Auf das Geld von Senioren haben es die Trickbetrüger abgesehen, mit "Russischen Schockanrufen" oder dem berüchtigten "Enkeltrick". Foto: Müller

Fälle von "Russischen Schockanrufen und dem "Enkeltrick" sind im Raum Blumberg bekannt geworden.

Blumberg - Nachdem die Polizei bereits mehrfach vor dem "Enkeltrick" und "Russischen Schockanrufen" gewarnt hat, wurden jetzt weitere Fälle bekannt, bei denen die Täter am Telefon durch Vorgaukeln windiger Geschichten versuchen vorwiegend ältere, hilfsbereiter Menschen zu prellen. Vor allem im Bereich Blumberg und in der Doppelstadt sind die Täter in den letzten Tagen aktiv. Durch "Russische Schockanrufe" versuchen sich die Betrüger das Ersparte der von ihnen Angerufenen zu ergaunern. Während es in Blumberg, so die bisherigen Erkenntnisse, bislang beim Versuch blieb, gelang es den Tätern in Schwenningen eine 73-jährige Frau um Bargeld in Höhe von mehreren tausend Euro zu betrügen. Opfer sind immer lebensältere Menschen. Wie die Betrüger diese auswählen ist bislang ungeklärt.

Wie mittlerweile aus Ermittlungen in anderen Landkreisen bekannt wurde, zogen dort die Täter durch die Straßen, sprachen Passanten an und fragten diese gezielt, wo russische Mitbürger wohnen. Der Tatausführung ist meist dieselbe. Russisch sprechende Anrufer geben sich als Rechtsanwälte aus und geben vor, dass ein Angehöriger der Familie in einen Unfall verwickelt wurde. Zur Abwendung einer Gefängnisstrafe müsste eine Kaution gezahlt werden. So auch im aktuellen hiesigen Fall. Dort rief angeblich die Tochter selbst an und gab vor, ein kleines Mädchen angefahren zu haben. Als die Angerufene sich über die ihr unbekannte Stimme wunderte, wurde dies damit begründet, dass sich die Tochter bei dem Unfall selbst am Mund verletzt habe und jetzt nicht richtig sprechen kann. Danach wurde der Hörer an einen angeblichen Rechtsanwalt weitergereicht der, damit die Tochter nicht ins Gefängnis muss, sage und schreibe 30 000 Euro forderte. Da die Angerufene nur eine kleine Barschaft aufbringen konnte, gab er sich damit zufrieden und kündigte auch gleich einen Boten an, der kurz darauf an der Tür stand, das Geld abholte und verschwand.

Doch nicht nur russische Mitbürger werden so um ihr hart Erspartes geprellt. Die Geschichten und die Verwandtschaftsgrade zu den Angerufenen variieren. Und wie sich im Fall des sogenannten "Enkeltricks" zeigt, legen sich die Täter auch nicht auf eine bestimmte Personengruppe fest. Betroffen kann also jeder sein und am Ende steht oft der schmerzhafte Verlust einer größeren Summe von Bargeld.

Um diese betrügerischen Kriminalitätsformen zu vereiteln, rät die Polizei deshalb zur Vorsicht:

Seien sie gegenüber fremden Personen am Telefon oder der Haustüre misstrauisch

Gehen sie nicht auf Forderungen ein, lassen sie keine Fremden ins Haus

Setzen sie sich mit der Polizei oder Angehörigen in Verbindung

Notieren Sie sich die Telefonnummer des Anrufers ohne zurückzurufen

Weitere Verhaltenshinweise finden sie unter www.polizei-beratung.de.

Im Zusammenhang mit der derzeit laufenden Betrugsserie werden Passanten, die von Unbekannten angesprochen und nach dem Wohnort von russischen Mitbürgern gefragt wurden gebeten, sich umgehend mit dem Polizeiposten Blumberg, Telefon 07702 / 4 10 766 oder der Polizei in Villingen-Schwenningen, Telefon 07721 / 601 0 in Verbindung zu setzen.

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