Sein Ziel ist der WM-Titel: Ardian Krasniqi. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Ardian Krasniqi boxt an diesem Samstag in der MHP-Arena in Ludwigsburg. Um dem Neffen von Luan Krasniqi den nächsten Schritt zu ermöglichen, wurde ein eigenes Unternehmen gegründet.

Die Zeiten, in denen Boxkämpfe in Deutschland die größten Arenen füllten, sind vorbei. Es fehlt an Stars, Veranstaltern und potenten TV-Sendern. Umso mutiger ist ein Projekt, das nun in Ludwigsburg seinen Anfang nimmt.

 

Ardian Krasniqi (28) trägt nicht nur einen bekannten Namen, der Neffe des früheren Schwergewichts-Champions Luan Krasniqi hat auch große Ambitionen: Er will Weltmeister werden. Und das auf eigene Faust. Weil es derzeit keine Boxställe gibt, die wie früher Universum oder Sauerland die Szene in Deutschland beherrschen, wurde in diesem Jahr in Rottweil ein eigenes Unternehmen gegründet. Primetime Promotion („Schnelle Fäuste, große Träume“) hat nur ein Ziel: dem Boxer Ardian Krasniqi den Weg nach oben zu ebnen. Der nächste Schritt führt den Halbschwergewichtler (bis 79,3 kg) an diesem Samstag in die MHP-Arena.

In Ludwigsburg veranstaltet Primetime Promotion, das vom Rottweiler Versicherungskaufmann Klaus Müller, der die Familie Krasniqi seit Langem begleitet, und von Ardians Bruder Arber Krasniqi geführt wird, seinen ersten großen Boxabend. „Wer in Deutschland weiterkommen will, muss seine Kämpfe mittlerweile selbst organisieren“, sagt Müller – was aber nicht ohne Risiko ist. Eine mittlere sechsstellige Summe kostet die Veranstaltung, zehn Kämpfe sind geplant. „Da muss man schon genau kalkulieren“, erklärt Müller, „natürlich wollen wir keine Verluste machen. Doch letztlich geht es nicht in erster Linie ums Geld, sondern vor allem um die sportliche Zukunft von Ardian.“

Ardian Krasniqi: Rückschläge sind nicht erlaubt

2000 Tickets wurden im Vorverkauf abgesetzt, die Kapazität der MHP-Arena liegt am Samstag (Beginn 18 Uhr) bei 3000 Plätzen. Zweiter Hauptkämpfer neben Ardian Krasniqi ist der Stuttgarter Altin Zogaj, ebenfalls ein Halbschwergewichtler. Klaus Müller hofft, dass die Halle voll wird. Noch wichtiger aber ist ein Sieg seines Boxers über Saul Ivan Male aus Uganda. Gekämpft wird um den Intercontinental-Titel des Verbandes WBO, aber auch um das Projekt Krasniqi. Rückschläge sind nicht erlaubt, es geht nur weiter, wenn der 28-jährige Rottweiler siegt. Er selbst hat daran keine Zweifel. „Ich habe mich seit Mitte Juli isoliert, hart gearbeitet und perfekt vorbereitet“, sagt Ardian Krasniqi, „es gab nie eine stärkere Version von mir. Ich will die ganz großen Namen boxen – und beweisen, dass ich zu den besten Halbschwergewichtlern der Welt gehöre.“ Das wird nicht einfach.

Bisher taucht Ardian Krasniqi, der erst neun Kämpfe bestritten hat (wie auch Altin Zogaj), in keiner Rangliste der relevanten Boxverbände an vorderer Stelle auf. Weshalb sein erfahrener Coach Valentin Silaghi, der 2007 Firat Arslan zum Weltmeister formte und einst auch Luan Krasniqi trainierte, die Frage, ob Ardian Krasniqi das Zeug habe, einen WM-Gürtel zu gewinnen, zurückhaltend beantwortet. „Er ist konditionell top drauf, sehr explosiv und fleißig“, sagt Silaghi, „doch jetzt muss er Schritt für Schritt gehen. Es wäre eine Belastung, ständig über die WM zu reden.“ Der Druck ist für einen Boxer mit Namen Krasniqi auch so schon groß genug.