Justin Karabas aus Bad Dürrheim gibt Einblicke in sein Leben als Bodybuilder, letztes Jahr feierte er große Erfolge. Wie er sein Leben im Griff behält, erzählt er im Interview.
Hinter Justin Karabas liegen intensive Monate. Bis zu 30 Wochen Diät, Disziplin sowie hartes Training waren nötig für sein Ziel, am Wettkampftag in Bestform zu sein. Während dieser Zeit stellte der 24-jährige Bodybuilder aus Bad Dürrheim seinen kompletten Alltag auf den Sport ein, jede Mahlzeit und jedes Training hatte eine klare Struktur. Die Zeit war dabei nicht nur für sein Körper herausfordernd, auch mental kam er an seine Grenzen.
Die Wettkämpfe sind nun erstmal vorbei und damit ist auch der Druck von ihm abgefallen – gelassen steht er hinter dem Tresen im Fitnessstudio Izumi, bei dem der Bad Dürrheimer als Teilzeitkraft arbeitet, und erzählt unserer Redaktion von seinen sportlichen Erfolgen im vergangenen Jahr.
Durch Siege bei den hessischen, süddeutschen sowie baden-württembergischen Landesmeisterschaften konnte Justin Karabas sich für die Deutsche Meisterschaft am 6. Dezember 2025 qualifizieren. Die Baden-Württembergische Landesmeisterschaft war zudem sein persönlich größter Erfolg. Im Jahr zuvor erreichte er bei dem Wettbewerb den zweiten Platz, daraufhin meinte seine inzwischen verstorbene Großmutter, er solle nächstes Jahr den ersten Platz holen. Den Sieg bei der diesjährigen Ausgabe widme der Bodybuilder deshalb ihr.
Bei der Deutschen Meisterschaft erreichte der 24-Jährige den vierten Platz und sei sehr zufrieden damit. Gleichzeitig qualifizierte er sich durch diese Platzierung für den „Diamonds Cup“ in Rom, jedoch kam er zum Entschluss: „Aufgrund meiner Psyche entschied ich mich, nicht zu starten“. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Justin Karabas, dass die wochenlange Diät vor der Deutschen Meisterschaft ihn mental viel Kraft gekostet habe. Diese Diät weiter fortzuführen, hätte ihm nicht gut getan.
Wunsch nach Veränderung
Doch wie ist Justin Karabas zum Bodybuilding gekommen? Mit dem Kraftsport habe er bereits mit 15 Jahren angefangen, damals sei er sehr schlank gewesen und deswegen von anderen Jugendlichen gehänselt worden. Dadurch habe sich bei ihm der Wunsch nach „einem respektablem Aussehen“ entwickelt, erklärt er.
Mit 19 Jahren entschied er sich, dem Bodybuilding nachzugehen. Zuvor habe er unter anderem Fußball gespielt und sei Snowboard gefahren. Diese Sportarten habe er jedoch aufgegeben, da ihm die Verletzungsgefahr mit Aussicht auf seine Bodybuilder-Karriere zu groß gewesen sei.
Typischer Ablauf
Doch wie läuft ein Tag bei einem Wettkampf ab? Nachdem das Wiegen absolviert sei, gehe er in sein Hotelzimmer, dort werde er dann am ganzen Körper mit Farbe bestrichen, so kommen die Muskeln mehr zum Vorschein. „Ich werde wie eine Wand bestrichen“, sagt der Bad Dürrheimer und grinst.
Kurz vor dem Auftritt gebe es noch ein kurzes und leichtes Krafttraining, um seine Muskeln praller erscheinen zu lassen. Dazu trinke er einen halben Liter „Powerade“, das helfe dabei, den „Pump“ zu verstärken, meint Justin Karabas.
Alltag als Leistungssportler
Seinen Alltag habe er trotz des Leistungssports im Griff. Zurzeit stehe eine „Recovery-Phase“ an, in dieser konzentriere er sich auf den konstanten Muskelaufbau. Dem Bodybuilding widme er täglich fünf bis sechs Stunden, in diese Zeit fällt auch das Training und das Essen.
Letzteres nehme viel Zeit in Anspruch, was auf fünf bis sechs Mahlzeiten pro Tag zurückzuführen ist. Große Variationen gebe es dort selten, Hühnchen mit Reis esse er beispielsweise täglich. Mit einem Schmunzeln verrät Justin Karabas, dass er zu Diätzeiten auch mal „wochenlang konstant die selben Lebensmittel zu sich nimmt, dabei isst man nicht immer aus Geschmack, sondern aus Effizienz.“
Die Schattenseiten
Gerade in der Zeit vor den Wettkämpfen, in denen sein Trainer ihm seine Diät ansetzt, würden sich die Schattenseiten des Sports zeigen. Wenig Schlaf sowie emotionale Ausbrüche seien dabei keine Seltenheit, dennoch sei aus seiner Sicht die „Motivation für den Wettkampf größer, als die Idee aufzugeben“.
Träume und Ziele
Obwohl Justin Karabas schon große Erfolge feiern durfte, hat er sich für die Zukunft weitere Ziele gesetzt. Zum einen will er im Laufe seiner Karriere eine „Pro Card“ besitzen. Mit dieser dürfe er sich offiziell Profi nennen und könne somit sein Hobby zum Beruf machen. Auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg sei, gibt er zu. „Manche Träume braucht man – auch unrealistische“. Bis dahin freue er sich über finanzielle Unterstützung, wie beispielsweise durch das Izumi, das seine Kosten für das Hotel bei seinem Wettkampf übernommen hätte.
Zum anderen möchte Justin Karabas „endlich mal einen großen Pokal gewinnen“, sagt er schmunzelnd. Denn bisher habe er nur Medaillen und kleinere Pokale bei sich gelagert – das wolle er ändern.
Seine Unterstützer
All das würde er nicht alleine schaffen. An seiner Seite seien seine, wie der Bodybuilder selbst sagt, „drei größten Supporter“: sein Trainer, sein Großvater und seine Partnerin. Sie begleiten ihn, geben ihm Rückhalt und Motivation – auf dem Weg zu seinen sportlichen Träumen ebenso wie im Alltag.