Ganz unterschiedliche Menschen bringen Kompetenzen ein. So bleibt das Nachhaltigkeitsprinzip des Fests im Oberndorfer Teilort gewährleistet. Und das zahlt sich in Euro und Cent aus.
Wenn der Rückhalt aus den Vereinen vorhanden ist, erde ich als Bochinger Ortsvorsteher übernehmen“ – so Thorsten Ade, als im vergangenen Jahr die Frage nach der Zukunft des Bochinger Biergartens im Raum stand.
Nun steht er einem Organisationsteam vor, das aus fünf Mitgliedern des Bochinger Ortschaftsrats, sechs Funktionsträgern aus den örtlichen Vereinen, dem Besitzer des Schafstallgeländes Peter Gaberle sowie dem Allrounder Ismael Vaquera besteht.
Niveau halten
„Zu schön, zu groß, zu etabliert, zu Besonders, um diese attraktive Veranstaltung aufzugeben“ – darin zeigten sie sich alle einig. Im Gespräch wurde aber auch unisono überdeutlich, dass die Finanzmittel, die der Biergarten für die Vereine, Gruppen, wohltätigen Organisationen und Projektarbeit der Ortsverwaltung generiert, zu einem unverzichtbaren Faktor geworden sind. Deshalb definiert Thorsten Ade seine Zielvorstellung mit dem Erhalt des bisherigen Niveaus.
An diesem Status hat der Festausschuss die vergangenen sechs Monate gearbeitet. Die Bewältigung der Aufgabenfülle, die organisatorischen Herausforderungen haben das Team zusammengeschweißt. Die Mitglieder erklären, dass es einerseits ihr Mandat gewesen sei, sie aber andererseits aus ganz persönlicher Motivation Verantwortung übernehmen wollten.
Erfahrung von früheren Einsätzen
Thomas Roth und Michael Faustinelli (TV Bochingen) entschieden sich für das Management der Küche, könnten diesbezüglich ihre Erfahrungswerte aus Verein und Einsätzen beim „BGF“ abrufen.
Die Ortschaftsräte Martin Federer und Roland Niethammer teilen sich den Einkauf und die gesamte Logistik. Ihnen ist wichtig, dass der Ortschaftsrat mit einem Teilerlös Projekte finanzieren kann; sie ordnen dem Thema Gewässerschutz, das heuer zum Zuge kommen wird, große Bedeutung zu.
Ortschaft profitiert
„Mit dem Bau des Kleinfeldspielfeldes partizipieren wir entscheidend von den Biergartenmitteln“, sagt der Vorsitzende der Bochinger Spielvereinigung, Wolfram Zündel, der sich des Themas Schichtpläne angenommen hat. Gelungenes muss seiner Meinung nach weiterbetrieben werden – was die aktuelle Truppe im Griff habe.
Etwas zurückgeben
Stephanie Hezel, Wirtschaftskassiererin in der Spielvereinigung, wickelt hauptverantwortlich die Kassengeschäfte ab. Sie ist dabei, weil sie „etwas zurückgeben will“, denn sie habe nach dem Brand ihres Wohnhauses in Boll so viel Hilfsbereitschaft und Unterstützung erfahren. Als gelernte Bankkauffrau habe sie die Abwicklung eines solchen Großevents auch gereizt, und zudem mache ihr diese Arbeit im Hintergrund viel Spaß.
Der Biergarten sei nun sein Sommerprojekt, sagt Ismael Vaquera, der in der Winterzeit in der Narrenzunft Vöhringen in entscheidender Verantwortung steht. Medial sehr erfahren, ausgestattet mit einem guten Netzwerk, sah er sich im Sponsoring in der richtigen Position. Doch er engagiert sich auch darüber hinaus, setzt mit seinem kreativen Kopf weitere Akzente, hat den Biergartenfest-Fan-Shop initiiert.
Ortschaftsrat Tim Bihler betreut das Kinderprogramm, das stark ausgebaut wurde und am ersten Wochenende ganz viele junge Familien angezogen hat. „Man muss alles tun, die Bochinger Biergarten-Tradition zu erhalten“, um auch den Menschen seiner Generation die Blasmusik zugänglich zu machen und zu erhalten, weil es wenig Feste gebe, bei welchen Alt und Jung in solch bemerkenswerter Weise zusammenkommen.
Musiker besonders gefordert
Dafür wird Christoph Keller (MV Bochingen) sorgen, denn die Fäden der Engagements der Musikkapellen laufen nun in seinen Händen zusammen. Mit der Übernahme des Backhausbetriebs stellte sich der Vorsitzende des Musikvereins, Michael Lehmann der wohl größten Herausforderung, denn hier war die Nachfolge nicht einfach zu regeln, zumal es sich deutlich von den anderen Schichtbetrieben im zeitlichen Umfang und Know-How unterscheidet.
Der Rückhalt für den neuen Ortsvorsteher ist also da, und so kann Thorsten Ade die weitere Zukunft des Biergartenfestes fest in den Blick nehmen.