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Blumberg Schule fehlt das Innenleben

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Hier tobt sonst das Leben. Der Eingangsbereich der Realschule ist ohne Schüler ein trauriger Anblick.Foto: Niederberger Foto: Schwarzwälder Bote

Die mit dem Coronavirus verbundenen Maßnahmen wirbeln das Realschulleben durcheinander. In diesem Jahr kommen keine Klassenfahrten und kein Schullandheim zustande.

Blumberg. (hon) Alles ist anders: Wo sonst Teenager plaudernd und Lehrer schnellen Schrittes durch die Flure eilen, herrscht gespenstische Stille. Die Stühle im Eingangsbereich der Blumberger Realschule stehen umgekehrt auf den Tischen, die Gänge sind verwaist und kein Laut klingt aus den Klassenzimmern. An den Kleiderhaken vor den Fachräumen hängen ein paar vergessene Jacken. Was für ein trauriger Anblick.

Seit Montag vergangener Woche müssen Schüler und Lehrer der Blumberger Realschule Zuhause bleiben. Ein Mann hält aber die Stellung: Rektor Sven Dorn, zeitweise unterstützt von der Schulsekretärin und dem Hausmeister. Dass dem Schulleiter die Arbeit auch ohne Schüler und Lehrer vor Ort nicht ausgeht, wird beim Besuch deutlich: Bei der kurzen Stippvisite klingelt alle fünf Minuten das Telefon. Mindestens.

Ein leeres Schulgebäude heißt noch lange nicht, dass sich die 520 Realschüler dem Müßiggang hingeben und den Tag chillend mit der Spielekonsole verbringen. Bei ihnen heißt es in diesen Coronavirus-Tagen, in den eigenen vier Wänden Wissensstoff ins Hirn zu bringen: Home-Learning ist angesagt. Und wie funktioniert das?

Digitales Schwarzes Brett hat sich bewährt

Nachdem Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Freitagnachmittag, 13. März, angeordnet hatte, dass alle Schulen für die nächsten drei Wochen geschlossen bleiben müssen, rief Rektor Dorn gleich am Samstag das Schulleitungs-Team zusammen. Das Gremium beschloss, die Interaktion mit den Schülern in den nächsten drei Wochen vor allem über das seit Jahren bewährte Digitale Schwarze Brett der Schule aufrecht zu erhalten.

Nun gibt es modernere Möglichkeiten, online zu unterrichten, anderen Schulen setzten eigene Clouds oder digitale Lernplattformen ein. Dorn erläutert, dass er und seine Kollegen ganz bewusst darauf verzichtet hätten – weil es in der Region immer noch weiße Flecken gibt, in denen die Breitbandversorgung mangelhaft ist. Da wäre es um die Chancengleichheit beim Lernen schlecht bestellt, wenn einige Schüler Videos auf Planet Wissen oder Planet Schule streamen können, andere aber nicht. Gleichzeitig sollten Schüler und Eltern auch nicht überfordert werden. Außerdem hinkt die Realschule in ihrer Ausstattung der Zeit ein wenig hinterher. Das W-Lan funktioniert beispielsweise nur in unmittelbarer Umgebung des Hotspots im Erdgeschoss, im ersten Stock streikt es schon. Dorn hofft auf Geld aus dem Digitalpakt (siehe Infokasten).

Heimunterricht zwischen 7.30 und 12.30 Uhr

Gleich am ersten Schließungstag fanden die Schüler auf dem Digitalen Schwarzen Brett für jedes Fach Aufgaben vor, die sie die Woche über bearbeiten mussten. Die Jugendlichen sind angehalten, diese Aufgaben zu den normalen Unterrichtszeiten zu bearbeiten, also zwischen 7.30 und 12.30 Uhr. Die Lösungen erhalten sie dann eine Woche später. Gibt es Fragen, können sich die Jungen und Mädchen per E-Mail an ihre Lehrer wenden, sie dürfen sie auch anrufen. Das gilt auch nachmittags, schließlich haben die Lehrer ja nicht frei, sie stehen nur nicht vor der Klasse.

Klassenarbeiten werden zurzeit nicht geschrieben. Das wird die Jugendlichen freuen. Weniger erfreulich ist es dagegen, dass der Gegenbesuch in der ungarischen Partnerstadt von Blumberg ausfällt, dass die drei siebten Klassen nicht ins Schullandheim nach Österreich fahren und auch die Abschlussfahrten der Zehntklässler gestrichen sind.

Rektor Dorn hofft jetzt, dass der dritte Wochenplan, der ab Montag auf dem Digitalen Schwarzen Brett zu finden sein wird, der letzte ist und nach den Osterferien endlich wieder Leben ins Schulhaus einziehen wird – mit plaudernden Schüler und Lehrern, die schnellen Schrittes durch die Flure eilen.

Aus dem Digitalpakt Schule sollen 100 Millionen Euro kurzfristig für den Auf- und Ausbau von Online-Lernplattformen bereitgestellt werden. Darauf haben sich die Länder und das Bundesbildungsministerium am Donnerstag geeinigt. "Mit diesen Mitteln können die Länder den schnellen Aufbau der Infrastruktur und die Ausweitung des digitalen Unterrichts in Zeiten bundesweit geschlossener Schulen umsetzen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Kultusministerkonferenz und des Bundesbildungsministeriums.

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