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Blumberg Verletzter Biber im Schleifenbach

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Bilder eine erfolgreihen Biberrettungs-Aktion. Bettina Sättele und Manfred Bouillon schafften es mit vereinten Kräften, den verletzten Nager einzufangen.Fotos: Achim Stiller Foto: Stiller

Blumberg - Im Schleifenbach, hinter der ehemaligen Stumpenfabrik, wurde am Montagabend ein verletzter Biber eingefangen, der vor dem Wasserabsturz festsaß.

Es war schon ein Stück Dramatik dabei, als am Montagabend Manfred Bouillon und Bettina Sättele mit vereinten Kräften das verletzte Tier bargen. Dass es nicht ganz freiwillig in menschliche Obhut wollte, ist klar. Erfolgreich verlief die Aktion dennoch.

Bewohner des Anwesens hatten den Nager am Mittag in der befestigten Bachrinne vor dem Wasserabsturz entdeckt und festgestellt, dass er humpelte. Sie versuchten Hilfe herbeizuholen und besannen sich auf Manfred Bouillon. Mit ihm trafen sie genau den Richtigen, ist er doch der örtliche Biberbeauftragte. Der frühere Hegeringleiter und passionierte Waidmann informierte seinerseits die Fachfrau Bettina Sättele vom Bibermanagement, die sich umgehend nach Blumberg auf den Weg machte.

Die Situation war für die beiden Fachleute recht schnell klar. Bei dem Biber handelte es sich um ein zweijähriges Tier, dass sich von seiner Familie gelöst hatte und sich auf der Suche nach einem eigenen Revier auf Wanderschaft befand. Offenbar war es aus der Wutach stammend den Schleifenbach heraufgekommen, hatte die Wasserfallstufen seitlich überwunden, steckte aber jetzt in der Rinne vor dem Wasserabsturz hinter der ehemaligen Stumpenfabrik fest. Recht und links Betonwände, davor ein hoher, fast senkrechter Wasserabsturz. Für den Biber ein unüberwindliches Hindernis. Direkt am Wassersturz befanden sich Weidenzweige die zeigten, dass das Tier gefressen hatte. Nun aber saß es, fast schon apathisch wirkend, am Rand des Wasserlaufs und nahm von den Menschen, die nur wenige Meter entfernt standen, keine Notiz. Ungewöhnlich für diese ansonsten sehr scheue Art.

Kurz nach 19 Uhr am Montagabend versuchten Bettina Sättele und Manfred Bouillon das Tier einzufangen und aus seiner misslichen Lage zu befreien. Mit Käscher und Kunststofftonne bewegten sie sich aus zwei Richtungen vorsichtig auf den Biber zu, der nach wie vor reglos verharrte. Bis auf einen Meter ließ er die Menschen an sich herankommt, dann spurtete er plötzlich los. Aber auch die beiden Helfer reagierten schnell. Am Rand des Bachlaufs verfolgten die Bewohner des Hauses die dramatischen Sekunden. Mit dem Käscher gelang es schließlich den Biber in die Tonne zu bringen, wo das Tier sehr ruhig verharrte. Auf dem Rücken war deutlich eine stärkere Verletzung sichtbar, die eiterte. Am Abend war noch nicht klar, ob der Nager eine Überlebenschance hatte.

Das sah am Dienstagmorgen schon erheblich besser aus. Bettina Sättele hatte die Wunde mit Jod ausgewaschen und darin keine Parasiten gefunden, die eine lebensbedrohliche Infektion ausgelöst hätten. Die Verletzung, so die Expertin, stamme offenbar von einem Kampf mit einem Artgenossen. Sie brachte den Patienten zu einem Tierarzt nach Lauchringen, der Antibiotika spritzte. "In der Nacht hat der Biber recht ordentlich gefressen und ist heute Morgen schon wesentlich munterer", berichtete Bettina Sättele im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Sie ist mittlerweile deutlich zuversichtlicher, dass das Tier überlebt. In den kommenden zwei bis drei Wochen, wird es in der Obhut der Bibermanagerin bleiben und aufgepäppelt werden. Danach soll der Biber oberhalb des Wassersturzes wieder ausgesetzt werden, damit er seine Wanderung fortsetzen kann.

Nach Ansicht der Expertin wird diese künstliche Barriere im Schleifenbach in den kommenden Jahren voraussichtlich erneut zum unüberwindlichen Hindernis für Biber werden. Aufgrund der weiter zunehmenden Population im Wutachgebiet sei damit zu rechnen, dass weitere Tiere den Weg über den Schleifenbach in neue Revierbereich nehmen werden.

Ihre Redaktion vor Ort Blumberg

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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