Ulrike Netzer, die Pächterin des Bootsverleihs am Schömberger Stausee, zieht eine Bilanz der Saison und erklärt warum sie trotzdessen nicht jammern dürfe.
Der Frühling am Schömberger Stausee lädt normalerweise zu Spaziergängen, Tretbootfahren und entspannten Tagen ein. Doch in diesem Jahr fiel dieser Plan für viele im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.
Die Sonne sah man kaum, dafür immer häufiger den bewölkten Himmel. Ulrike Netzer, die Betreiberin des Bootsverleihs am Schömberger Stausee, bilanziert die Saison.
Seit zwölf Jahren führt Ulrike Netzer bereits ihren Bootsverleih am Schömberger Stausee. Doch so eine schlechte Saison habe sie noch nie erlebt, erzählt sie.
Normalerweise ist nicht der Sommer ihre Hauptsaison, sondern es sind die Feiertage zu Pfingsten und Ostern. Aber dieses Jahr war alles anders, da es so viel geregnet habe.
Auch wenn sie noch keine genauen Zahlen nennen könne, könne sie bereits abschätzen, das dies das schlechteste Jahr in den zwölf Jahren seit Bestehen des Bootsverleihs gewesen ist.
Netzer hat kein Problem Personal zu finden
Trotz der schwierigen Saison könne sie nicht jammern.
Eine große Stütze war in dem Jahr die Hilfe ihrer Familie. Die Zusammenarbeit ging Hand in Hand, sodass keine Personalprobleme aufkamen. Dennoch, bedauere sie den Verlauf der Saison, aber das Wetter lasse sich „eben nicht beeinflussen“.
Bei gutem Wetter zieht es an Wochenenden normalerweise viele Menschen an die Schlichemtalsperre, und an besonders schönen Sonntagen kann es sogar zu Warteschlangen am Bootsverleih kommen.
Wie lange die Saison diese Jahr gehe, kann Netzer noch nicht abschätzen, dies hänge stark vom Wetter ab. „Dieses Jahr ist alles möglich“, erklärt sie. Sollten die Temperaturen weiter sinken oder das Wasser gefrieren, werden die Boote aus dem Wasser geholt, gereinigt, gepflegt, abgedeckt und auf einer Wiese an der „Waldschenke“ gelagert.
Eine große Vielfalt an Booten
Im Frühling kommen die Boote dann wieder ins Wasser, sobald die Temperaturen konstant bleiben und es nicht mehr gefriere, sagt Netzer.
Das zu Wasser lassen der Boote war auch in diesem Jahr mit einigen Herausforderungen verbunden, wie sie verriet. Dies erfolge nämlich nur bei trockenem Wetter, um zu vermeiden, dass sich das Auto festfährt oder die Wiese beschädigt wird.
Doch die anhaltenden Regenfälle Anfang des Jahres, machten die Sache schwierig. Netzer hofft nun auf einen schönen, langen und vor allem trockenen Herbst. Sie erhält nun vermehrt Anfragen von Firmen, die nach der Firmenfeier noch eine Runde mit den Mitarbeitern über den See drehen möchten.
Seit Corona wurde es ruhiger
Insgesamt verfügt der Bootsverleih über 16 Boote, darunter acht Tretboote, sieben Elektroboote und ein Boot mit Rutsche.
Die Boote gehören ihrem Mann Heinz Koch, der die nahe gelegene „Waldschenke“ besitzt, welche mittlerweile von ihrem Schwiegersohn Marco Koch betrieben wird. Was Netzer aufgefallen sei, ist das der Booteverleih rückläufiger geworden ist. Gerade seit der Corona-Pandemie sei es ruhiger um den See geworden.