Sonnenblumen so weit das Auge reicht gibt es noch bis in den Herbst zum Selbstschneiden in Zillhausen. Foto: Cornelius Eyckeler

Die größte Freude macht sie sich selbst: Seit 20 Jahren verwandelt Renate Kreidler einen Acker in ein Blumenmeer. Dort kann man selbst pflücken – aber bezahlen auch alle?

Es gehört schon eine Menge Glück dazu, Renate Kreidler in diesen Tagen zu erreichen. Uns gelingt das, in dem wir sie quasi „vom Traktor“ runter telefonisch erreichen. Es ist Erntezeit und da hat die Zillhausener alle Hände voll zu tun. Gemeinsam mit Ehemann Hans-Peter bewirtschaftet sie im Nebenerwerb eine Landwirtschaft.

 

Auf einem der gepachteten Felder sprießen seit 20 Jahren Sonnenblumen. Warum? „Sie gefallen mir sehr gut, ich habe so viel Freude an diesen Blumen“, sagt Renate Kreidler. Das Lächeln ist ihr am Telefon anzuhören. Und außerdem würde die Blühzeit optimal in die jährliche Fruchtfolge passen.

Die Freude mit anderen teilen

Ungefähr 16 Ar groß ist das Feld, wo die prachtvollen Blumen wachsen. Gesät wird fünf bis sechs mal im Jahr, „damit immer was blüht“. Los geht’s mit dem Säen, sobald die letzten Frostnächte durch sind. Dann bestückt Renate Kreidler die Sämaschine, mit der auch andere Samen in Zillhausen ausgebracht werden. Diese Maschine kann so eingestellt werden, dass sie zu den unterschiedlichen Samengrößen optimal passt.

Reich wird die Blumenfreundin nicht mit dem Selbstverkauf

Die Freude an den dunkelgelben Blumen auf den hohen Stängeln möchte Renate Kreidler mit anderen teilen. Die Blumen kann man selbst pflücken und sich damit ein Stück Sommer ins Wohnzimmer holen.

„Jetzt sind die Blumen bombastisch“

Jetzt sind die Blumen „bombastisch“, wie Renate Kreidler freudig sagt. Das war zu Jahresbeginn anders. Wegen der kühlen Witterung waren die Exemplare aus der ersten Charge dürftiger und kleiner.

Natürlich ist auch das Wohnzimmer der Kreidlers während der Saison voller Sonnenblumen. Aber nicht in Vasen. „Die betrachten unsere Katzen als Spielzeug.“ Damit gar nicht erst ein Malheur passiert, hat Renate Kreidler Schalen auf Tischen und Kommoden aufgestellt. Darin sind die Blumen sicher vor den Stubentigern.

Die Preise sind seit 20 Jahren stabil

Reich wird die Blumenfreundin nicht mit dem Selbstverkauf. „Meine Preise sind seit 20 Jahren gleich.“ 30 Cent kostet ein Exemplar. Ob auch alle Kunden Geld ins Kässchen geben? Überprüfen kann sie das nicht. Aber wenn sie jemandem, der sich das schmale Geld nicht leisten kann oder will, trotzdem eine Freude machen kann, „dann ist es auch recht“.