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Blumberg Ringen um gutes Verkehrskonzept

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Sollte die Achdorfer Straße auf Höhe der Realschule zur Einbahnstraße werden, dann verhielten sich die beiden Autofahrer auf diesem Foto verkehrswidrig.Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Seit mehr als 50 Jahren wohnt Hermann Zorbach an der Achdorfer Straße. Der fraktionslose Gemeinderat und seine Frau haben damit nahezu die gesamte bauliche Entwicklung am Eichberg miterlebt.

Blumberg (hon). Als Zorbachs ihre Wohnung bezogen, standen an der Achdorfer Straße nur östlich der Eichbergstraße einige Häuser. Der pensionierte Lehrer erinnert sich an einen "einsamen östlichster Vorposten auf weiter Flur", dem Café Laue. Oben am Eichberg standen drei Villen.

Im Laufe der Jahre gingen westlich der Kreuzung Eichbergstraße/Achdorfer Straße die Häuser Schweizer und Bausch in Bau und auf der gegenüberliegenden Straßenseite zunächst die Real- und später die Eichbergschule. Als Haupterschließungsstraße in Ost-West-Richtung nördlich der Hauptstraße war der westliche Ast der Achdorfer Straße entsprechend großzügig angelegt worden. Die Straße Ob der Kehr entstand erst viele Jahre später.

Zu schnelle Autofahrer

Da der Eichberg als Wohngebiet immer attraktiver wurde, nahm auch das Verkehrsaufkommen in diesem Teil der Achdorfer Straße stetig zu. Anwohner beobachteten immer wieder, dass einige Autofahrer viel zu schnell und damit auch viel zu laut unterwegs waren. Die Stadt reagierte seinerzeit mit den in Blumberg berühmt-berüchtigten "Berliner Kissen". Sie sollten die Rennfahrer unter den Autofahrern einbremsen. Doch die künstlichen Rüttelschwellen nervten alle Verkehrsteilnehmer und verschwanden schließlich ganz.

Um die Verkehrssituation am Eichberg zu entspannen, beantragte vor rund zehn Jahren die SPD-Fraktion, zu der Zorbach damals noch gehörte, die Achdorfer Straße von Ob der Kehr bis zur Goethestraße in westlicher Richtung zur Einbahnstraße umzuwidmen, um wenigstens so etwas Einfluss auf Verkehrsaufkommen und Fahrgeschwindigkeit zu nehmen.

Doch die Ratsmehrheit zog nicht mit. Zorbach hat mittlerweile auch umgeschwenkt. Die Gründe, die den Gemeinderat mehrheitlich dazu bewogen hatte, den SPD-Antrag abzulehnen, haben für ihn bis heute und auch in Zukunft Gültigkeit: Weil dadurch Hunderte von Blumberger Bürgern, die westlich der ­Goethestraße oder ab dort nördlich der Achdorfer Straße wohnen, zu einem Umweg gezwungen wären. Von der Kreuzung Goethe-/Achdorfer Straße bis Schuhhaus Greitmann über die Achdorfer, Eichberg- und Uchbahnstraße sind es 530 Meter, in umgekehrter Richtung über die Achdorfer, Uhland- und Hauptstraße 850 Meter – pro Einzelfahrt also 320 Meter mehr. Zorbach hat ganz genau nachgemessen.

Nicht erst seit der Entscheidung des Gemeinderats, alle kernstädtischen Schulen am Eichberg – nördlich der Achdorfer Straße und westlich der Eichbergstraße – in einem Schulcampus zusammenzufassen, steht fest, dass diese Entwicklung Einfluss auf den Straßenverkehr haben wird. Da diese Entscheidung dauerhaft den Schulstandort der Kernstadt mitten in der Wohnbebauung am Eichberg zementiert, sei ein entsprechender Ausbau der Erschließungsstraßen unabdingbar, so Zorbach.

Elterntaxis heute Alltag

Elterntaxis, die vor 20 bis 30 Jahren noch die Ausnahme im täglichen Verkehrsaufkommen bei Real- und Eichbergschule bildeten, seien inzwischen tägliche Realität geworden, hat Zorbach beobachtet. Unter den Eltern, die ihren Nachwuchs an den Schulen absetzen, befänden sich auch solche, die sich beim Parken äußerst rücksichtslos verhielten. Dem stark wachsenden Verkehr zu Schulbeginn und Schulschluss müsse deshalb straßenbautechnisch begegnet werden. Doch Einbahnverkehr in der Achdorfer Straße Richtung Westen, so wie ihn der CDU-Vorschlag vorsieht, löse die Verkehrsprobleme nicht. Weitere Halteverbots-Schilder an der Eichbergstraße oder an der Straße Ob der Kehr findet er auch sinnlos – weil die heute schon dort aufgestellten Schilder wenig Beachtung fänden.

Den seitens der CDU-Fraktion beantragten Einbahnverkehr für die Achdorfer Straße am Schul- und Linienbusverkehr festmachen zu wollen – begründet auch mit der Einbahnregelung beim Donaueschinger Fürstenberggymnasium – macht für Zorbach keinen Sinn. Die Humboldt­straße beim Fürstenberggymnasium sei betreffs Wohnbebauung eine Randstraße und keine zentrale Erschließungsstraße wie die Achdorfer Straße. Der Busverkehr in der Achdorfer Straße laufe schon immer als reiner Einbahnverkehr nach Westen, weil das wegen der Schulstandorte gar nicht anders möglich sei. Daneben prognostiziert Zorbach eine "sich potenzierende Problematik" bei der Einmündung der Uhland- in die Hauptstraße, sollte der angedachte Einbahnverkehr kommen. Um die Raser in der Achdorfer Straße zu bremsen, brauche es drastischere Maßnahmen wie Blitzersäulen oder Hindernisse, die mit nur maximal Tempo 30 problemlos zu überfahren sind.

Ein Vergleich mit Donaueschingen macht für den gemeinderätlichen Einzelkämpfer schon eher Sinn bei der Eichendorffschule. Dort werde der Verkehr der in beiden Richtungen befahrbaren Erschließungsstraße im Bereich der Grund- und Werkrealschule durch zwei in die Fahrbahn fest eingebaute Aufpolsterungen heruntergebremst und zusätzlich durch entsprechende Verkehrsschilder von 7 bis 17 Uhr auf zehn Stundenkilometer beschränkt.

Gegen die Einbahnregelung für Ob der Kehr hat Zorbach nichts einzuwenden. Allerdings habe sie entsprechend der im Bau befindlichen oder noch zu bauenden Häuser von der Kantstraße her bergwärts zu erfolgen, so wie es schon von einem Fachbüro vorgeschlagen worden sei. Die Abfahrt der zumeist von Osten anfahrenden Dienstleister oder Besucher erfolge dann bis zum Schuhhaus Greitmann über die Achdorfer, Eichberg- und Uchbahnstraße (370 Meter). Bei einer Einbahnregelung in der Achdorfer Straße wären es über die Uhland- und Hauptstraße 1010 Meter. Bleibe Ob der Kehr weiter Spielstraße, entfielen Halteverbotsschilder, weil in solchen Straßen das Parken nur auf markierten Flächen erlaubt ist.

Um allen Verkehrsteilnehmern beim Schulcampus gerecht zu werden, sollte dem Gemeinderat das, was ihm beim Ausbau der Friedhofstraße recht war, für die Eichbergstraße (Einmündung Kiefernweg und Schwimmbadstraße) und die Achdorfer Straße (Einmündung Ob der Kehr) billig sein: nämlich überfahrbare Mini-Kreisverkehre als Straßenkreuzungen, die ein verkehrsgerechtes Wenden und zügiges Abfahren möglich machten.

Was die nördliche Eichbergstraße betrifft, wäre ein beidseitiges, absolutes Halteverbot die falsche Entscheidung. Vielmehr gelte es, entlang der Eichbergstraße westseitig von der Schwimmbad- bis zur Achdorfer Straße einen Parkstreifen anzulegen, vergleichbar dem entlang der Uchbahnstraße beim Netto-Markt. Sollte tatsächlich für die Achdorfer Straße eine Einbahnregelung Richtung Westen getroffen werden, dann müssen für Hermann Zorbach zwingend die Verkehrsteilnehmer in Form einer Bürgerbeteiligung mit ins Boot geholt werden.

Zorbach in Kürze

Die Achdorfer Straße muss als Erschließungsstraße in beiden Fahrtrichtungen befahrbar bleiben mit einem kleinen überfahrbaren Kreisverkehr bei der Einmündung Ob der Kehr. Ob der Kehr bleibt Spielstraße, wird aber im Interesse der anliegenden Einrichtungen zur Einbahnstraße mit Fahrtrichtung Eichberg (Nord) umgewidmet. Die nördliche Eichbergstraße erhält auf der Westseite von der Schwimmbad- bis zur Achdorfer Straße einen Parkstreifen. Die Einmündungen Kiefernweg und Schwimmbadstraße werden zu überfahrbaren Mini-Kreisverkehren ausgebaut.

CDU in Kürze

Die Achdorfer Straße wird ab der Einmündung Eichbergstraße bis zur Einmündung der Goethestraße zur Einbahnstraße. Die Straße Ob der Kehr soll von der Achdorfer Straße bis zur Kantstraße eine Einbahnstraße werden. So können die Sozialstation, Betreutes Wohnen und das Pflegeheim gut angefahren werden. In der Eichbergstraße soll zwischen dem Kiefernweg und der Achdorfer Straße ein beidseitiges absolutes Halteverbot kommen, und in der Uhlandstraße soll das Halteverbot in Fahrtrichtung Hauptstraße bis zur Einmündung Kantstraße verlängert werden.

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