Das Blumberger Paintball-Team (von links): Dimitri Weber, Patrick Zimmermann, Marc Rößler, Sebastian Münch sowie Unternehmer Lars Wicher. Foto: Leismann

"Ich bin Unternehmer": Lars Wicher hat wegen seiner Paintball-Anlage Ärger mit den Behörden.

Blumberg - "Ich bin Unternehmer, kein Spinner." Lars Wicher (27), Betreiber der Paintball-Anlage in Blumberg, leitet sein Geschäft erfolgreich. Die Expansion ist geplant, der Ausbau geht aufgrund bürokratischer Hürden aber schleppend voran.

Lars Wicher versichert, sein Geschäft, die Paintball-Halle p 3 am Tunnelweg, seriös zu führen. "Ich bin Unternehmer, kein Spinner, der hier rumballern will. Wir führen hier ganz regulär Gewerbe- und Umsatzsteuern ab. Das Geschäft ist profitabel. Wir hatten seit unserer Eröffnung im Jahr 2009 etwa 3000 Kunden hier. Die meisten Gruppen davon hatten ihre Junggesellenabschiede, Geburtstagsfeiern oder aber auch Betriebsausflüge. Die Leute haben hier einfach ihre Gaudi." Der Jungunternehmer beschäftigt eine Bürokraft geringfügig.

Die Halle in Blumberg ist wesentlich kleiner als die regulären Hallen – diese sind in der Regel viermal breiter und 15 Meter länger. Den Unmut aus dem Blumberger Gemeinderat über die Anlage an sich, insbesondere über den geplanten Aufbau einer Außenanlage, kann Lars Wicher nicht verstehen. "Wir sind eine Attraktion für die Stadt. Die nächste Anlage dieser Art befindet sich in Lörrach. Viele Kunden gehen hinterher noch in andere Geschäfte, etwa Gastronomiebetriebe." Gewaltverherrlichend sei das Spiel auch nicht – hinterlasse Paintball doch keine körperlichen Schäden. Zudem grenze man sich durch andere Begrifflichkeiten und durch das Verbot von Tarnkleidung und Waffenreplika von realer Gewaltanwendung ab.

Immer wieder neue Auflagen

Marc Rößler (21), Werkzeugmacher aus Trossingen und Mitspieler im Blumberger Team, fügt dem hinzu, dass die einzige Aggression beim Paintball aufkomme, wenn der Markierer mal wieder nicht richtig funktioniere. "Die Leute sollen vorbeikommen und Fragen stellen. Es wäre schön, wenn die Gemeinderäte kämen und sich unsere Anlage ansehen, um sich eine Meinung bilden zu können, die nicht auf Gerüchten und Vermutungen basiert." Über einen negativen Einfluss des Wehrdienstes auf die Gewaltanwendung Heranwachsender spräche auch keiner. Die gezogenen Verbindungen zur erhöhten Gewaltbereitschaft Jugendlicher und zum Paintballsport seien abstrus, sagen beide.

Der Ausbau des Außenbereichs geht indes langsam voran. "Eigentlich wollte ich die Außenanlage im August 2010 eröffnen. Es kamen aber immer wieder Auflagen dazwischen. So verlangt die Wasser- und Umweltschutzbehörde von uns die Versiegelung der Fläche, um das Grundwasser zu schützen." Somit ist noch nicht absehbar, wann die Außenanlage eröffnet wird.

Der Unternehmer plant zudem die Expansion seines Geschäftes: "Ich werde diese Anlage um weitere Freizeitangebote erweitern. Mein Ziel ist es, hier eine Freizeitgestaltungsanlage aufzubauen." Sein langfristiges Vorhaben ist es, noch weitere Standorte zu gründen.

Lars Wicher ist im Begriff, in Blumberg eine Paintball-Mannschaft aufzubauen. Einen Namen hat das Team der Eichbergstadt allerdings noch nicht. Sebastian Münch (18), Patrick Zimmermann (23), Dimitri Weber (27) und Marc Rößler (21), aus der Umgebung stammende junge Erwachsene, unterstützen Lars Wicher bei diesem Vorhaben. "Wir werden im Winter an ersten Turnieren teilnehmen und bereiten uns darauf vor."

Wissenswertes zu Paintball

Anfangs gedacht zum Markieren von Tieren oder Bäumen, entwickelte sich in den USA in den 80ern der Sport Paintball, der in den 90er Jahren dann in Deutschland ankam. Gibt es in Deutschland den Flaggen-Erobern-Spielmodus mit zwei Flaggen an beiden Spielfeldenden, ist es in den USA nur eine Flagge in der Spielfeldmitte.

- Das Hauptsportgerät beim Paintball ist der Markierer. Gelatinekugeln mit Lebensmittelfarbe werden per Druckluft beschleunigt. Es gibt in Deutschland keine vollautomatischen Markierer. Ein guter Spieler erreicht mit ihnen eine Kadenz von zwölf Schuss pro Sekunde.

- Das Spielprinzip beim Paintball ähnelt dem Prinzip beim Völkerball. Wer an Markierer oder Körper getroffen wird, fliegt raus. Es finden Anfänger-Turniere statt, und es existiert eine Liga auf Bundes-, Landes- sowie Bezirksebene.

- Die Regeln beim Mannschaftssport sind straff: Überwacht von sieben Schiedsrichtern spielen Teams aus drei, fünf oder sieben Spielern gegeneinander. Auf beiden Seiten des Spielfelds ist eine Flagge aufgestellt. Wer die Flagge des gegnerischen Teams erobert, gewinnt das Spiel. Berühren des Gegners führt, ebenso wie getroffen zu werden, zum Ausschluss vom Spielfeld. (lei)