Mit einer zeitgemäßen Kollektion will sich die größte Tourismusregion in Baden-Württemberg moderner präsentieren.

Stuttgart - Seit 2006 wird jedes Jahr eine Schwarzwald-Lady gekürt. Erste Repräsentantin war die Schauspielerin Ursula Cantieni. Ihre Nachfolgerin Marianne Mack hat der Lady nun das passende Outfit verpasst. Die Frau des Unternehmers Roland Mack (Europa-Park) entwarf mit einer Designerin eine neue Kollektion.

Boxster und Bollenhut - so versuchte Ministerpräsident Günther Oettinger einst, die bayerische Werbeoffensive zu kontern, die da lautete: Laptop und Lederhose. Doch der Oettinger-Spruch wollte sich nicht so recht durchsetzen. Sei es, weil er den größeren Autobauer aus Stuttgart damit ausgegrenzt hätte. Sei es, weil das Schwarzwaldmädel mit dem Bollenhut vielen zu antiquiert erschien.

Nun aber ist das Mädel erwachsen geworden. Sozusagen eine Schwarzwald-Lady. Verantwortlich dafür sind Marianne Mack (60) und die Freiburger Designerin Kim Schimpfle (34). Sie haben für die Schwarzwald Tourismus GmbH eine Kollektion Schwarzwald aufgelegt - für die Dame wie auch für den Herrn.

Was dabei herauskam, kann sich sehen lassen. Die Schwarzwald-Lady trägt über der weißen Bluse eine taillierte Jacke, mit rotem Samtband geschnürt. Dazu einen Taftrock mit schwarz gemusterter Borte und Plisseespitze sowie rote Pumps. Auf dem Kopf einen schicken schwarzen Hut, der das Rot des Samtbands aufgreift. Auch Mister Schwarzwald macht etwas her. Die Samtweste hat am Rücken rot gemusterten Taft, das Herrensakko über der Weste einen Stehkragen und aufgesetzte Taschenklappen.

Die für die Region typische Kleidung ist künftig der Arbeitsdress der 25 Mitarbeiter der Schwarzwald Tourismus GmbH. Sie soll aber auch viele andere Schwarzwälder aus der Tourismusbranche bei Messen und Veranstaltungen schmücken. Knapp 500 Euro kostet das Kostüm für die Dame, für den Herrn werden 600 Euro fällig. Allein das Sakko kostet 335 Euro.

Nachdem der Schwarzwald als touristische Destination seit einem Jahr endlich unter der Dachmarke "herz.erfrischend.echt" vereint ist, "wird dies nun auch durch die neue Kollektion zum Ausdruck gebracht", sagt Marianne Mack. Die Zeiten, als die Lokalpatrioten mit Begriffen wie Nord-, Mittel- und Südschwarzwald konkurrierten und außerhalb der Landesgrenzen jeden potenziellen Urlaubsgast verwirrt zurückließen, sollen nun der Vergangenheit angehören. Der neue Schwarzwald marschiert gemeinsam, und die typischen Stilelemente und Farben werden dabei mit frischem und modernem Design zusammengeführt.

Trotzdem ist der Bollenhut nicht endgültig in der Mottenkiste gelandet. Zwar tragen ihn die Ladys nicht auf dem Kopf. Stilisiert und in roter Farbe ziert er aber weiterhin das Schwarzwald-Logo. Wobei die roten Bollen eine Botschaft vermitteln: Ich bin unverheiratet, lassen die Trägerinnen solcher Hüte die Männerwelt damit wissen. Also auf in den Schwarzwald. Wer eine Schwarzwald-Lady entdeckt, muss sich nun allerdings schon etwas mehr anstrengen, um herauszufinden, wie es um sie steht.