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Bösingen Jetter: "Eine stetige 100-Prozent-Deckung muss angestrebt werden"

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Bis Ende 2025 läuft die Betriebserlaubnis für die Kläranlage Bösingen. Welche Investitionen danach anstehen und wie es mit der Entwicklung der Kläranlage grundsätzlich weitergeht, steht noch nicht fest. Im Abwasserbereich will die Gemeinde eine 100-prozentige Kostendeckung erreichen. Foto: kw Foto: Schwarzwälder Bote

Bösingen (kw). Im Vorgriff auf die Erstellung eines soliden Haushalts 2020 hat der Gemeinderat Bösingen einer Erhöhung beim Wasser (plus 15 Cent pro Kubikmeter) und beim Schmutzwasser (plus 20 Cent) einhellig zugestimmt. Andere Gebühren wie auch die Gemeindesteuern bleiben im nächsten Jahr stabil. An der Gebührenschraube zu drehen, das macht keine Kommune gern. Denn damit machen sich weder Verwaltung noch Mandatsträger Freunde in der Bürgerschaft. Die Begründung für die Anhebung lieferte Kämmerer Matthias Jetter deshalb gleich vorweg, bevor er näher auf die Details der Kalkulationen einging. Vorrangig gehe es darum, einen ausgeglichenen Ergebnishaushalt, in dem auch Ertrag und Aufwand der Produkte Wasserversorgung und Abwasserentsorgung verbucht werden, zu erzielen. Denn nur ein positives Ergebnis würde von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden.

Oberstes Ziel bei den Gebührenhaushalten: Ein Kostendeckungsgrad von 100 Prozent. Läge die Kostendeckung maßgeblich darunter, bestünden zukünftig keine Chancen mehr auf Zuschüsse und Fördergelder, stellte Jetter klar. "Das müssen wir gegenüber der Bürgerschaft auch deutlich kommunizieren und die Gründe nennen", forderte Gemeinderat Thomas Hoppe. Denn: "Das sind schon hohe prozentuale Steigerungen". Der Kubikmeter Wasser kostet künftig 2,15 Euro (seit 2017: zwei Euro). Nach der vorgelegten Kalkulationsberechnung müsste die Gemeinde 2,22 Euro verlangen, um alle Kosten auszugleichen. Bösingen liegt nach der Erhöhung bei einer Abdeckung von 96,8 Prozent. Zum Vergleich: Laut Statistischem Landesamt kostet der Kubikmeter Wasser im Jahr 2019 in Baden-Württemberg durchschnittlich 2,20 Euro. Die volle Kostendeckung soll in einem zweiten Erhöhungsschritt in 2021 erreicht werden. Am Ratstisch wurde erklärt, dass mit der Einführung der Doppik veränderte Kalkulationsgrundlagen zur Anwendung kämen. Neben dem Bauhof müssten zukünftig auch die Kosten für Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat (sogenannter Overhead–Bereich) auf die verschiedenen Produkte umgelegt werden. Dies führe tendenziell zu weiter steigenden Gebühren. Bei der Wasserversorgung macht diese Position einen Betrag von 27 700 Euro im Jahr aus. Die Kosten für den Wasserbezug von den beiden Versorgungsgruppen Heimbach und Eschach blieben konstant. Bei der Abwasserbeseitigung soll die Heranführung an die volle Kostendeckung ebenfalls in zwei Stufen erfolgen. Ab dem kommenden Jahr müssen die Bösinger Bürger für den Kubikmeter Schmutzwasser 3,20 Euro entrichten. Die Gebühr betrug seit 2017 drei Euro. Kostendeckend wären 3,35 Euro. Der Betrag für das Niederschlagswasser bleibt unverändert bei 22 Cent pro Kubikmeter. Unabhängig von der mittelfristigen Weiterentwicklung bei der Abwasserentsorgung – denkbar ist laut Bürgermeister Johannes Blepp auch eine spätere Zusammenlegung mit anderen Kläranlagen – kämen Millionenbeträge auf die Gemeinde zu. Die Betriebserlaubnis für die Kläranlage Herrenzimmern läuft Ende 2022 aus, in Bösingen Ende 2025.

Die großen Investitionen könnten nur mit Zuschüssen finanziert werden, betonte der Kämmerer. Klare Ansage der Verwaltung: "Eine stetige 100–Prozent-Deckung muss angestrebt werden." Jetter weiter: "Es wäre töricht, den Gebührenzahler jetzt zu schonen, die Zuschüsse deshalb nicht zu erhalten und den Gebührenzahler dann in den kommenden Jahren umso höher belasten zu müssen."

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