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Bösingen Einst Sitz der Herren von Zimmern?

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Bruchstücke von Gebrauchskeramik haben Klara und Bernd Pieper auf dem Areal der ehemaligen Nußburg gefunden. Foto: Pieper Foto: Schwarzwälder Bote

Vom Aufbau her scheint die oberhalb Talhausens gelegene sogenannte Nußburg älter zu sein als die benachbarte Ruine Herrenzimmern. Archäologische Lesefunde vom August 2017 und September 2018 scheinen dies zu bestätigen.

Bösingen-Herrenzimmern. Klara und Bernd Pieper, die beiden ehrenamtlich Beauftragten des Landesamtes für Denkmalpflege im Bereich Archäologie, fanden dort mehrere Bruchstücke von Gebrauchskeramik. Anhand spezieller Merkmale, so der Ränder, kann diese Keramik ungefähr ins elfte Jahrhundert datiert werden. Somit gilt die Nußburg, nach der Neckarburg, als bisher älteste Burgstelle am oberen Neckar.

Bei der Nußburg (früher auch Lusburg genannt) handelt es sich um eine Anlage mit zwei vorgelagerten Wällen, welche typisch für eine Entstehungszeit im zehnten und elften Jahrhundert ist. Auffällig ist das der Nussburg vorgelagerte große, terrassenförmig angelegte Plateau mit einer in der Nähe liegenden Quelle – also ein hervorragender Siedlungsplatz. Ob diese Anlage, die ursprüngliche Burg der Herren von Zimmern, beziehungsweise das 994 genannte Ancencimbra (Württembergisches Urkundenbuch Band 1, Nr. 197) ist, kann nur vermutet werden. Zwei zur selben Zeit existierende, große Burganlagen in räumlicher Nähe und von unterschiedlichen Adelsgeschlechtern errichtet, sind doch sehr unwahrscheinlich.

Denn schon in der Zimmerischen Chronik, geschrieben in der Mitte des 16. Jahrhunderts (Band 1, Kapitel 2), steht: "Dargegen herüber auf dem rucken am Nägker, ist ain alt burgstal, Lusburg genannt, welches vor zeiten on allen zweifel ain fest, werlich, guot hus gewesen, seitmals es mit zwaien diefen greben in ainen felsen erhawen, vor ainandern zu sambt aim vorhof versorgt und versehen. Nu hat mich oft verwundert, ob Zimbern oder gemelte Lusburg elter seye, und in ansehung, das meins erachtens kainer von Zimbern so nahe an sein schlos und haimwesen, auch in sein aigne herschaft ain frembden het pawen lassen, so wer zu vermuoten, die Lusburg müeste etwas elter dann Zimbern sein."

Auffällig für die Nußburg ist zudem, dass dort bis heute keinerlei Ofenkeramik und Dachziegel gefunden wurden. Ebenfalls ein Umstand, der für ein hohes Alter der Anlage typisch ist. Zum heutigen Zeitpunkt spricht einiges dafür, dass die Nußburg vor der wesentlich bekannteren Burg Herrenzimmern existierte und vermutlich ab dem zwölften Jahrhundert aufgelassen wurde.

Bernd Pieper hat zudem eine Webseite gestaltet, auf der sämtliche Burgen des Landkreises Rottweil aufgeführt sind, auch werden dort spezielle archäologische Lesefunde vorgestellt. Die Webseite ist unter http://www.burg-ruinen.de zu erreichen.

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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