Im Gemeindehaus in Hondingen werden ab der kommenden Woche sechs Flüchtlinge aus Pakistan untergebracht. Foto: Achim Stiller

Eintreffen der Flüchtlingen wird in der kommenden Woche erwartet / Weitere Zuweisungen sind zu erwarten.

Blumberg. Die Flüchtlingsaufnahme hat nunmehr auch Blumberg erreicht. In der kommenden Woche werden sechs pakistanische Asylbewerber als Zuweisung aus dem Kreis in der Eichbergstadt erwartet. Sie werden in Hondingen untergebracht.
An den öffentlichen Aushängen in dem Ortsteil steht es bereits, dass die Flüchtlinge aus Pakistan im Gemeindehaus »Im Süßen Winkel« in Hondingen untergebracht werden. Zuvor waren die direkten Anlieger informiert worden. In dem städtischen Gebäude wird eine Wohnung mit drei Zimmern zur Verfügung gestellt, wie Hauptamtsleiterin Nicole Schautzgy auf Anfrage des Schwarzwälder Boten bestätigte. Die Ausstattung ist wahrlich nicht luxeriös, Stockbetten sind Standard.
Dass die Asylbewerber nach Hondingen kommen liegt daran, dass die Stadt Blumberg im Kernstadtgebiet derzeit keine geeignete Unterkunft zur Verfügung stehen. Das ehemalige Asylbewerberheim in Dämmlewiesen wird seit Ende der damaligen Zuwanderungsphase aus dem Ostblock bekanntlich als Jugendhaus genutzt. Eben diese fehlenden Räumlichkeiten und auch die Randlage innerhalb des Landkreises hatte Blumberg bislang eher in den hinteren Bereich der Zuweisungen von Flüchtlingen gerückt. Zurzeit gibt es lediglich einen Asylbewerber in der Gesamtstadt, der in einer privaten Unterkunft lebt.
Ob es tatsächlich sechs Asylbewerber sein werden, oder weniger, eventuell aber auch mehr, ist derzeit noch nicht klar. Zwar sind die Flüchtlinge für die Dauer ihres Asylverfahrens verpflichtet in einer Gemeinschaftsunterkunft zu leben, genießen seit geraumer Zeit jedoch Bewegungsfreiheit im gesamten Land. Das heißt, dass von den für Hondingen zugewiesenen Pakistani auch welche auf eigenen Wunsch bei Verwandten in anderen Städten des Landes unterkommen dürfen, oder rumgedreht, solche Verwandte demnach auch nach Hondingenzuziehen könnten.
Was wird künftig also auf Blumberg zukommen? Mit der stetig zunehmenden Anzahl und dem wachsenden Druck innerhalb der EU zur Aufnahme von Flüchtlingen in den Mitgliedsländern, ist damit zu rechnen, dass der Schwarzwald-Baar-Kreis 35 bis 40 Asylbewerber pro Monat aufnehmen und im Kreisgebiet unterbringen muss. Angesichts dieser Zahlen ist es logische Folge, dass Blumberg seinen Teil beizutragen hat. Wie der insgesamt aussehen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen, erklärt Nicole Schautzgy. Man stehe im Kontakt mit dem Landratsamt und werde rechtzeitig Mitteilung erhalten, wenn noch weitere Asylbewerber nach Blumberg zugewiesen werden.
Wo diese dann untergebracht werden sollen, ist noch völlig offen. Der Kreis signalisiert, dass er in den Kommunen Lösungen erwartet, wird aber auch selber aktiv. So wird es voraussichtlich Gespräche mit potenziellen Investoren geben, die leer stehende Gebäude zur Verfügung stellen oder kaufen und diese dann für die Flüchtlingsunterbringung an den Landkreis vermieten.
Der städtische Haushalt wird mit der Flüchtlingsunterbringung daher kaum belastet. Die Kosten trägt vornehmlich der Landkreis, der auch im aktuellen Fall der sechs Pakistanischen Asylbewerber in Hondingen Miete für die Unterbringung im städtischen Gebäude bezahlen wird. Die Ausstattung der Wohnung oblag jedoch der Stadt, die dabei dankenswerterweise Hilfe des DRK erhielt.
Weitere Zusammenarbeit mit sozialen oder kirchlichen Einrichtungen sind derzeit noch nicht angedacht, sagt Nicole Schautzgy. Das schließt natürlich nicht aus, dass sich eine solche Zusammenarbeit im Laufe der Zeit und bei einer zunehmenden Anzahl von Flüchtlingen bildet. Sie zudem verweist darauf, dass das Landratsamt für die Asylbewerber Ansprechpartner ist. In der Praxis hatte es sich aber schon bei der damaligen Flüchtlingswelle aus dem Osten gezeigt, dass sich die Asylbewerber mit Anliegen eher an das nahe gelegene Ordnungs- und Sozialamt der Stadt wenden, statt an die entsprechende Stelle im räumlich entfernter liegenden Landratsamt in Villingen-Schwenningen

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Verteilerschlüssel für die Kommunen. Dazu teilte Heike Frank vom Landratsamt Villingen auf Anfrage mit, dass der Schwarzwald-Baar-Kreis rund 1,98 Prozent aller in Baden-Württemberg zugehenden Asylbewerber aufnehmen muss. Das sind seit September zirka 35 bis 40 Asylbewerber pro Monat. »Insgesamt wissen wir, dass sich die Anzahl der dem Land zugewiesenen Asylbewerber durch die Situation in Syrien erhöht. Dadurch muss natürlich auch der Landkreis mehr Asylbewerber aufnehmen, aber nicht unbedingt nur syrische Flüchtlinge«, so Heike Frank.
u Unterbringung.Für die Dauer des Asylverfahrens müssen sich die Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften aufhalten, haben aber Bewegungsfreiheit im gesamten Land. Der Landkreis ist unterbringungspflichtig. Nach Abschluss des Asylverfahrens, auch dann, wenn es abgelehnt ist, besteht keine Residenzpflicht mehr in den Gemeinschaftsunterkünften. Dann erfolgt eine Zuweisung an die Gemeinden entsprechend der Anzahl der Einwohner der jeweiligen Gemeinde im Verhältnis zur Gesamtzahl der Einwohner des Kreises. Das kann Blumberg betreffen.
u Beschäftigung.Die Flüchtlingen dürfen während ihres laufenden Asylverfahrens keine bezahlte Arbeit aufnehmen. Erst nach einem Jahr wird dies erlaubt und auch dann nur, wenn eine Aufenthaltsgenehmigung vorliegt.