Die geschlossene Abteilung der Klinik in Weinsberg befindet sich hinter einem hohen Zaun und wird mit Kameras überwacht. Foto: dpa/Julian Buchner

Der spektakuläre Ausbruch aus der Forensischen Klinik in Weinsberg hat den Maßregelvollzug in Baden-Württemberg in die Kritik gebracht. Doch die Probleme liegen tiefer. Die Klinik werde immer mehr zum Knast, warnt der Chefarzt.

Weinsberg - Im Klinikum am Weissenhof bei Weinsberg stehen an diesem Tag Schweinelendchen mit Spätzle auf dem Speiseplan. In Warmhalteboxen wird das Essen in die Stationen geliefert. Doch in Haus 11 steht ein vegetarischer Gemüsenudelauflauf im Ofen, zubereitet von den fünf Männern der Selbstverpflegungsgruppe. „Wir achten schon auf eine ausgewogene Ernährung“, sagt Micha. Der 49-Jährige, durchdringende Augen, bullige Statur, grüne Gärtnerlatzhose, ist Patientensprecher auf der forensischen Station und ein klein wenig stolz darauf, dass in den sechs Wochen, seitdem sie sich selbst bekochen, immer etwas anderes auf den Tisch gekommen ist. Nur Spaghetti Carbonara gab es schon zweimal. „Kein Wunder, bei zwei Italienern in der Gruppe.“

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