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Blumberg Windkraft-Debatte flammt jetzt erneut auf

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Foto: Pixabay Foto: Schwarzwälder Bote

Das Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis hat die Beteiligten für den 1. Dezember zu einem Scoping-Termin eingeladen. Dort soll der Untersuchungsrahmen festgelegt werden.

Blumberg/Hüfingen/Donaueschingen (blu). Nach Unterlagen, die unserer Redaktion vorliegen, erwägt die Firma Solarcomplex aus Singen nun Auf der Länge sechs statt sieben Windkraftanlagen, je 230 Meter hoch. Die Firma Green City Energy aus München liebäugelt nun auf dem benachbarten Ettenberg wieder wie ursprünglich mit fünf statt wie zuletzt vier ebenso hohen Windkraftanlagen. Vorstandsmitglied Bene Müller von Solarcomplex sagte dazu auf Anfrage, dass "die Genehmigungsfähigkeit von sechs Standorten überprüft" werde. Von Green City war bis Redaktionsschluss noch keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Vorhaben mit sieben und vier Windrädern waren durch das Verwaltungsgericht Freiburg und den Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg 2019 gestoppt worden, weil die beiden für die Standorte nötigen Genehmigungen, die BImSch- und die Rodungsgenehmigung, nicht wie von einem Bundesgesetz vorgeschrieben von einer Behörde erteilt wurden sondern von zweien. Zuständig gewesen wäre alleine die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises, sie hatte jedoch nur die BImSch-Genehmigung erteilt. Die Rodungsgenehmigung, im Beamtendeutsch die "Waldumwandlungsgenehmigung", hatte die Forstbehörde beim Regierungspräsidium Freiburg erteilt. Erfolgreich geklagt gegen die Genehmigungen hatte der bundesweit tätige Umweltverband Naturschutzinitiative.

Kritik an den beiden Vorhaben hatte sich vor allem daran entzündet, dass nach Ansicht von Umwelt- und Naturschützern der Arten und Landschaftsschutz nicht ausreichend berücksichtigt worden sei. So befinde sich auf der Länge unter anderem ein Dichtezentrum für Rotmilane. Dies hatte unter anderem dazu geführt, dass die Zahl der ursprünglich geplanten Windkraftanlagen reduziert wurde auf zuletzt noch elf. Nicht spürbar ins Gewicht fiel das Argument der Umweltschützer, dass die Länge ein Wildtierkorridor von internationaler Bedeutung sei.

Die Betreiber haben die Zwischenzeit für Voruntersuchungen genutzt. Um die für den Artenschutz ebenfalls bedeutsame Fledermauspopulation festzustellen, wurden im Wald auf der Länge an verschiedenen Stellen Kästen mit Messgeräten, so genannten Batcordern, aufgehängt, die die Fledermausrufe aufzeichnen, so Bene Müller. Mit den neuen Anträgen wollen die Investoren auch einem weiteren Kritikpunkt Rechnung tragen: Da die beiden Windparks auf benachbarten Höhenrücken entstehen sollen, hatten Umweltschützer eine gemeinsame Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gefordert. Solarcomplex-Vorstandsmitglied Bene Müller erklärte dazu, dass es "für beide Windparks (Blumberg und Länge) eine gemeinsame UVP geben" wird. Nach Informationen unserer Zeitung erfolgt diese Prüfung auf freiwilliger Basis von Solarcomplex und Green City.

Auf dem Höhenzug Länge bei Hüfingen-Fürstenberg wollte das Bürgerunternehmen Solarcomplex aus Singen zuletzt sieben Windkraftanlagen mit je 230 Metern Höhe bauen. Auf dem benachbarten Ettenberg auf der Gemarkung Blumberg-Riedöschingen plante das Unternehmen Green City Energy aus München zuletzt vier Windkraftanlagen, ebenfalls 230 Meter hoch. Im Dezember 2013 wurde die Änderung des Flächennutzungsplans für die Länge genehmigt. Im Dezember 2016 erhielt Solarcomplex die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für sieben Windräder; im Februar 2018 erhielt Solarcomplex die Rodungsgenehmigung und ließ noch im Februar rund 8,7 Hektar Wald roden. Im März 2018 klagte die Naturschutzinitiative gegen die Genehmigung, das Verwaltungsgericht Freiburg und im Dezember 2019 der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg gaben ihr Recht.

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