Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Blumberg "Zusammenleben nach vorne bringen"

Von
Ein Meilenstein beim Breitbandausbau in Blumberg war der Anschluss Achdorfs mit seinen Ortsteilen. Der Abschluss wurde am 23. September gefeiert. Foto: Baltzer Foto: Schwarzwälder Bote

Blumberg-Achdorf. In Achdorf wäre am 2. Januar normalerweise die 1. Gmond, die traditionelle Bürgerversammlung. Coronabedingt gibt dieses Jahr der Ortsvorsteher Hans-Peter Mess seinen Rück- und Ausblick in der Presse.

Herr Mess, mit dem Breitbandanschluss, dem Feuerwehr- und Vereinshaus sowie der neuen Wutachbrücke erhielt Achdorf dieses Jahr drei Meilensteine für die Dorfentwicklung. Was bedeutet dies für die Talgemeinden?

Die Vereine, Musikverein, Rotes Kreuz, Landfrauen, die Feuerwehr und die Ortsverwaltung haben ein zukunftsfähiges Zuhause erhalten. Die Grundbedürfnisse für ein erfolgreiches Wirken sind vorhanden. Jetzt muss alles noch zum Erblühen kommen, was sicherlich nach Corona auch geschehen wird. Durch den Breitbandanschluss in allen Dörfern ist es jetzt auch in Opferdingen und in Überachen möglich, ohne Beschränkungen im Netz zu surfen. Gerade im Hinblick auf Homeoffice oder neuerdings Homeschooling war das ein Schritt in die Zukunft. Es gibt keinen Hinderungsgrund mehr, einen unserer fünf Orte als Wohnort zu wählen. Vermutlich war das auch der Impuls, der dazu führte, dass unser Neubaugebiet bis auf einen Platz vergeben ist. Die Wutachbrücke ist sicherlich ein wichtiger Punkt in der Infrastruktur, allerdings wurden vom Bauhof noch zwei weitere Brücken erneuert. Dies waren die Fußgängerbrücken über den Krottenbach zwischen Achdorf und Eschach sowie die Fußgängerbrücke über den Aubach in Aselfingen, die beide mitunter auch für den Tourismus von Bedeutung sind.

Beim schnellen Internet war die Unterversorgung schon lange ein Thema, ganz besonders in Opferdingen. Können jetzt alle Achdorfer, die einen Glasfaseranschluss haben, die Vorteile nutzen?

Nicht ganz. Aktuell fehlen noch die Verbindungen der Anschlüsse in Überachen. Die Verlegearbeiten sind aber auch hier abgeschlossen.

Was bedeutet das Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus für das Dorf- und Vereinsleben? Gibt es dabei einen Punkt, der Ihnen besonders am Herzen liegt?

Dass hier ein Zusammenfinden der Vereine stattfindet und es sowas wie eine Keimzelle von bürgerschaftlichem Engagement ist. Das ist die Grundvoraussetzung um lebenswerte Dörfer zu erhalten.

Die neue Wutachbrücke konnte wie geplant rechtzeitig vor Weihnachten für den Verkehr freigegeben werden. Wie wichtig ist die Wutach für das Tal und seine Bewohner?

Wir könnten hier sicherlich auch ohne Wutach leben. Aber die Wutach und die dazukommenden Bäche sind das, was unsere Landschaft speziell auszeichnet. Auf Grund der Schönheit und Ruhe wird das Tal vielfach von "Eroberern der freien Natur" besucht, welche die unberührte Natur und die saubere Luft schätzen. Sicherlich trägt der Name Wutach somit auch seinen Anteil zum touristischen Wert von Blumberg bei.

Das Jahr 2020 war Coronabedingt ein Jahr mit vielen Verordnungen der Politik für das öffentliche Leben und den Privatbereich. Was hat Sie als Ortsvorsteher am meisten beschäftigt, wie haben Sie dieses Jahr erlebt?

Sehr gemischt, im Wesentlichen störten mich die Kontaktbeschränkungen. Es gab viele Situationen, die nachdenklich stimmten, zum Beispiel an Beerdigungen, wo viele aufgrund der stark begrenzten Teilnehmerzahlen ihren Freunden und Kollegen nicht mehr die letzte Ehre erweisen konnten. Das zum Erliegen gekommene Vereinsleben. Hier können wir nur hoffen, dass alle Mitglieder auch nach Corona noch zur Stange halten. Ich hoffe, dass das Zusammenleben in der sogenannten Zeit nach Corona wieder zur alten Blüte zurückfindet. Privat kann man sicherlich sagen, dass das Ganze teilweise sehr zur Entschleunigung beigetragen hat. Im Gegenzug hat sich aber einiges etwas verkompliziert.

Im Gemeinderat war kürzlich die Rede, dass die Stadt den Bauhof eventuell aufstockt und von dort auch andere Aufgaben wie die Ortsbildpflege übernimmt. Wie sieht es in den Talgemeinden aus?

Bei uns hier sieht es unterschiedlich aus. Teilweise haben wir junge Leute, die das Amt übernommen haben. Einige haben sich aber auch geäußert, dass sie, wenn es einen Nachfolger gibt, aufhören möchten. Es ist natürlich auch nicht einfach, da ein gewisses Equipment zur Arbeitserledigung erforderlich ist. Hinzu kommt noch, dass die Arbeiten zum Teil innerhalb der Bevölkerung kritisch kommentiert werden. Einfach gesagt: Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die Niemand kann.

Was wünschen Sie sich für Achdorf im neuen Jahr?

Eine Zeit ohne Corona und neue Ideen, wie wir das Tal und das Zusammenleben weiterentwickeln und nach vorne bringen können. Die Grundbedingungen sind vorhanden.

Haben Sie sonst noch etwas, das Sie mitteilen möchten?

Ich wünsche allen für das kommende Jahr Gesundheit, viel Glück und Erfolg in all ihrem Tun.  Die Fragen stellte Bernhard Lutz.

Hans-Peter Mess stammt aus Aselfingen und wohnt im elterlichen Gebäude. Seit 2004 ist er Mitglied im Ortschaftsrat, seit 2009 ist er Ortsvorsteher. Fast 40 Jahre war er im Musikverein aktiv, darunter rund 30 Jahre im Vorstand. Zusammen mit der Vereinsgemeinschaft entwickelte er die Idee des autofreien 1. Mais im Achdorfer Tal, der 2013 seine Premiere feierte und bei insgesamt drei Veranstaltungen zahlreiche Menschen aus der ganzen Region in das Tal zog. Im Nebenerwerb betreibt er mit seiner Familie noch eine Landwirtschaft.

Artikel bewerten
0
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.