Im Rahmen der Spendenaktion für die Straußenfarm gibt es jetzt auch T-Shirts, die erworben werden können, gestern präsentiert von Jürgen Rogoni, Alexandra Scherer und Markus Keller. Foto: Stiller

Solidaritätsaktion hat hohe Aufmerksamkeit. Bürgermeister gibt Ergebnis beim Neujahrsempfang bekannt.

Blumberg - Die Spendenaktion der Stadt Blumberg für die Straußenfarm auf dem Steppacher Hof geht in eine weitere Runde. Nunmehr gibt es auch T-Shirts für die Solidaraktion, die in der Touristinfo, in der Bibliothek und im Rathaus I zu erwerben sind.

Am Mittwochmorgen stellten Bürgermeister Markus Keller, Wirtschaftsförderin Alexandra Scherer und der Villinger Unternehmer Jürgen Rigoni das T-Shirt mit einem Bild von Straußen darauf vor. Entnommen wurde das Motiv von der Bildkollage charakteristischer Punkte in Blumberg, die zur Ausstattung der Stadthalle gehört. Das Shirt gibt es zum Preis von zwölf Euro. Der Erlös geht in voller Höhe an den Spendenfond für die Straußenfarm.

Die Idee stammt von dem Villinger Unternehmerehepaar Rigoni. Sie betreiben in der Kreisstadt die Firma Kona Print Factory für Textildrucke und fühlen sich der Straußenfarm sowie der Familie Kurz sehr verbunden. Als sie von den Vorgängen auf dem Steppacher Hof erfuhren, meldeten sie sich ganz spontan bei der Stadt Blumberg und boten ihre Hilfe an. 150 Shirts mit dem Aufdruck "Solidarität mit der Straußenfarm" wurden mittlerweile an die Stadt geliefert, kostenfrei, so dass der volle Erlös in den Spendenfond für die Straußenfarm fließt, ebenso wie alle anderen Spenden, betonte Bürgermeister Markus Keller. Die Stadt übernehme daher den Mehrwertsteueranteil am T-Shirt-Verkauf. 35 Stück hat die Stadtverwaltung bereits erworben und wir sie den Amtsleitern und Stadträten zur Verfügung stellen. Ein ganze Reihe der Mandatsträger geben einen Teil ihrer Sitzungsgelder in den Solidaritätsfond.

Die Solidaraktion für die Straußenfarm läuft nach Angaben des Bürgermeisters insgesamt sehr gut. Mehrere hundert Spender hätten bereits Beträge von 20, 30 und mehr Euro auf das Spendenkonto überwiesen. Hinzu kämen die Spenden und den aufgestellten Sparschweinen. Zudem liefen eine ganze Reihe Aktionen parallel zur zentralen städtischen, wie die des Musikvereins Riedöschingen oder auch von Barbara Kimmig. Es seien zudem zahlreiche Anrufe aus der benachbarten Schweiz gekommen mit der Frage, wie eine Geldspende grenzüberschreitend möglich ist. Andererseits sehe es mit einer Entschädigung aus der Tierseuchenkasse eher schlecht aus.

Einen Zwischenstand der Aktion wollte Keller gestern nicht geben, setzte wohl aber mit dem Neujahrsempfang am 4. Januar einen vorläufigen Endpunkt der offiziellen Aktion. Bei diesem Anlass will er auch das Spendenergebnis bekannt geben. Dieses könne den tatsächlichen Schaden (die Red. – der geschätzt im sechsstelligen Bereich liegt) bei weitem nicht ersetzen, stelle wohl aber eine gute Hilfe für die Betreiberfamilie Kurz dar, die völlig ohne eigenes Verschulden in diese Situation geraten sei, betonte Keller. Nicht nur ihn würde es sehr freuen, wenn sich die Familie dazu entschließen könnte, wieder mit einer Straußenzucht zu starten. Je höher das Spendenergebnis, desto größer die Wahrscheinlichkeit, schätzt der Bürgermeister.

Es gebe aber auch Stimmen, die die Aktion kritisch hinterfragen und auf andere Bereiche verweisen, in denen Solidarität nötig wären, so Keller. Dem hält er entgegen, dass die Stadt in den vergangenen Jahren vieles getan habe, um ihr soziales Profil zu schärfen, etwa mit dem Familienpass oder auch der Intensivierung der Behindertenhilfe.

In allen städtischen Einrichtungen, in Geschäften und Gastronomiebetrieben sind bunte Sparschweine aufgestellt, für Spenden. Bei der Sparkasse und der Volksbank wurden Spendenkonten eingerichtet.

Verwendungszweck: Spendenaktion Straußenfarm (stets angeben)

Sparkasse Schwarzwald-Baar, Konto-Nummer 246003074, Bankleitzahl 69450065

oder

Volksbank, Konto-Nummer 70060000, Bankleitzahl 69490000

Seite 2: Hintergrund

Am 3. Dezember war bekannt geworden, dass auf der Straußenfarm Steppacher Hof im Aitrachtal bei einer Routinekontrolle im Blut eines Tieres der Geflügelpesterreger H5N3 entdeckt wurde. Verursacher sind mit großer Wahrscheinlichkeit Wildvögel, offenbar Enten, aus dem Riedbereich. Nach den Vorgaben des Tierseuchenschutzes wurden daraufhin vorsorglich alle 102 Strauße und 28 Hühner getötet. Der Betrieb ist durch diesen Vorfall in seiner Existenz bedroht.

Der Vorfall fand landesweite Beachtung und löste eine Welle der Solidarität aus, die nach Bürgeranregungen in einer zentralen Spendenaktion der Stadt mündete.

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