Oliver Blume (li.) und Lutz Meschke: Der Porsche-Chef und sein Vize fahren mit einem klaren Kompass in die Zukunft. Foto: Getty Images/Thomas Niedermueller

Der Sportwagenhersteller zeigt, wie man die Krise bewältigt und zugleich in die Zukunft investiert. Seine krisenfeste Strategie und seine klaren Ideen zeigen, dass man nicht mehr auf die Konzernmutter VW angewiesen ist.

Stuttgart - Zwei Autohersteller, zwei Welten: Während Daimler über 15 000 Arbeitsplätze abbauen will, erklärt Porsche die 36 000 Jobs für gesichert. Das Programm diene nicht dem Abbau von Stellen, sondern deren Sicherung. Porsche-Chef Oliver Blume und sein Vize Lutz Meschke sprühen geradezu vor Elan, mit dem sie das Unternehmen in eine digitalisierte Welt sowie in die E-Mobilität führen wollen. Das Unternehmen investiert substanziell in ein ganzes Ökosystemen von Startup-Firmen, von deren Aufbruchstimmung es sich erkennbar anstecken lässt.

 

Strategie ist krisenfest

Trotz massiver Investitionen pflügt sich Porsche nahezu unbeschadet durch die Krise und erreicht beim Umsatz sogar neue Rekordwerte. Man kündigt nicht nur an, man liefert auch. Und selbst wenn am Ende nicht jedes digitale Investment aufgehen sollte, so ist doch die Chance groß, dass man sich mit klarem Fokus an Unternehmen beteiligt, die bestehende Produkte ergänzen und neue, an das bisherige Kerngeschäft anknüpfende Geschäftsmodelle erschließen. Auch hier unterscheidet sich Porsche vom großen Nachbarn, der seine digitale Zukunftswerkstatt Lab 1886 verkauft hat, die ähnliche Aufgaben hatte wie die, denen sich Porsche nun mit großem Enthusiasmus verschreibt.

Fast so wertvoll wie Daimler

Zu Recht bringt Porsche nun immer selbstbewusster die Frage eines Börsengangs ins Spiel. Längst ist Porsche nicht mehr Ziehkind der Mutter VW, sondern eine Lokomotive, die den ganzen Konzern mitzieht. Porsche hat sich zu einer Perle entwickelt, deren Wert nicht mehr weit unter dem des vielfach größeren Daimler-Konzerns liegt. Der Sportwagenhersteller ist reif für den Absprung, um viel unabhängiger von einer Konzernmutter zu agieren, die das Geld aus einem Börsengang gut brauchen könnte.

klaus.koester@stuttgarter-nachrichten.de