Landesverkehrsministerium will keine "starren Hindernisse" mehr / Landratsamt sieht beim Blumberger Rondell Sicherheit nicht gefährdet
Von Achim Stiller
Blumberg. Die Installationen auf dem Kreisel der Bundesstraße 27 haben in den vergangenen Monaten sehr viel positive Resonanz erfahren. Vor allem der Leiterwagen, mal mit herbstlicher Dekoration, mal mit von innen beleuchteten Kürbissen, fand breite Anerkennung. Dennoch könnte diesem Glanzstück an der Blumberger Ortseinfahrt künftig das Aus drohen.
Der Grund ist eine Weisung des Landesverkehrsministeriums, nach der auf Verkehrsinseln außerhalb von Ortschaften "grundsätzlich keine starren Hindernisse" mehr erlaubt sein werden. Kunst, egal ob fest installiert oder als wechselnde Dekoration, fällt darunter. Als Grund dafür werden zahlreichen schwere Unfälle in Kreisverkehren angegeben (wir berichteten am 27. Dezember auf unserer Seite Baden-Württemberg). Für innerörtliche Kreisel sind die Kommunen verantwortlich, jedoch empfiehlt das Land auch hierbei die Verkehrssicherheit zu überprüfen.
Die Frage, die sich für den Blumberger B27-Kreisel ergibt ist jene: Liegt das Rondell innerorts oder außerorts? Auf der einen Seite ist der Kreisel Teil der Bundesstraße, auf der anderen Seite wird er als Ortseinfahrt über die Stadtgärtnerei gepflegt und künstlerisch bestückt. Folgt man dem Landesverkehrsministerium, dürfte der Kreisel alleine schon aus Sicherheitsgründen keine Installationen erhalten, weil diese ein vom Verkehrsgeschehen ablenkender Blickfang sein könnten. Daher wurden die Regierungspräsidien und Landratsämter angewiesen, die in ihren Gebieten liegenden Kreisel genauestens unter die Lupe zu nehmen und dann die entsprechenden Vorgaben zu machen.
Dem Straßenbauamt ist die Maßgabe des Verkehrsministeriums bekannt, bestätigte die Sprecherin des Landratsamtes, Julia Weiß auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. Es gebe einige Kreisel im Einzugsgebiet, die betroffen sein könnten, darunter der Pferdekreisel bei Donaueschingen wie auch der Kreisel auf der B27 an der Blumberger Stadteinfahrt. Nach Ansicht des Landratsamtes besteht dort jedoch kein Handlungsbedarf, weil die Behörde das Rondell als innerorts einstuft, mit einer Geschwindigkeitsreduzierung auf 50 Kilometer pro Stunde.
Entwarnung also? Vielleicht. Oder besser gesagt, hoffen wir darauf, dass der gesunde Menschenverstand die Oberhand behält. Bürgermeister Markus Keller jedenfalls will die Sache erst einmal gelassen angehen. Bei den Installationen ergibt sich nach seiner Auffassung für den Verkehr keine gefährdende Sichtblockade. Ihm sei bislang auch nicht bekannt, dass der Bereich seit den wechselnden Installationen eine höhere Unfallhäufigkeit habe. Keller: "Da höre ich doch den Amtsschimmel wiehern!" Folge man den Überlegungen des Verkehrsministeriums, könnte dies in der Folge unter anderem heißen, dass die Beschriftung des Salzsilos als ablenkender Blickfang im Kreuzungsbereich überdacht werden müsse, oder auch die alte Lok, rechts vom Bahnübergang, sagt Keller