Armin Fessele und sein Team sorgen in der ganzen Stadt für schöne Blumen. Foto: Daniel Schneider

Wenn es gilt, 8700 Blumen zu setzen, sind Armin Fessele und sein Team der Stadtgärtnerei zur Stelle. Die Pflanzenvielfalt in Nagold hebt die Stadt im Vergleich zu anderen Kommunen deutlich heraus. Die Trockenheit macht den Gärtnern zu schaffen.

„Die Leute kommen aus der ganzen Umgebung – manchmal sogar bis aus Karlsruhe –, um die Nagolder Blütenpracht zu sehen“, erklärt Armin Fessele von der Stadtgärtnerei.

 

Gerade pflanzen sein Team und er neue Sommerblumen am Stadion ein. „Die drei Wochen des Umpflanzens von Frühling auf Sommer sind immer ein Kraftakt“, verrät er. Und verdeutlicht mit Zahlen, was er damit meint.

8700 Blumen, die sich in 40 Stahlkübeln, 40 Beeten sowie geschätzt 140 Kübel des Nagolder Blumenswings befinden. Auch das Stadtwappen erstrahlen in blühenden Blumen.

Hilfe gegen die Hitze

Erst kürzlich kamen die Frühlingsblüher am Stadion raus und wurde die Erde für die neuen Pflanzen aufgefräst. „Wir verwenden organischen Dünger und Urgesteinsmehl, um die neuen Setzlinge widerstandsfähig gegen Hitze und Trockenheit zu machen“, sagt er.

In der Innenstadt wirken die Blumen oft wie ein Besuchermagnet. Foto: Thomas Fritsch

Fesseles Gruppe besteht aus sechs Leuten, die sich in dieser Zeit daran machen, 25 verschiedene Blumenarten im ganzen Stadtgebiet auszutauschen. Allerdings wurden dieses Jahr einige Beete umgewidmet. Statt wechselnder Blumen sind dort nun Dauerstauden angesiedelt. Der Grund: Wasser.

„Die Blumenbeete müssen mindestens einmal pro Woche gewässert werden, der Blumenswing in der Stadt sogar zweimal wöchentlich“, führt er aus. Die Stauden blühen zwar ebenso, müssten aber nicht so häufig gegossen werden.

Boden ist oft rissig

Das Wetter ist etwas, was allen zu schaffen macht. Als er seine Ausbildung zum Gartenbauer anfing, hatte es im Hochsommer maximal 35 Grad, erinnert sich Fessele. Jetzt liege man oftmals bei 39 Grad. „Die Temperatur hat in den letzten 40 Jahren massiv zugenommen“, bilanziert er.

Um frisch zu bleiben, benötigen die Blumen viel Wasser. Foto: Thomas Fritsch

Mancherorts sei der Boden vor Trockenheit ganz rissig, da auch die Abstände, in denen es regnet, immer länger würden. „Früher gab es durch den Schnee im Winter immer eine konstante Grundfeuchtigkeit“, sagt er. Doch auch diese Entwicklung sei Geschichte.

Um die Nagolder Blumen vor der Trockenheit zu schützen, nimmt der Bauhof ordentlich Wasser in die Hand. Alleine die Beete der Innenstadt benötigen laut Bauhof 900 Kubikmeter Wasser im Jahr. Beim gesamten Stadtgebiet brauche man jährlich gut 2000 Kubikmeter.

Blumen sind Besonderheit

Doch der Einsatz zahlt sich aus. „Vor allem Auswärtige kommen zu uns und sagen, dass die Menge an Blumen etwas ganz besonderes ist“, blickt Fessele auf einige Begegnungen zurück. Das mache die Arbeit beim Bauhof und der Stadtgärtnerei auch aus. „Es ist ein schönes Gefühl, dass wir so viel Lob für unsere Arbeit bekommen“, freut er sich.

Sorge machen ihm bei den steigenden Temperaturen vor allem die Bäume. So drohten einige Bäume, obwohl sie schon seit drei Jahren gepflanzt seien, zu vertrocknen. Der Bauhof habe zwar einen Unimog mit einem 2000 Liter-Tank, doch sei es schon erschreckend, wie viel Wasser die Bäume mittlerweile im Sommer benötigten.

Temperaturanstieg ist extrem

„Wir alle hier arbeiten schon jahrelang im Freien, aber der Temperaturanstieg und die Trockenheit der vergangenen Jahre ist wirklich extrem“, fasst er die Erfahrungen des Teams zusammen.

Die Vielfalt der Blumen begeistert viele Besucher in Nagold. Foto: Thomas Fritsch

Aber das Gießen sei schließlich die einzige Möglichkeit, um die Pflanzen zu erhalten. „Der Mensch braucht Blumen und die bunte Schönheit in der Stadt“, sinniert er. Auch die Bäume seien für das Klima unerlässlich. Denn die grüne Vielfalt sei schließlich auch ein Zeichen von Lebensqualität.

Tipps für Blumen

Dünger
Fessele empfiehlt organischen Dünger, damit die neuen Pflanzen gleich wichtige Nährstoffe erhalten.

Wasser
Um möglichst lange etwas von der Blütenpracht zu haben, lautet sein Credo: „Gießen, gießen, gießen.“