Immer am Samstag rollen die Kugeln. Markus Leible und die Pfunder Stiftung bringen Menschen zusammen und haben ein inklusives Projekt erfolgreich auf die Beine gebracht.
Boule gilt seit Jahren als Sport der Begegnung – und zeigt besonders eindrucksvoll, wie Inklusion im Alltag gelingen kann. Das französische Kugelspiel ist leicht erlernbar, verlangt weder besondere körperliche Fähigkeiten noch große Ausrüstung und ermöglicht damit Menschen jeden Alters und jeder Voraussetzung, gemeinsam aktiv zu sein. Was auf vielen Bouleplätzen in Deutschland bereits alltäglich ist, hat in Lörrach nun ein ganz eigenes Gesicht bekommen: das von Markus Leible.
Der 70-jährige Ur-Lörracher, der als tätiger Facility-Manager in der Innenstadt „das Gras wachsen hört“, hat im Sommer 2025 ein inklusives Boule-Angebot für die Pfunder Stiftung ins Leben gerufen. Die Idee entstand aus seiner langjährigen Leidenschaft: „In den 80er-Jahren habe ich im Urlaub am Atlantik zum ersten Mal Boule gespielt – und es hat mich nie losgelassen“, erzählt Leible. Seitdem begleitet ihn der Sport, zunächst privat mit Freunden und kleinen Turnieren.
Start mit Boule-Gaudi im Rosenfelspark
Im Juli 2025 lud Leible gemeinsam mit der Pfunder Stiftung zur ersten Boule-Gaudi im Rosenfelspark ein – der Auftakt für ein festes, regelmäßiges Angebot. Seither treffen sich jeden Samstag von 10 bis 12 Uhr, sofern das Wetter mitspielt, Menschen mit Assistenzbedarf, Betreuerinnen und Betreuer, Mitglieder des Stiftungsvorstands sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Gespielt wird abwechselnd im Rosenfelspark oder auf dem Bolzplatz in Tumringen.
Die Resonanz? „Hervorragend“, heißt es aus der Stiftung. Die Teilnehmenden kommen unter anderem aus der Lebenshilfe Lörrach sowie von Leben + Wohnen in Lörrach-Tumringen. Mittlerweile haben sich zusätzliche Privatpersonen angeschlossen – die Gruppe wächst stetig weiter.
Boule als Brücke zwischen Menschen
„Es ist für mich eine große Freude zu sehen, wie wir gemeinsam Boule spielen und zwei Stunden Spaß an diesem tollen Wettkampfsport haben“, sagt Leible.
Dass Boule ein idealer inklusiver Sport ist, zeigt sich nicht nur in Lörrach. Bundesweit entstehen derzeit immer mehr Boulegruppen, in denen Menschen mit und ohne Behinderung, Seniorinnen und Senioren sowie Jugendliche zusammen spielen. Die Regeln sind einfach, der Einstieg niedrigschwellig, die Atmosphäre entspannt. Gerade diese Mischung sorgt dafür, dass Hemmschwellen rasch fallen.
Leible lebt Inklusion – beim Boule und darüber hinaus
Im Mittelpunkt stehen nicht sportliche Höchstleistungen, sondern Präzision, Konzentration, Teamgeist und Kommunikation. Genau das schafft Raum für Begegnungen – und ermöglicht selbst heterogenen Gruppen ein gemeinsames Spielen auf Augenhöhe. Es ist einfach Spaß pur.
Für Markus Leible ist das inklusive Engagement längst mehr als ein Hobby. Er unterstützt die Pfunder Stiftung nicht nur auf dem Bouleplatz, sondern auch als ehrenamtlicher Fahrer – und ist aus dem wöchentlichen Sporttreiben kaum wegzudenken. „Die gesamte Gruppe hat das Boulefieber gepackt“, sagt er und lacht. „Ob groß oder klein, alt oder jung – alle können mitmachen.“
Tatsächlich steht genau dieses Miteinander im Zentrum des Angebots. Die entspannte Stimmung, das gemeinsame Üben und die einfachen Regeln schaffen ein Umfeld, in dem sportliche Teilhabe ganz selbstverständlich wird. Oder, wie es Uli Nodler, Projektleiter der Stiftung, formuliert: „Hier spielt jeder mit, wie er kann – und alle freuen sich gemeinsam.“
Mit dem Angebot in Lörrach zeigt die Pfunder Stiftung einmal mehr, wie niedrigschwellige Sportprojekte zu echter Teilhabe führen können. Boule benötigt kaum Material, keine spezielle Infrastruktur und wenig Vorkenntnisse – und hat gerade deshalb das Potenzial, viele Menschen mitzunehmen.
„Boule ist eine Brücke“, heißt es aus der Pfunder Stiftung. „Zwischen Generationen, Fähigkeiten und Lebenswelten.“