Stadtrat Werner Waimer geht gerne in die Berge. Unser Bild zeigt den Jubilar auf Kuegrat zwischen dem Füstensteig und dem Drei-Schwestern-Steig in Vorarlberg/ Lichtenstein mit Blick auf das Rheintal. Bild: Werner WaimerFoto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Jubiläum: Stadtrat Werner Waimer aus Zollhaus wird heute 70 Jahre alt

Einen Berggipfel zu besteigen ist für Stadtrat Werner Waimer immer noch etwas Besonderes: Das in sich kehren, die Aussicht genießen und mit Demut zu erfahren, wie klein der Mensch eigentlich ist.

Blumberg-Zollhaus (blu). "Ich bin dankbar, dass ich immer noch Bergwandern und Skifahren kann", sagt Waimer. Heute feiert er seinen 70. Geburtstag.

Die Liebe zu den Bergen entdeckte er Anfang der 1970er Jahre. In Blumberg gab es eine Bergsteigergruppe um die Brüder Paul und Bruno Köb und Bernhard Siebler. Mit den Kindern habe er viel Bergurlaub gemacht. Immer war Skifahren alpin ein Thema, und seit ein paar Jahren geht er wieder Skitouren. Sein Sohn Silvio habe die Liebe zu den Bergen geerbt. Berg- und Skitouren von Vater und Sohn sind immer etwas Besonderes. In den beruflich anstrengenden Jahren waren die Berge immer ein Ausgleich und eine Kraftquelle. Im Alpenverein ist er in einer Seniorengruppe aktiv, die mitunter anspruchsvolle Touren geht wie den Fürstensteig und den Drei-Schwestern-Steig.

Die Erlebnisse zwischen Berg und Tal begannen bei Werner Waimer schon vor der Geburt. Sein Vater Eugen Waimer, der bekannt für ­Späße war, hatte Mühe, die Hebamme in Blumberg zu überreden, an einem 1. April nach Zollhaus zu laufen, weil sie dachte, es könne sich um einen Aprilscherz handeln.

In Zollhaus erlebte er eine schöne Kindheit. "Wir haben die Randenschule besucht, im Winter fuhren die Randemer Kinder mit den Schlitten in die Schule, in der Pause sind wir alle am Randensteig Schlitten gefahren." Im Ventil­werk der Firma Teves in Zollhaus begann er am 14. Geburtstag eine Lehre zum Maschinenschlosser. Der technische Bereich prägte sein ganzes Berufsleben, das er ab 1970 bei der Schweizer Firma Sulzer in Winterthur gestaltete. 1996 stieg er in die Kraftwerkssparte in den Bereich Sicherheitseinrichtungen ein, dazu gehörten viele Reisen ins Ausland, unter anderem in die USA, wo er den 11. September 2001 erlebte, nach Korea, China oder Belgien. Aus seiner Erfahrung habe er eine andere Sicht zur Sicherheit der Atomkraftwerke. Das Problem seien die Menschen, nicht die Technik, sagt Waimer. Überall habe er tolle Menschen kennen und schätzen lernen dürfen. Den Beruf habe er nur so ausüben können, weil die Familie das mitgemacht habe.

Werner Waimer ist ein politischer Mensch. Ende der 1960er Jahren stieß er zu den Jungdemokraten. Damals waren Karl Hermann Flach und Ralf Dahrendorf die Idole. Politische Sporen verdiente er sich bei der Landtagswahl 1976 als Zweitkandidat von Ernst Pfister. Dem überregional bekannten Blumberger Liberalen Harald Mattegit habe er politisch und persönlich viel zu verdanken. 1993 bis 1994 kam er zum ersten Mal in den Blumberger Gemeinderat, als Nachrücker von Helmut Ochs. Seit 2009 ist er wieder im Gemeinderat, für ihn eine Ehre: "Im Gemeinderat zu sein bedeutet für mich, meiner Stadt und ihren Bürgern zu dienen."

Kraft schöpft er aus der Familie

Kraft schöpft er aus der Familie. Seit 36 Jahren ist er mit seiner Frau Jutta Waimer verheiratet, zwei Kinder bereichern das Leben. Gemeinschaft leben er und die Familie auch in ihrem gemeinsamen Hobby, der Narretei. "Fastnacht war für uns Kinder eine zweite Weihnacht. An Fastnacht gab es für uns eine Tüte mit Süßigkeiten." Seine närrische Heimat ist die Pfetzerzunft Zollhaus/Randen. In vielen Funktionen hat er sich für die Zunft verdient gemacht. Sein Baby ist das Pfetzergericht, ein närrischer Frühschoppen am Fastnachtsdienstag, an dem schon so manch honorige Persönlichkeit ins Joch musste.

Werner Waimer ist noch rüstig. Für sein nächstes Jahrzehnt wünscht er sich, dass die Familie gesund bleibt, und er hat noch viele Pläne für Bergtouren und Fernwanderwege.

Werner Waimer wuchs in Zollhaus auf. Nach einer Maschinenschlosser-Lehre bei der Firma Teves in Zollhaus war er ab 1970 war er für die Firma Sulzer tätig, ab 1996 im Kraftwerksbereich. Nach Übernahme der Firma durch die Amerikaner wechselte er 1998 in den Nuklear Service. Für Sicherheitseinrichtungen hätten sie Lagersysteme für Brennstäbe im Abkühlbecken entwickelt. Nach der Kernschmelze im japanischen Fukushima 2011 sei die Entwicklung gestoppt worden. 2015 ging er nach 50 Arbeitsjahren in den Ruhestand. 1984 heiratete er Jutta Waimer, zur Familie gehören zwei Kinder. Seit Jahrzehnten ist er Mitglied in der FDP, seit 2009 durchgehend Stadtrat. Die Hobbies des Blumbergers sind Fastnacht, Modelleisenbahn, Fotografieren und Bildbearbeitung

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