In diesem Meinungsstück schreibt der Autor über die bevorstehende Chrysanthema – und über die Pflanzkübel-Affäre um Martin Herrenknecht.
Bagger, Schubkarren, Leitern, Schläuche, Kabel und Dutzende umherwuselnde BGL-Mitarbeiter – die Lahrer Innenstadt war in den vergangenen Tagen geprägt von den Aufbauarbeiten für die Chrysanthema. Ab Samstag strahlt die Stadt wieder für zwei Wochen in einem ganz besonderen Glanz und die bunten Kreationen mit den Korbblütlern erfreuen Einheimische wie Gäste gleichermaßen. Andernorts sorgen Blumen zurzeit für ganz andere Emotionen.
Die Rede ist natürlich von der Pflanzkübel-Affäre um Martin Herrenknecht in Schwanau. Mit der eigenmächtigen Entfernung von 20 Exemplaren, die nach dem Empfinden des Unternehmers die Verkehrslage in Allmannsweier nicht sicherer, sondern gefährlicher gemacht haben, hat der 83-Jährige eine Duftmarke gesetzt. Die Reaktionen? Gespalten. Während einige Herrenknechts Zeichen gegen das Beamtentum (Stichwort „Sesselfurzer“) loben, halten andere die Affäre für ein erschreckendes Zeichen, was sich reiche Unternehmer in Deutschland leisten können, ohne unmittelbare Konsequenzen fürchten zu müssen.
Klar ist: Dass sich ein einzelner Mann, der im Frühjahr vor der Bundestagswahl noch kreisweit mit seinem Antlitz für Demokratie geworben hat, so über einen demokratisch gefassten Beschluss hinwegsetzt, wirft Fragen auf. Schlussendlich gilt es nun jedoch, die Sache auf sich beruhen, Gemeinde und Herrenknecht eine Lösung finden zu lassen. Alles weitere rückt eine Aktion ins Rampenlicht, deren Nachahmung nicht zu empfehlen ist.
In der Zwischenzeit könnte man ja eine neue Heimat für die Kübel finden. Auf dem Schwanauer Bauhof stehen sie ja nur im Weg, und zur Chrysanthema würden sie – etwas aufgehübscht – perfekt passen. Die bundesweit berühmten herrenknechtschen Blumenkübel bei der Lahrer Blumenschau – das hätte das Potenzial zum Publikumsmagneten.
Im November nach Abschluss der Chrysanthema haben sich Martin Herrenknecht und die Gemeinde Schwanau womöglich schon geeinigt. Dann finden die Pflanzkübel schön geschmückt ihren Weg zurück in den Herrenweg nach Allmannsweier – und dort vielleicht mehr Akzeptanz.