Besonderer Gast beim Zunftmeisterempfang (von links): Ortsvorsteher Andreas Isenmann, ein Musiker der Schimmelmusik, Vorsitzender Manuel Kinnast, die neue Fasentsfigur Schippewälderi, Bürgermeister Philipp Saar und Vize Christian Neumaier Foto: Benz

Der Narrenverein Ruhmattenschimmel Bollenbach hat am Wochenende mit einem rauschenden Fest und Tausenden von Gästen sein 33-jähriges Bestehen gefeiert. Bei der Eröffnung gab es einen besonderen Countdown, später waren alle Beteiligten voll des Lobes für die Organisation der Veranstaltung.

Der Start zum Jubiläums-Narrentreffen gelang dem Narrenverein Ruhmattenschimmel mit einem glänzenden Auftritt auf der Bühne vor dem Dorfgemeinschaftshaus am Samstagnachmittag. Bunt zeigte sich eine große Schar von Kindergartenkindern. Ruhmattenschimmel und der Bollenbacher Kindergarten pflegen eine Kooperation mit gegenseitigen Veranstaltungen, so dass die Kindergartenkinder jetzt auch nicht fehlen wollten. Das der Narrenverein eine vorbildliche Nachwuchsarbeit pflegt, zeigte der Auftritt des „Narrensume“. Tänzerisch brillierte die Showtanzgruppe der Narrenzunft Hausach. Der Vorsitzende der Ruhmattenschimmel, Manuel Kinnast, gab einen humoristisch gekonnten Ausblick auf das Jubiläumsfest. Bürgermeister Philipp Saar und Ortsvorsteher Andreas Isenmann lobten nicht nur die Arbeit des Jubelvereins, sondern riefen nochmals verschiedene Aspekte aus den 33 Jahren des Bestehens der Ruhmattenschimmel in Erinnerung.

 

Narrendorf mit 14 Zelten und sieben Ständen

Höhepunkt der Eröffnung war der Start der Rakete „Philandi33“. „Die Rakete soll über uns wache, ufbasse un uns begleite in die närrische Zukunft, dass au alli bliebe bi Vernunft“, so Manuel Kinnast beim Countdown. Das Ganze wurde begleitet von der Schimmelmusik mit ihrem bekannten musikalischen Schwung. Danach öffneten sich die Tore zum Narrendorf mit 14 Zelten und zusätzlich sieben Bewirtungsständen. Ab 20 Uhr bebte dann die Halle des Dorfgemeinschaftshauses mit einem bunten Programm an Showtänzen, Ballettaufführungen und Guggemusik-Auftritten.

Insgesamt feierten 4500 Narren in fröhlicher Stimmung.„Ich weiß nicht, ob es einen Unterschied gibt zu gestern Abend oder heute Morgen – das ging bei vielen ineinander über und so soll es sein“, mit diesen Worten leitete Saar am Sonntagvormittag den Zunftmeisterempfang im „Wirtshaus am Dorfbach“ ein. „Als Ortsvorsteher könnte ich nicht stolzer sein“, betonte Isenmann, der auch Vorsitzender des Verschönerungsverein ist und somit in Doppelfunktion am Empfang teilnahm.

„Es macht als Vereinsvorstand unglaublichen Spaß, mit euch so ein Fest zu organisieren“, lobte er die Ruhmattenschimmel. Es habe im Vorfeld einige Treffen und teils auch kontroverse Diskussionen gegeben, „aber das Fest gestern hat gezeigt, dass es jede Minute an Vorbereitung wert war“.

Besonders freute er sich über die Wertschätzung, die die Helfer bei den Vorbereitungen von den Bürgern erfahren haben. Isenmann ging auch auch die Narrenmesse ein, mit der Pfarrer Michael Lienhard den närrischen Sonntag eingeleitet hatte. Der Pfarrer habe die Kirche mit dem Narrenverein verglichen, was „sehr inspirierend“ gewesen sei. Einen besonderen Dank richtete Isenmann an Bauhof und Stadtverwaltung, die die Vorbereitungen unterstützt hatten. „So kann es im Dorf funktionieren.“ Dankbar und stolz zeigte sich auch Manuel Kinnast. Besonders freue er sich, auch die sieben Gründungsmitglieder begrüßen zu dürfen. Kinnast rief die Anfänge der Bollenbacher Fasent in Erinnerung, die auf die 1950er Jahre zurückgehen. Die älteste Fasnachtsfigur sei der Narrenpolizist, der mit seinem original Pappmaché-Kopf auch am späteren Umzug teilnahm. Von dieser ältesten Figur kam er zur jüngsten: Kinnast erzählte die Sage der Schippewälderi, auf der die neue Bollenbacher Fasnachtsfigur beruht, und natürlich stattete die Schippewälderi dem Zunftmeisterempfang dann auch einen Besuch ab.

„Ein Wahnsinns-Ding, was die Bollenbacher aufziehen“, war auch Vereinssprecher Michael Geiger voll des Lobs für das Narrentreffen. Die Ruhmattenschimmel seien „ein toller Teil der Haslacher Vereinsgemeinschaft“, weshalb er im Namen aller Vereine Glückwünsche zum Jubiläum ausrichtete. Auch der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Mittlerer Schwarzwald Martin Heinzmann und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Kinzigtal Martin Seidel ließen es sich nicht nehmen, zum närrischen Jubiläum zu gratulieren. Glückwünsche gab es auch seitens der Geißenzunft Dittishausen, die mit den Bollenbacher Narren eine langjährige Narrenfreundschaft verbindet

Außenbühne

 Auf der Außenbühne traten abwechselnd die Mühlenbacher „Blächmechoniger“, die Hofstetter „Simsegräbsler“, Unterharmersbacher „Eckwaldpuper“ und die „Mändigsmusik“ aus Unterentersbach auf.