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Bösingen Kastanie muss endgültig weichen

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Die Arbeiten im Verbindungsweg verliefen bislang mit Kastanie. Der untere Bereich ist bereits fertiggestellt. Foto: Klatt Foto: Schwarzwälder Bote

Bösingen-Herrenzimmern - Im Fall des umstrittenen Kastanienbaums in Herrenzimmern überschlagen sich die Ereignisse: Bürgermeister Johannes Blepp hat die Fällung des Baums für Mittwoch veranlasst, Anwohner Hans-Peter Klatt hat daraufhin das Verwaltungsgericht Freiburg eingeschaltet – vergeblich. Der Kastanienbaum wird gefällt.

Am Mittwochmorgen soll eine Fachfirma mit der Säge anrücken. Und nicht nur sie: Weil Bürgermeister Blepp mit Widerstand des Anwohners rechnet, hat er die Polizei informiert, die die Aktion absichern wird. "Das ist leider notwendig", sagt Blepp, nachdem ihm am Dienstagnachmittag die Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Freiburg mitgeteilt wurde.

Eilantrag in Freiburg

Anwohner Hans-Peter Klatt wollte per Eilantrag eine einstweilige Anordnung gegen die Fällung erwirken, nachdem der Bürgermeister ihm am Montag persönlich die Nachricht überbracht hatte, dass der Baum nun am Mittwoch um acht Uhr gefällt wird.

Zur Erinnerung: Bereits im Juni hätte die große Kastanie am Verbindungsweg zwischen Schulstraße und Grundstraße gefällt werden sollen. Der von der Aktion überraschte Anwohner Hans-Peter Klatt hatte sich daraufhin gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin schützend vor den Baum gestellt und die Fällung in letzter Sekunde verhindert, Bürgermeister Johannes Blepp hatte argumentiert, dass der Baum im Zuge der Wegsanierung weichen muss. Der Baum sei im Weg, seine Standsicherheit nicht mehr gegeben.

Hans-Peter Klatt sieht jedoch keinerlei Grund für die Fällung des stattlichen Baumes. Dieser sei schließlich vor 55 Jahren auf seinem Grundstück gepflanzt worden, stehe nun noch zur Hälfte auf seinem Grundstück. Gerade in Zeiten des Klimaschutzes sei Blepps Entscheidung nicht nachzuvollziehen.

Standort ist entscheidend

Blepp hatte im Frühjahr angekündigt, dass er sich mit den Ingenieuren besprechen und dann nochmals das Gespräch mit den Anliegern suchen werde. Dies hat er nun am Montag getan. Klatt ist immer noch erbost über den Besuch des Bürgermeisters, der ihm an der Haustür "genüsslich" mitgeteilt habe, dass der Baum am Mittwochmorgen fallen wird.

"Ich werde mich dagegen zur Wehr setzen und Widerstand leisten. Blepp übergeht alle Paragrafen und hat auch keine Gutachten, gar nichts", sagt Klatt. Ihn wundere Blepps Vorgehen insbesondere deshalb, weil die Bauarbeiten "so gut wie abgeschlossen" seien. "Und die Bauarbeiter haben mir gesagt, dass so gut wie keine Wurzeln in den Weg hineingeragt hätten. Die Hauptwurzeln liegen auf meinem Grundstück." Dass der Baum nun doch noch gefällt werden soll, sei einzig und allein der "Sturheit" Blepps zu verdanken.

Der Bürgermeister dagegen argumentiert mit der Standfestigkeit des Baums. Diese sei nach den Bauarbeiten nicht mehr gegeben, erklärt er auf unsere Nachfrage am Dienstag. Zudem hätten Berechnungen eines Vermessungsbüros klar ergeben, dass der Baum auf öffentlichem Grund steht. "Das Ganze betrifft Herrn Klatt überhaupt nicht."

Dieser Umstand war maßgeblich für die Entscheidung, die das Verwaltungsgericht Freiburg schließlich am gestrigen Dienstagnachmittag fällt: Der Antrag Klatts auf eine einstweilige Anordnung gegen die Fällung wird abgelehnt. "Nach den von der Gemeinde eingereichten Unterlagen eines Vermessungsbüros steht der Baum auf dem Gelände des Gemeindeverbindungswegs, ist also nicht im Eigentum des Antragstellers", erklärt der Vorsitzende Richter Klaus Döll auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten. Auch die vorgelegten Bilder sprächen dafür. Deshalb könne Klatt die Verletzung eigener Rechte im Verwaltungsprozess nicht geltend machen – der Antrag wurde deshalb abgelehnt. Andere Aspekte, betont Döll, wie das Thema Umweltschutz oder die Standfestigkeit des Baums hätten bei dieser Entscheidung keine Rolle gespielt.

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