor allem aber ging es um Arslans Zukunft.

Arslan ist wie ein guter Wein

46 Jahre alt ist der frühere WBA-Weltmeister, aber noch längst nicht müde. Oder gar außer Form. Der sichtlich nicht austrainierte Delic (43) ist zwar kein Maßstab gewesen, zu oft verzichtete er auf eine Deckung und bot genügend Trefferfläche. Aber dass Arslan sich vor knapp 4000 Fans so souverän und schlagstark, so fit und frisch präsentieren würde, war nicht selbstverständlich. „Er ist wie ein guter Wein“, sagte sein Betreuer Ted Lackner, „er wird von Jahr zu Jahr besser.“ Und Arslan selbst meinte: „Ich habe gezeigt, dass ich zurecht an mich glaube.“

Ende 2018 will der Donzdorfer aufhören. Am liebsten als Weltmeister. Gut genug für einen WM-Kampf scheint er zu sein. Ob er aber auch ein Duell um einen der begehrten Gürtel bekommen wird, ist offen – obwohl Arslan durchaus einflussreiche Fürsprecher hat. „Dieser Mann muss einfach um die WM boxen“, sagte Promoter Erol Ceylan. Und Arslans Manager Okan Yavuz erklärte: „Die Welt soll sich Firats Kampf gegen Delic anschauen! Diesem Sportler, der das Boxen so respektiert und liebt, muss man noch eine Chance auf den WM-Titel geben.“

Nun waren Sprüche im Boxen noch nie so wirkungsvoll wie Treffer im Ring. Doch darüber, in welche Richtung eine Karriere läuft, entscheidet nicht nur die Kraft im Kampf. Sondern auch Diplomatie, Geschick und Geld – am Verhandlungstisch. Oft genug war Arslan in der Vergangenheit der Verlierer. Weil er zu wenig Unterstützung der Mächte im Hintergrund genoss, trat der eine oder andere Gegner gar nicht erst gegen ihn an. Oder durfte sich im Zweifel des Wohlwollens der Punktrichter sicher sein. Arslan hat diese Tiefschläge weggesteckt, nie aufgegeben. Nun startet er einen letzten Anlauf. Gegen Delic boxte er ohne Gage. Um zu zeigen, wie sehr er seinen Sport liebt. Und um in Vorleistung zu gehen. Ceylan will es dem Cruisergewichtler zurückzahlen.

Ceylan will Arslan zum Pflichtherausforderer machen

Der Plan ist einfach. Der Hamburger Promoter setzt (anders als Arslan und Yavuz) nicht auf einen Kampf gegen WBA-Superchampion Denis Lebedew. Der Russe habe keinen Grund, sich dieser Herausforderung freiwillig zu stellen, und genügend Geld, um ihn zu locken, stehe nicht zur Verfügung. Ceylan hat vor, Arslan in der Rangliste des Verbandes WBO so weit zu pushen, dass er zum Pflichtherausforderer des Weltmeisters wird – aktuell ist das der Ukrainer Oleksandr Usyk (30). Ob der Olympiasieger von 2012 allerdings Titelträger bleibt, ist offen. Er nimmt wie sieben andere Top-Cruisergewichtler an der World Boxing Super Series teil, trifft im Viertelfinale des millionenschweren Turniers auf Marco Huck. „Ein Duell von Firat Arslan gegen den WBO-Weltmeister im Jahr 2018 ist absolut realistisch“, sagte Erol Ceylan, und gute Chancen räumte er ihm auch ein: „Die Leute, die derzeit Weltmeister sind, mussten in ihrer Karriere noch nicht durch die Hölle gehen. Dort werden sie auf Firat Arslan treffen.“

Treffende Worte? Oder nur Gerede? Perfekt ist ein WM-Kampf für Firat Arslan jedenfalls noch längst nicht. Sicher ist nur: Wenn es zu einem kommt, wird Luan Krasniqi dabei sein. In der ersten Reihe.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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