Franz Niebel präsentiert die Auszeichnung, die er für 150 Blutspenden bekommen hat. In den vergangenen 41 Jahren habe er insgesamt 183 Mal Blut gespendet. Foto: Weidlich

Wie wird man Blutspender, welche Voraussetzungen sollte man erfüllen, um überhaupt Blut spenden zu dürfen – und wie sieht die Verpflegung beim Blutspendetag aus?

Franz Niebel hat selbst schon mehr als 175 Mal Blut gespendet – nämlich schon 183 Mal. Da seien schon mehr als 50 Liter Blut zusammen gekommen, die er über 41 Jahre hinweg, bei vier bis fünf Terminen pro Jahr insgesamt gespendet hat.

 

Als Jugendlicher hatte er sich im Alter von 17 Jahren beim Deutschen Roten Kreuz für zehn Jahre bei 250 Dienststunden pro Jahr verpflichtet. Da sei er richtig auf das Thema Blut aufmerksam geworden. Jetzt, mit 59 Jahren, erhielt er eine Einladung des Landes Baden-Württemberg: Im Oktober soll Niebel für seine 175 Blutspenden geehrt werden.

Blut kann man nicht künstlich herstellen

Mit 16 Jahren habe er einen Unfall gehabt und selbst Blut benötigt. Denn jeder, der mal eine Operation oder einen Unfall habe, benötige Blut. Auch sei Blut eines von den Dingen, die man nicht künstlich herstellen kann, betont Niebel. Es sei auch wichtig zu wissen, was eigentlich beim Blutspenden geschieht. „Man wird auf eine Großzahl von Krankheiten durchgecheckt, und gleichzeitig kann man noch etwas gutes tun“, erklärt Niebel. Auch sei es immer schöner, wenn man zusammen mit jemand anderem Blut spendet und nicht alleine, besonders dann wenn es das erste Mal ist.

Zufällige Begegnungen

Und besonders freue er sich über zufällige Begegnungen bei den Spendeterminen. Er findet es gut, die Zeit während der Spende innezuhalten und danach etwas zu essen. Die Gerichte zur Stärkung in Fluorn-Winzeln werden übrigens auch passend zur Jahreszeit zusammengestellt. Auch außerhalb von Fluorn-Winzeln, wenn der Termin zuhause nicht gepasst hat, habe er geschaut, was „die Kollegen vom Ortsverein im Umkreis so machen.“ So hat er unter anderem auch in Rottweil, Oberndorf, Schiltach, Hausach und natürlich in Schramberg gespendet – und dabei so seine Beobachtungen gemacht. Das Blut Spenden habe er immer gut vertragen. Allerdings solle er im Alter laut Arzt jetzt die Häufigkeit der Spenden langsam senken, damit sich der Körper auch daran gewöhnen kann.

Online „Spende-Check“ vom DRK

Um überhaupt Blut spenden zu dürfen, muss man zuerst gewisse Voraussetzungen erfüllen. Diese kann man unter www.blutspende.de nachlesen. Um vorab zu schauen, ob man für eine Blutspende geeignet ist, kann man online beim „Spende-Check“, auf der Webseite des Deutschen Roten Kreuzes 25 Fragen beantworten. Hier findet man außerdem wichtige Informationen Rund um das Thema Blutspenden – und den Hinweis, dass beispielsweise mehr als 50 Kilogramm wiegen, mindestens 18 Jahre alt sein und sich fit und gesund fühlen sollte.

Ablauf einer Blutspende

Wie läuft eine Blutspende zum Beispiel in Fluorn-Winzeln ab? Franz Niebel als Mitglied – er ist sogar Vorsitzender – des DRK-Ortsverbands kann das natürlich genauer erklären: Bei einer Blutspende werde zuerst der Personalausweis – und wenn vorhanden die Spendekarte – des Spenders geprüft und verglichen. Vor Ort bekomme man einen Fragebogen, welchen man ausfüllt. Nun folgt ein kleiner Zwischenstopp zum Trinken, wie beispielsweise Wasser, Cola, Orangen- oder Apfelsaft. Zusätzlich werden der Eisenwert im Blut geprüft, dies dauert circa fünf bis zehn Minuten, und der Blutdruck und der Puls gemessen. Die Gesundheitsdaten werden mit dem diensthabenden Arzt vor Ort besprochen. Den eigenen Hausarzt müsse man angeben, da das Blut auf verschiedene Erkrankungen getestet wird, und bei Auffälligkeiten der Hausarzt informiert werde. „Manche spenden Blut, um auch zu wissen, ob alles in Ordnung ist“, so Niebel.

Spontan spenden ist auch möglich

Jeder, der spenden möchte, braucht in Fluorn-Winzeln vorab einen Online-Termin. Durch die dadurch genauere Planung kann man den Bedarf an Lebensmitteln abschätzen, es entstehen kürzere Wartezeiten, so dass man nach spätestens 60 Minuten fertig mit der Spende sei. Bei einer einzigen Spende wird circa ein halber Liter Blut gespendet. Zum Vergleich: Während einer Operation bräuchte man im Schnitt drei bis vier Blutkonserven. Pro Jahr dürfen Männer insgesamt bis zu sechsmal und Frauen bis zu viermal Blut spenden. Das Deutsche Rote Kreuz in Fluorn-Winzeln hat sich mit dem DRK in Aichhalden abgestimmt, so dass man im Wechsel auf bis zu sechs Spenden pro Jahr kommen kann. Wenn noch freie Plätze zur Verfügung stehen, und noch jemand spontan spenden möchte, dann würde man dies allerdings auch hinbekommen.

Verpflegung vor Ort

Blutspender werde man größtenteils durch Mundpropaganda im Dorf, weiß Niebel. Eltern nehmen beispielsweise ihre Kinder mit zum Blutspenden, um ihnen schon früh die Hemmungen zu nehmen. Auch über die Verpflegung vor Ort werde sich unterhalten: In Fluorn-Winzeln stehen beispielsweise drei Gerichte zur Auswahl. Ob ein Mittag- oder Abendessen, je nach Uhrzeit des Termins, oder süßes Backwerk: Was es zu essen gibt, sei vom jeweiligen Ortsverein abhängig. In Aichhalden zum Beispiel gebe es Schnitzel mit Pommes und ein Kuchenbuffet, sagt Niebel.

Der Blutspendedienst Baden-Baden bringe Ärzte und Krankenschwestern mit. Zusammen mit dem Team aus Baden-Baden, baue der Ortsverein alles auf. Circa 20 ehrenamtliche Helfer bereiteten nur die Verpflegung vor, diese seien sowohl vom DRK als auch freiwillige Mitbürger, die sich einfach engagieren wollen. Bis zu 50 Helfer seien notwendig, die beispielsweise beim Auf- und Abbau sowie dem Transport helfen. Zudem seien zwei bis fünf Ärzte und zwischen sechs und zehn Krankenschwestern vor Ort. Übrigens: Die Statistik zeigt, dass in Fluorn-Winzeln die Bereitschaft zur Spende groß ist. Schwankungen über die Jahre gibt es immer, doch während es im vergangenen Jahr 821 Spenden gab, kam man im Jahr 2020 auf immerhin 692 Spenden, das bedeutet fast 85 Prozent, und das im Corona-Jahr!