Die Börstinger Kulturtankstelle mit dem Dorfmuseum ist wieder jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet.
Zum Auftakt gab es eine Bilderausstellung zum Thema „Starzach blüht auf“. Das Wetter zeigte sich passenderweise von seiner besten Seite. „Im vergangenen Jahr hatte es strömend geregnet, jetzt haben wir schönstes Frühlingswetter“, freute sich Monika Laufenberg bei der Eröffnung der Sonderausstellung am vergangenen Sonntag.
Die Blumenbilder aus dem Fundus von „Schnellzeichnerin“ Christina Schweizer aus Bierlingen sind dazu angetan, beim Betrachten eine positive Stimmung zu erzeugen. Blumen aus allen Jahreszeiten hängen im Ausstellungsraum des Museums an der Wand.
Zu jedem Bild steht ein Gedicht
Das Besondere ist dabei, dass zu jedem Bild ein Gedicht steht. Iris Kieser und Inka Frahm haben die poetischen Texte herausgesucht. Die Zeichnerin war selbst überrascht, wie treffend die Gedichte ihre Blumenbilder beschreiben.
Die Reihe beginnt mit einem Kaktus, der unbeachtet im Raum steht, bis er „mit seinen Blüten entzückt und beglückt“. Christina Schweizers Lieblingsblume ist das Alpenveilchen, weil es sie an ihre Oma erinnert. Johann Wolfgang von Goethe hat zwar das Blümchen nicht genannt, das er beim Spaziergang im Walde fand und, statt es zu brechen, ausgrub und daheim wieder einpflanzte. Aber es passt auf jeden Fall auch zur Schlüsselblume, die Christina Schweizer gezeichnet hat. Es wäre tatsächlich schade, die Blume für einen Strauß zu pflücken oder in die Vase zu stellen, nur damit sie bald verwelkt. Doch auch dieses Thema hat die Künstlerin aufgenommen - eine verwelkte Blume. Den darunter stehenden Text „Verwelkt und doch nicht abgefallen“ hat ein unbekannter Poet geschrieben. Ein Baum in der Blüte, die Magnolie, der rote Mohn, die blaue Iris, Lilien oder Schneeglöckchen lassen das Herz von Blumenfreunden jedenfalls höher schlagen.
Christina Schweizer hat die Bilder 2025 und 2026 „ganz frisch“ angefertigt. Blumen sind natürlich nicht ihre einzigen Motive, sie bringt alles, was ihr im Alltag auffällt oder begegnet mit dem Stift aufs Papier. Jeden Tag sind es zwei Bilder: „Urban sketching“ nennt sich ihre Kunst, bei der es nicht auf die fotografisch genaue Wiedergabe ankommt. Die Motive werden auch nicht nach einem Foto, sondern gleich vor Ort skizziert.
An jedem ersten Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet
Die Kulturtankstelle in Börstingen ist jetzt wieder an jedem ersten Sonntag von 14 bis 17 Uhr bei Kaffee und Kuchen offen, mit Ausnahme im August wegen des Börstinger Fleckenfestes. Monika Laufenberg hat im vergangenen Jahr an jedem Öffnungstag zwischen 25 und 30 Besucher gezählt. Öfters machten hier auch Radfahrer halt, erzählte sie. Ein Schild am Radweg weist auf die Öffnungszeiten des Museums hin. Geplant ist am 8. November zum Abschluss der Saison noch eine Lesung über die Katze als Kulturtier.