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Blumberg Juristisches Nachspiel nach Schäden durch Tornado

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Über 50 Freiwillige helfen am 21. Mai 2015 beim Aufräumen auf dem Buchhof bei Fützen, der am 14. Mai durch einen Tornado zerstört wurde. Foto: Schüle

Blumberg-Fützen - Der Tornado 2015 bei Fützen hat ein gerichtliches Nachspiel. Landwirt Otmar Meister, dem die Aussiedlerhöfe Buchhof und Waldhof gehören, klagt gegen seine Gebäudeversicherung.

Knackpunkt ist die Klausel einer "gleitenden Neuwertversicherung" in der Vertragspolice.

Die Versicherung will demnach für den zerstörten Buchhof nur den Zeitwert erstatten, doch Meister möchte den Buchhof wiederherstellen, wie er war, und die gesamten Kosten dafür erstattet haben. Die Pläne sind fertig, Meister hat schon die Baugenehmigung. Doch die Versicherung will demnach die Kosten für den Wiederaufbau nur dann vollständig von der Versicherung übernommen, wenn der Zeitwert zum Eintritt des Schadenfalls mindestens noch 50 Prozent des Neuwerts betragen habe, erläutert Meisters Anwalt Michael Plener aus Freiburg. Bei einer geltend gemachten Summe von rund einer halben Million Euro ist das Landgericht Konstanz zuständig, am Mittwoch geht das Verfahren dort in die dritte Verhandlungsrunde.

Das mit der gleitenden Neuwertversicherung stehe aber nur im Kleingedruckten des Vertrags, erklärte Anwalt Plener. Landwirt Otmar Meister habe damals eine Neuwert-Versicherung abschließen wollen und sein Gebäude deshalb mit dem damals aktuellen Stand schätzen lassen.

Gebäude neu versichert

Der Generalagent der Versicherung sei Ende Juli zu Meisters Hof gekommen. Wenn das Gebäude, das wohlgemerkt in den 1930er-Jahren erbaut wurde, im Juli 2007 zum Neuwert geschätzt worden sei, könne es in den acht Jahren bis zum Tornado nicht weniger als die Hälfte des Neuwerts wert sein. Hier sei zu klären, ob sein Mandant von dem Generalagenten der Versicherung über den Vertrag überhaupt ausreichend beraten und informiert worden sei.

Dabei hat Otmar Meister erst im Juli 2007 den Buchhof samt Ökonomiegebäude vollständig neu versichern lassen. Auslöser war eine Kurznotiz im Organ "Agrardienst Baden" der Agrardienst Baden GmbH, einer Tochter des Badisch-Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV), vom 5. Mai 2007. Darin wurde den Landwirten ein Gebäudetarif mit Einsparpotenzial in vielen Fällen in Aussicht gestellt, den die Versicherung als Partner des Agrardienstes Baden anbiete.

Den BLHV-Mitgliedern wurde für die drei Folgemonate Juni, Juli und August eine "Sonderaktion" angeboten mit kostenlosen Vor-Ort-Terminen für eine Gebäudeschätzung. Dieses Angebot nahm Landwirt Otmar Meister wahr. Nach Aussagen von Anwalt Plener hätte der R+V Generalagent den Landwirt ausdrücklich darauf hinweisen müssen, unter welchen Bedingungen die Versicherung im Schadenfall die gesamten Kosten zur Wiederherstellung eines Gebäudes übernehmen würde.

Sieben Zeugen zu hören

Bei der Versicherungsabteilung der Agrardienst Baden GmbH sowie bei der von der Versicherung beauftragten Kanzlei Kraus und Mehringer in Traunstein wollte man vor der Verhandlung am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung keine Aussagen machen.

Das Landgericht Konstanz will nun am Mittwoch nach Aussagen von Pressesprecherin Mirja Poenig sieben Zeugen hören: Sie sollen Angaben zum Zustand des Gebäudes vor dem Tornado machen. Die Verhandlung in Konstanz beginnt um 14 Uhr im Saal 08 des Gebäudes Schützenstraße 8.

 

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Cornelia Spitz

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