Michaela Gerster (von links), Jutta Haag, Petra Gerster (hinten), Liesel Beh (vorne) und Angelika Bühler von Floristik Beh lieben die Arbeit mit Blumen. Foto: Cools

Es begann mit der Liebe zum Gemüseanbau und mündete in ein rund 450 Quadratmeter großes Blumenparadies – Floristik Beh aus Winzeln gibt es nun schon seit 50 Jahren.

Fluorn-Winzeln - Leuchtend rote Weihnachtssterne, sattgrüne Gestecke mit funkelnder Dekoration, eine herrlich bunte Blumenpracht – und mittendrin eine strahlende Petra Gerster und ihr gut gelauntes Team. Dass den Frauen die Arbeit große Freude bereitet, ist spürbar. Es wird viel gelacht. "Man schafft mit etwas Lebendigem, das macht einfach viel Spaß", sagt die Inhaberin.

Im Blumenladen in der Winzelner Staffelbachstraße ist derzeit einiges los. Kein Wunder, schließlich geht es Richtung Advents- und Weihnachtszeit. Immer wieder kündigt ein kleines Glöckchen neue Kunden an. Und wer bislang noch nicht in Weihnachtsstimmung ist, der spürt die Vorfreude, sobald er inmitten der Adventskränze steht.

Die Freude an der Floristik hat ihren Ursprung in Petra Gersters Mutter Liesel Beh. Sie liebte es schon immer, sich um den Garten zu kümmern und dort Gemüse anzubauen. "Unser Garten war immer voller Salat", erinnert sich Gerster. Immer wieder klopften Gastronomen an, um bei Beh ein paar Salatköpfe für ihre Gerichte zu holen.

Sprung in die Selbstständigkeit

Irgendwann meinten die Kunden dann zu Liesel Beh, sie solle doch auch Blumen anbieten. 1971 wagte die Winzelnerin dann den Sprung in die Selbstständigkeit – wohlgemerkt in einer Zeit, in der man laut Gerster mit Blumen noch nicht viel am Hut gehabt habe. Auf ein paar vereinzelte Pflanzen in der Waschküche folgten Schnittblumen, dann Aufträge für Beerdigungen und Hochzeiten.

Fünf Jahre später wurde das Ladengeschäft an das Beh’sche Wohnhaus angebaut. 1983 absolvierte Tochter Petra ihre Ausbildung zur Floristin. "Ehrlich gesagt war von Anfang an klar, dass ich in die Fußstapfen meiner Mutter trete. Für mich gab es nie etwas Anderes", sagt die 55-Jährige.

1986 übernahm sie das Geschäft. Nur drei Jahre später wurde es um einen Binderaum ergänzt, 1995 dann um zwei Verkaufsgewächshäuser. Tochter Michaela wollte zunächst einen anderen Weg gehen und studierte erst einmal, merkte jedoch schnell, dass ihr das zu langweilig wurde. In diesem Jahr ist sie in den Betrieb ihrer Familie eingestiegen.

Arbeit wird nie langweilig

Das Tolle an der Arbeit mit Blumen und anderen Pflanzen? "Das Sortiment ändert sich fast alle ein bis zwei Wochen. So wird es nie langweilig", sagt Petra Gerster. "Außerdem bekommt man den Wechsel der Jahreszeiten hier anhand der Pflanzen hautnah mit. Das ist schön." Jede Jahreszeit habe ihren Zauber – ob Setzlinge im Sommer oder adventliche Gestecke im Winter.

Zudem werden die Floristen aus Winzeln bei vielen Beerdigungen, Hochzeiten und anderen Anlässen eingebunden, müssen beratend zur Seite stehen und das gewisse Fingerspitzengefühl bei der Auswahl beweisen.

Besonders in der Trauerfloristik habe sich über die Jahre viel geändert, sagt Gerster. Während es früher immer den Standard-Kranz gegeben habe, könne man nun aus einer großen Auswahl an Blumen und Variationen wählen. Im Gespräch im Vorfeld erfährt die Inhaberin dann, was der Verstorbene für ein Mensch war und kann die Blumenwahl darauf abstimmen.

Tägliche Pflege

"Zum Glück gehen noch sehr viele Menschen in den Fachhandel anstatt in Baumärkte. Es läuft wirklich gut", sagt Gerster. Gerne hätte man das Jubiläum im Juli mit den Kunden gefeiert, doch durch Corona wurde das erschwert. Auch auf eine Adventsausstellung musste man verzichten.

Die Corona-Zeit sei schon schwer gewesen, gibt Gerster zu. Vor allem im Januar und Februar habe man sehr viele Pflanzen einfach wegwerfen müssen. Das tat ihr in der Seele weh. Jeden Tag läuft sie erst einmal durch ihr Geschäft und schaut sich jede einzelne Pflanze an und pflegt sie – auch sonntags und an Feiertagen. Das klingt nach viel Arbeit. "So etwas muss man einfach gern machen. Das ist ein bisschen wie bei der Landwirtschaft. Da muss man auch immer da sein."

Und was sind die Lieblingsblumen der Winzelner Floristin? "Gar nicht so leicht", sagt sie und grübelt. "Ich glaube, Hortensien und Dahlien."