Die beiden Bösingerinnen Maximiliane Rall (links) und Natalie Hezel spielen beim VfL Sindelfingen in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Foto: Schwarzwälder-Bote

Natalie Hezel und Maximiliane Rall spielen beim VfL Sindelfingen in der zweiten Liga.

Bösingen - Ein talentiertes Duo aus Bösingen hat den Sprung in die 2. Frauen-Bundesliga geschafft: Die beiden 17-Jährigen Natalie Hezel und Maximiliane Rall tragen das Trikot des VfL Sindelfingen. Dafür müssen sie eine Menge Zeit opfern. "Wir leben schon nach einem klar strukturierten Wochenplan", zeigt Natalie Hezel auf. Sie besucht das Leibnitz-Gymnasium in Rottweil und peilt 2012 das Abitur an. Maximiliane Rall macht in diesem Jahr in Rottweil ihren Realschulabschluss, möchte danach eine weiterführende Schule besuchen. "Mit der Schule haben wir beide keine Probleme."

Umso größer ist daher der Spaß beim Fußball. Was hat die beiden dazu bewogen, den Schritt zu einem Bundesligisten zu machen? "Es ist die Chance, etwas dazuzulernen, die starken Gegner, das ganze Drumherum." SC Freiburg, 1899 Hoffenheim oder 1. FC Köln heißen die größten Herausforderungen für den VfL Sindelfingen. Rall, die in ihrer Jugendzeit zuerst Stürmer spielte, ist nun inzwischen Verteidiger. Hezel agiert im offensiven Bereich auf der Außenbahn. "Der Trainer sieht da unsere Stärken", freuen sich beide, dass sie trotz des Konkurrenzkampfes in der jungen VfL-Truppe in der Vorrunde zum Zug gekommen sind. Sindelfingen ist als Ausbildungsverein und Sprungbrett bekannt, Nationalspielerin Kim Kulig (Hanmburger SV), Alisa Vetterlein, Eve Chandraradne (beide VfL Wolfsburg) oder Leonie Maier (SC Bad Neuenahr) sind nur einige Beispiele. "Da lag es für uns nahe, 2009 nach dem einjährigen Gastspiel bei den B-Juniorinnen des SV Eutingen in der Oberliga das VfL-Angebot anzunehmen."

Chance für den eigenen Nachwuchs

Zudem gab es im Sommer 2010 einen großen Umbruch, und rund 18 Spielerinnen der beiden aktiven Mannschaften verließen den Club. Die Chance für den eigenen Nachwuchs. "Unser Trainer Niko Koutroubis hat uns ja bereits in der U17 betreut, dort hatten wir mit dem Gewinn der süddeutschen Meisterschaft großen Erfolg. Und der Verein setzt auf den eigenen Nachwuchs." Rall und Hezel kamen via VfB Bösingen und SV Herrenzimmern (Rall) über Eutingen zum VfL. Das WM-Jahr 2011 in Deutschland wirft seine Schatten voraus, und das Duo freut sich auf das Großereignis im eigenen Land. "Vielleicht schauen wir uns das ein oder andere Spiel im Stadion an, in jedem Fall die Partien im Fernsehen", so Hezel. Durch die Weltmeisterschaft endet die Saison in der 1. und 2. Bundesliga sehr früh. Was machen die Vereinsmannschaften in dieser Zeit ohne Punktspielbetrieb? "Wir spielen jetzt erst einmal die Rückrunde, außer Training wird es allerdings danach schwierig, wir können ja nicht ein halbes Jahr Pause einlegen."

Schon am Fastnachtssonntag, 6. März, geht es für die beiden Mädels mit dem VfL in der 2. Liga im Spielbetrieb weiter, "was natürlich bedeutet, dass wir da nicht so feiern können und uns voll auf den Fußball konzentrieren müssen. Wie mit allem: Viel Zeit für andere Dinge bleibt bei diesem Hobby nun wirklich nicht." Womit Maxi Rall einen weiteren Umstand anschneidet - der Verzicht auf viele andere Freizeitaktivitäten. "In der Vorbereitung sind wir sechs bis sieben Tage auf dem Fußballplatz, während der Saison an die fünf Abende. Unser Trainer würde natürlich am liebsten noch professioneller arbeiten und jeden Tag bis zu zwei Einheiten absolvieren. Doch dies geht ja nicht, wir sind schließlich noch in der Schule."

VfL-Trainer Niko Koutroubis, der in den vergangenen sechs Jahren nicht nur mit dem VfL Sindelfingen und TSV Crailsheim jeweils den Erstliga-Aufstieg schaffte, sondern zahlreiche VfL-Talente so weiterentwickelte, dass sie den Sprung in die erste Liga schafften, beschreiben Hezel und Rall "als sehr zielstrebig. Er weiß, was er will, er lebt den Fußball 24 Stunden. Wir haben schon viel dazugelernt, im taktischen Bereich, aber eben auch in puncto Disziplin", zeigen beide auf.