Nach zehn Tagen Festbetrieb sind die Gesichter zwar etwas erschöpft, aber strahlen um die Wette. Von der großen Resonanz profitiert jetzt der ganze Oberndorfer Teilort.
Als „Win-Win-Situation“ hatte der Bochinger Moderator Martin Karsten jeden einzelnen Tag des Biergartenfestes bezeichnet. Der Applaus, der auf diese Äußerung sowohl seitens der Protagonisten auf der Bühne als auch aus der Publikumskulisse folgte, macht deutlich, dass es nur Gewinner gab.
Das so breit angelegte musikalische Geben und die so überwältigende Resonanz aus der Menge, die es wieder magnethaft zum Schafstall gezogen hatte, floss stets zusammen in einer einzigartigen Stimmung.
Es war, als ob selbst der Regen ein solch freudiges, geselliges Miteinander nicht stören wollte und deshalb die grüne Oase vor den Toren Bochingens verschonte. Dabei hatte die Wetterprognose für die zweite Wochenhälfte gar nicht gut ausgesehen, was sich aber von Tag zu Tag relativierte.
So durften im Gegensatz zum vergangenen Jahr die „Polkaperlen“ aus Bösingen in der Sonne glänzen, der Böhringer „Gasmusik“ blieb das Wetter bei deren elftem Gastspiel auch wohlgesonnen. Einzig am Freitag, nachdem es „QuetschBlech“ gelungen war, den Biergarten schon am Nachmittag so richtig gut zu füllen und dem erwartungsvollen Publikum eine tolle Premiere zu servieren, meldete sich Petrus, just als die Zepfenhaner Musikkapelle zum Auftakt ansetzte. Fluchtartig verließen die Besucher das Festgelände doch – man mochte es kaum glauben – als sich der Regenbogen weithin sichtbar über die Szene spannte, kamen die Besucher aus ihren Unterschlupfen, trudelten neue Gäste ein.
Am Samstag schien der Herrenzimmerner „Rentnerband“ die Sonne vom Himmel, und am Abend und in der Nacht ließ „Böhmisch’s Feuer“ seine Funken überspringen, setzte Akzente mit beachtenswerten Soli.
Sowohl der Bochinger Dirigent Sven Bruckner als auch der musikalische Leiter der Römlinsdorfer Musikkapelle, Thomas Wössner, zogen am Finaltag bereits zum elften Mal alle Register für einen wunderbaren Festausklang, den die vielen Besucher so lange als möglich hinauszögern wollten. Tosenden Beifall heimste sich Leon Ziegler ein, der den Joe-Cocker-Hit authentisch wiedergab – allerdings mit einer kleinen Änderung, denn er sang von „Summer in the beer garden“.
200 Teilnehmer beim Gottesdienst am letzten Tag
Dass von Jahr zu Jahr Rekorde gebrochen werden, machte auch der ökumenische Gottesdienst deutlich, zu dem erstmals rund 200 Menschen gekommen waren, um zu danken für zehn Tage Gemeinschaft, Zusammenhalt und Freude. Pfarrer Martin Schwer und Kirchenrat i. R. Werner Schmückle hatten die Bedeutung des Hirten für die Schafe in einer Zeit, „in welcher sich der Wolf verstärkt Raum schafft“ in den Mittelpunkt gestellt.
Bevor die Römlinsdorfer Aktiven das musikalische Ende dieser Mega-Veranstaltung einleiteten, versammelte Thorsten Ade seinen Festausschuss auf der Bühne, stellte deren Arbeitsbereiche vor. In seinen Dank schloss er alle ein, die vor und hinter den Kulissen das elfte Bochinger Biergartenfest zu einer erneuten Erfolgsstory gemacht haben. Es sei unglaublich, dass man so viel Glück mit dem Wetter haben könne, dass 16 Besetzungen ihr Publikum finde, dass die bezaubernde Atmosphäre zehn Tage nahezu unbeeinträchtigt bleibe – solche Aussagen waren des Öfteren zu hören.
Mit dem Reinerlös vieles im Ort bewegen
Und da eine Freiluftveranstaltung mit dem Wetter steht und fällt, dankte der Bochinger Ortsvorsteher im Besonderen den zahlreichen Sponsoren, die das Risiko minimieren. In diesem Jahr jedenfalls kann mit dem Reinerlös vieles bewirkt werden – gemäß dem Konzept, welches dem Bochinger Biergarten zugrunde liegt.