Der Musikverein „Harmonie“ Bösingen begleitet die Blutreitergruppe Biberach. Auch prominente Gäste waren unter den Reitern.
Der Bluttritt in Weingarten ist die größte Pferdeprozessionswallfahrt in Europa. Fast 100 Blutreitergruppen aus Oberschwaben werden dabei von ihren örtlichen Musikkapellen musikalisch begleitet. Die Blutreitergruppe Biberach wird allerdings musikalisch vom Musikverein Harmonie Bösingen begleitet – jetzt zum 29. Mal. Pfarrer Michael Ott von der Seelsorgeeinheit Eschach – Neckar verstärkte als Klarinettist zum ersten Mal den Musikverein beim Blutritt. Erstmals war die Bösinger „Harmonie“ 1996 mit dabei. Dem damaligen Bösinger Dirigenten Volker Braun war es gelungen einen Wunsch des Musikanten Josef Schmeh zu dessen 60. Geburtstag zu erfüllen: Einmal sollte sein Musikverein beim Blutritt in Weingarten musikalisch teilnehmen. Seit damals ist die Teilnahme für die Bösinger Musikanten Ehrensache. Und auch für Volker Braun und seine Frau Barbara ist es selbstverständlich, wenn es ihnen möglich ist beim Blutritt bei den Bösingern mitzuspielen.
Durch die geschmückten Straßen
Die Blutreitergruppen zogen am Blutfreitag, dem Tag nach Christi Himmelfahrt, auch dieses Jahr mit Frack und Zylinder und herausgeputzten Pferden durch die festlich geschmückte Stadt und auf dem traditionellen Öschweg vorbei an den vier Altären über die Flur.
Für den verunglückten Heilig-Blut-Reiter Dekan Ekkehard Schmid sprang der ehemalige Prior – und frühere Heilig-Blut-Reiter – Pirmin Meyer ein, der die Pilger und die Pferde auf dem historischen Reiterprozessionsweg mit der Reliquie segnete. Die Heilig-Blut-Reliquie ist ein Teil des in Mantua aufgefundenen Schatzes und gelangte über Kaiser Heinrich III und Graf Balduin von Flandern vor mehr als 900 Jahren nach Weingarten. Sie liegt über dem Altar der Basilika. Durch viele Heilungen erwies sie sich im Laufe der Jahrhunderte als „Gnadenwunder“.
Prominente Gäste
Zu den prominenten Gästen gehörte dieses Jahr der neue Innenminister von Baden-Württemberg, Manuel Hagel. Er ist mit seiner Blutreitergruppe Kirchbierlingen-Ehingen mitgeritten. Gleichzeitig betonte der Katholik den religiösen Charakter der Wallfahrt. Der Blutritt sei für ihn ein Hochfest des Glaubens.
Erstmals erlebte der neue Bischof von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer, den Blutritt in Weingarten. Er zeigte sich beeindruckt von der Atmosphäre und der großen Beteiligung.
Reiter aus dem Landkreis
Jahr für Jahr reiten viele auch aus der Raumschaft Rottweil/Oberndorf/Schramberg beim Blutritt mit, so auch Landtagsabgeordneter Stefan Teufel aus Zimmern. Zum 50. Mal als Blutreiter, wurden Erich Hezel aus Seedorf von der Blutreitergruppe Kißlegg und Erwin Gerster und Hermann Miller von der Blutreitergruppe Biberach in Weingarten geehrt und ausgezeichnet.
Nach dem Blutritt ging es für die Bösinger Musikanten mit der Blutreitergruppe Biberach zum traditionellen Mittagessen auf den Aussiedlerhof Böhmer in Berg, anschließend spielte die Kapelle wie gewohnt auf und brachte Stimmung auf den Hof. Erwin Gerster, Blutreiterchef der Biberacher Blutreitergruppe, würdigte die musikalischen Verdienste und die gute Kameradschaft mit dem Musikverein.
Anschließend ging es zum Maifest nach Zogenweiler. In dem großen Festzelt befanden sich überwiegend Musikkapellen, die beim Blutritt mitgespielt hatten. Bösingens Bürgermeister Peter Schuster war sehr bewegt und beeindruckt vom Blutritt in Weingarten.