Christoph Gleichauf feiert mit seiner Blaskapelle "Keine Stille Stunde" bereits sein fünfjähriges Bestehen. Neben seiner Tätigkeit als Dirigent der Formation ist er auch als Komponist aktiv. Damit ist er aber nicht der einzige. Foto: Christoph Gleichauf

Vor fünf Jahren hat Christoph Gleichauf vom Randen die Blasmusikkapelle "Keine Stille Stunde" nur für eine Geburtstagsüberraschung gegründet. Doch das Projekt ist bis heute erfolgreich. Bis heute sind die Blasmusiker gefragt und haben inzwischen auch CDs herausgegeben.

Blumberg-Randen – Christoph Gleichauf aus Blumberg-Randen hat sich schon früh der Blasmusik verschrieben. Mit acht Jahren lernte er Trompete, im Alter von nur 19 Jahren gründete er eine Blaskapelle. Der junge Bandleiter hat trotz Corona-Pandemie die musikalische Arbeit vorangetrieben und es mit seiner Kapelle "Keine Stille Stunde" bereits in Funk und Fernsehen geschafft.

 

Orchester nur als Überraschung zum 50. Geburtstag gedacht

Mit diesem Erfolg hatte Christoph Gleichauf nicht gerechnet. Denn eigentlich sollte das Orchester nur eine Überraschung zum 50. Geburtstag seines Vaters werden. Die Idee war ein ganz besonderes Geburtstag-Ständchen. Doch aus dem Projektorchester mit ausgewählten Musikfreunden entwickelte sich eine große Blaskapelle.

Einer der Höhepunkte war dabei sicherlich der Fernsehauftritt der Kapelle bei "Schlager-Spaß mit Andy Borg" im Februar 2019, nur ein knappes Jahr nach dem Gründungskonzert der Blasmusik-Formation. Das Durchschnittsalter beträgt übrigens 23 Jahre. Ein Jahr später folgte die Veröffentlichung der ersten CD mit dem Titel "Unsere Uhren ticken böhmisch". "Das war ein ganz tolles Erlebnis, da es für uns auch etwas komplett Neuartiges war, das uns unheimlich viel Spaß bereitet und zusammen geschweißt hat", sagt Gleichauf. Im vergangenen Jahr kam dann bereits die zweite CD mit dem Titel "Auf die schönen Zeiten" heraus. Das mediale Interesse an der Kapelle und ihrer Leidenschaft für Blasmusik gemäß ihrem Motto "Weil böhmisch m(ä)ehr – isch!" hielt an: Beide CDs konnte Gleichauf auch im Rahmen von Radio-Interviews vorstellen.

Bandleiter auch aktiv als Komponist

Auch wenn sich die Kapelle nach ihrem Saisonabschluss im November traditionell in die Winterpause verabschiedet, ist für den Bandleiter der Name seines Orchesters das ganze Jahr über Programm: Eine wirkliche Ruhepause mit stillen Stunden des Nichtstuns kennt er nicht. Zum einen hat er als Kapellmeister jede Menge Organisatorisches zu leisten, um die Anfragen für Auftritte zu beantworten und ein Jahresprogramm mit vielen Auftritten auf die Beine zu stellen. Zum anderen ist Christoph Gleichauf längst nicht nur musikalischer Leiter und Dirigent der Blaskapelle, sondern auch sehr aktiv als Komponist. Etwa 20 Kompositionen, die die Kapelle spielt, stammen aus seiner Feder. Darüber hinaus übernimmt er als Komponist auch Auftragsarbeiten für andere Kapellen. Aktuell arbeitet er an einem Jubiläumsmarsch anlässlich des bevorstehenden fünfjährigen Bestehens seiner Blasmusik-Formation.

Mit seinem Talent zum Schreiben und Arrangieren von Eigenkompositionen ist Gleichauf in seiner Kapelle längst nicht allein. Ihn selbst mit eingerechnet, finden sich in den Reihen seiner Musiker gleich sechs Komponisten. "Das ist schon eine außergewöhnliche Quote, die nicht viele Kapellen vorweisen können", erklärt er. Manchmal führe dies sogar zu dem Luxusproblem, dass es aufgrund der zahlreichen Eigenkompositionen nur wenig Platz für fremde Stücke im musikalischen Programm gebe.

Stammmannschaft besteht inklusive ihrem Dirigenten aus 20 Musikern

Die Stammmannschaft der Blaskapelle besteht inklusive ihrem Dirigenten aus 20 Musikern. Insgesamt steht ein Pool von 27 Musikern zur Verfügung. Wenn also einmal ein Stammspieler ausfällt, kann trotzdem in der vollen Egerländer Besetzung gespielt werden. Gleichauf betont, dass es sich ausschließlich um Amateurmusiker handle und kein einziger Profimusiker mit von der Partie sei.

Dennoch sei es ein Auswahlorchester, bei dem nicht jeder einfach so nach Belieben mitspielen könne. Wenn jedoch ein guter Musiker Lust habe, in die Reihen aufgenommen zu werden, zunächst im Pool der Spieler, könne er sich jederzeit bei ihm melden. Die Musiker kommen aus einem Umkreis von etwa 200 Kilometern. Häufig treffen sie sich für ihre Proben auf dem Randen, wo ihr Dirigent herkommt. Daneben wird aber auch immer wieder mal zwischen den Wohnorten der Musiker und deren Probelokalen gewechselt, "sodass jeder Musiker mal den Heimvorteil hat", schildert Christoph Gleichauf.

Jubiläumsabend in der Planung

Spätestens im April legen die Musiker nach ihrer Winterpause wieder mit dem Proben los, denn am 30. April steht zum Saisonauftakt gleich der Jubiläumsabend zum fünfjährigen Geburtstag der Kapelle an. Diesen feiern die Musiker in der Stadthalle in Engen mit einer Musikanten-Nacht. Bei dieser sorgen neben der Gastgeber-Kapelle noch die beiden Kapellen "Geburtamucke" sowie "Die 12 Mährischen" für Abwechslung im böhmisch-mährischen Stil. Moderiert wird der Abend von Markus Dorer, der von den Kapellen "Mathias Gronert und seine Blaskapelle Egerländer Gold" sowie "Wilfried Rösch und seine Böhmischen Freunde" bekannt ist.

Von Sommer bis Herbst bereits etliche Auftritte

Danach stehen von Sommer bis Herbst bereits etliche Auftritte wie etwa der große Orchestertreff in Thum bei Chemnitz, das Hopfenfest in Alpirsbach, das Sommerfest der Trachtenkapelle Kinzigtal, ein Blasmusikabend in Gächlingen in der Schweiz oder das Schlachtfest in Stetten-Achstetten an. Für das laufende Jahr liegen dem Kapellmeister schon 15 Anfragen für Auftritte mit seiner Kapelle vor.

Gleichauf hofft natürlich, dass sich das Pandemie-Geschehen wieder etwas beruhigt. Mit Mitgliederaustritten durch Corona habe er bis dato keinerlei Probleme gehabt, alle Musiker seien ambitioniert am Ball geblieben. Lediglich die zuverlässige Planbarkeit habe aufgrund der Corona-Krise teils gelitten, da es mehrfach vorgekommen sei, dass Musiker kurzfristig vor den Auftritten ausgefallen seien, da sie Kontaktperson waren oder sich in Quarantäne begeben mussten.

INFO: Die Kapelle

Die Kapelle gab ihren ersten offiziellen Auftritt am 7. April 2018 in der Festhalle in Leipferdingen. Kaum ein Jahr später waren die jungen Musiker bereits im Fernsehen zu sehen. In der Sendung "Schlager-Spaß mit Andy Borg" traten sie neben Schlager-Größen wie Peter Kraus, Judith und Mel, Saso Avsenk und seine Original Oberkrainer, Roberto Capitoni und anderen auf. Wie die Formation auf ihrer Internetseite schreibt, sei es den Musikern wichtig, zu zeigen, dass böhmische Musik mehr sein kann als nur böhmisch. Gleichzeitig wollen sie dafür sorgen, dass diese Art der Blasmusik in der Egerländer Besetzung nicht verloren geht. Und trotzdem ist ihre Musik jung und frech.