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Blumberg Jäger streiten sich über Tierschutz

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Jäger im Längewald bei Donaueschingen begeben sich auf die Jagd. Foto: Gentsch

Blumberg - Seit Wochen brodelt in Blumberg ein Streit, ob Drückjagden tierschutzgerecht sind oder nicht. Ein Experte vom Regierungspräsidium kann die Aufregung nicht verstehen. 

Ein Blick zurück: Jäger Sebastian Back aus Blumberg kritisiert die Drückjagd scharf. Er warnt, dass diese auch zur "illegalen Hetzjagd" ausarten kann. Auf diese Kritik meldet sich Michael Rüttiger vom ökologischen Jagdverband Baden-Württemberg zu Wort. Er wiederum meint, dass eine "gut organisierte Drückjagd nicht zur Hetze" wird.

Damit nicht genug: Die Geister der beiden scheiden sich auch bei der Frage, ob die Bäume in Backs Revier an Verbiss leiden oder nicht. Rüttiger begab sich sogar extra in dem Blumberger Revier auf Spurensuche. Dafür habe ihn keine offizielle Stelle beauftragt, betont er. "Verbiss ist etwas Natürliches und wenn einer sagt, in seinem Revier gibt es das nicht, kann man ja mal nachschauen, wie das aussieht", erklärt Rüttiger. Dass der Diplom-Forstwirt in seinem Revier herumgestöbert hat, das bringt wiederum Sebastian Back zum Schäumen. Er wirft Rüttiger "schlechten Stil" vor.  "Man sollte da schon mit offenem Visier spielen", meint Back. Er hätte sich eine Kontaktaufnahme gewünscht. Das direkte Gespräch mit dem Experten vom ökologischen Jagdverband hat er allerdings selbst auch noch nicht gesucht.

Rüttiger will sich auf die persönliche Schiene gar nicht einlassen und ist sichtlich irritiert über die Schärfe der Debatte. Auch die hohen Wellen, die die Thematik medial schlägt, verwundern ihn. Ihm gehe es lediglich um die sachliche Auseinandersetzung zum Thema Drückjagd, er betreibe "kein Bashing gegen Herrn Back. Mit dem habe ich auch kein Problem." Überhaupt, er kenne Back nicht mal persönlich.

Experte zeigt Verständnis

Gänzlich unbefangen in der Debatte ist Stefan Anzer vom zuständigen Regierungspräsidium Freiburg, denn er kennt keine der beide Parteien. Anzer, der für Jagdthemen zuständig ist, bekam von der Diskussion in Blumberg Wind und hat eine klare Meinung zum Thema Drückjagd: "Bei bestimmten Tierarten ist das eine sinnvolle Jagdart." Allerdings nur, wenn gewisse Rahmenbedingungen eingehalten würden. So muss laut Anzer zum einen genügend Platz vorhanden sein, damit das Wild auch flüchten kann. Deshalb werden derlei Jagden über mehrere Reviere veranstaltet. Zum zweiten sei es wichtig, dass nur kurzläufige Hunde als Treiber eingesetzt würden, damit das Wild nicht unnötig gestresst wird, so Anzer. Überdies dürfte man das Wild nicht unterschätzen: "Die Tiere tricksen die Hunde aus und drehen eine Runde", sagt Anzer. Tendenziell habe man bei Drückjagden sowieso eher zu wenige Hunde als zu viele.

Anzer zeigt aber auch Verständnis für Jäger wie Sebastian Back, die der Drückjagd eher skeptisch gegenüberstehen: "Viele haben da Angst, dass 'ihr' Wild vertrieben wird. Aber das stellt sich wieder ein und kommt zurück. Vor allem ist so eine Drückjagd nach zwei Stunden vorbei und danach ist wieder eine Weile Ruhe. Die Drückjagd gefällt nicht jedem, aber das ist ja auch in Ordnung." Im Staatsforst jedenfalls werde diese Jagdform "intensiv" angewendet, vor allem um die Population des Schwarzwilds zu regulieren.

In Blumberg hat indes Jäger Back Konsequenzen aus der ganzen Diskussion gezogen. Er lässt den Unterpachtvertrag seines Reviers zum 31. März auslaufen und meint: "Ich habe keine Lust mehr, weiterzumachen." Für Rüttiger ist die Sache erledigt, sagt er.

schwarzwaelder-bote.de hatte Sebastian Back im Wald besucht. Mehr dazu im Video: 

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Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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