Der Haushalt 2026 der Stadt Blumberg sowie ihrer Eigenbetriebe wird von den Fraktionssprechern kommentiert und vom gesamten Gemeinderat einstimmig bestätigt. Von links: Dieter Selig (CDU), Silvio Waimer (SPD/FDP), Hannes Jettkandt (Freie Liste), Bürgermeister Markus Keller sowie der Einzelkandidat Hermann Zorbach. Foto: Hans Herrmann

Die Fraktionen wollen Maßnahmen für mehr Energieeffizienz und Klimafreundlichkeit voranbringen. Neue Schulden sollen dafür aber nicht gemacht werden.

Einstimmig hat der Gemeinderat Blumberg den Haushalt 2026 verabschiedet. Die Fraktionssprecher äußerten sich in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2025 über die Inhalte und Auswirkungen des Zahlenwerks, das ein unerwartetes Plus aufwies.

 

So sah sich Bürgermeister Markus Keller in seiner Prognose über die kurzfristige finanzielle Zukunftssicherheit der Stadt bestätigt. „Wir setzen mit solider Planung klare Prioritäten. Wir bleiben unabhängig, schuldenfrei, zukunftsorientiert und stehen auf einem soliden Fundament“, hatte er bereits in seiner Haushaltsrede Mitte November verdeutlicht.

In den Haushaltsreden wurde dieser gemeinsame Weg deutlich unterstrichen.

Fraktion Freie Liste Fraktionssprecher Hannes Jettkandt von der Freien Liste wies auf die negativen Ergebnisse vergangener Jahre hin, die von 2022 bis 2025 mit Rücklagen ausgeglichen werden mussten. „Haben wir etwa schlecht gewirtschaftet?“, warf er als Frage in den Raum. Als Antwort zitierte er den Präsidenten des Deutschen Städtetages, Markus Lewe: „Die Zeit ausgeglichener kommunaler Haushalte gehört erst einmal der Vergangenheit an. Das hat viele strukturelle Gründe, ist aber kein selbstverschuldetes Problem der Städte.“ Als weitere Faktoren wurden von oberster Stelle steigende Sozialkosten, finanzielle Vorgaben von Bund und Land bis zu einer anhaltenden Wirtschaftsschwäche genannt.

„Kleinere Brötchen backen“

Für den Sprecher der Freien Liste wird sich diesbezüglich in den kommenden Jahren nur wenig ändern: „Wir sind gezwungen, für die kommenden Haushaltsjahre sprichwörtlich kleinere Brötchen zu backen“ ging sein Blick nach vorne. „Wie zunächst geplant, kann unser zweiter Bauabschnitt Schulcampus nicht umgesetzt werden. Hier können lediglich nötige Verbesserungen umgesetzt werden“, so Jettkandt.

In grundlegenden Sanierungen statt Neubauten, wie bei den Hallen in Riedöschingen oder Riedböhringen, sah er weitere Sparmaßnahmen. „Wir bleiben aber optimistisch, machen aus unserer Situation das Beste und sind in der Lage, 2026 hohe Investitionen, zum Beispiel in der Stadtbibliothek oder dem Werner-Gerber-Sportzentrum, ohne Kreditaufnahmen durchzuführen.“

CDU-Fraktion Für den Fraktionsvorsitzenden der CDU, Dieter Selig, nimmt der Klimaschutz einen markanten Stellenwert ein, wobei er auch die Stadt Blumberg in der Pflicht sieht. In dem Bereich gebe es aus seiner Sicht für die städtischen Strukturen durchaus noch Nachholbedarf.

Bei den Vorgaben des Bundes, wie dem Gebäudesanierungsgesetz, das in den kommenden Jahren einige Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs speziell von städtischen Einrichtungen verlangt, sehe seine Partei noch großen Handlungsbedarf.

E-Autos und Photovoltaik

Er verlangte daher seitens seiner Fraktion die vorrangige Installation von Photovoltaik-Anlagen, die Einführung eines sinnvollen Strombilanzkreises und den vorrangigen Umstieg auf Elektroautos bei Neuanschaffungen von städtischen Fahrzeugen. Außerdem sollen weitere Energiekosten durch den Einsatz erneuerbarer Energien eingespart werden, wobei auch Einspeisevergütungen helfen können. So soll eine breite Palette zukünftiger energetischer Verbesserungen angeboten werden.

Mit Blick auf die bereits bestehende Verpflichtung des Klimagesetzes Baden-Württemberg, die Energieverbräuche für bestimmte Projekte zu erfassen, in denen auch der durch PV-Anlagen erzeugte und selbst verbrauchte Strom ersichtlich ist, sollen diese Daten künftig und für die Jahre 2024 und 2025 durch die Stadtwerke statistisch erfasst werden. Fossile Energieträger sollen für die CDU-Fraktion in Blumberg zunehmend der Vergangenheit angehören. Nach Aussage von Dieter Selig stehen der Stadt aus dem schuldenfinanzierten Sondervermögen des Bundes in den kommenden Jahren 6,1 Millionen Euro zu. Auf Anregung von Selig sollen diese für die Infrastruktur sowie die Klimaneutralität verwendet werden. Dem Haushalt wurde nach Einsparungen in Höhe von 168 000 Euro, die Selig in der Debatte angestoßen hatte, geschlossen zugestimmt.

FDP/SPD-Fraktion

Der verantwortliche Vertreter der FDP/SPD-Fraktion, Silvio Waimer, zeigte sich erfreut, dass trotz der erhöhten finanziellen Belastungen eine ganze Reihe geplanter Investitionen in Höhe von rund neun Millionen Euro in Angriff genommen werden können. „Während viele Städte über neue Schulden nachdenken, gehen wir schuldenfrei in das neue Jahr“, hob er hervor. „Wir investieren in Bildung, in Kinderbetreuung und in die Familienfreundlichkeit unserer Stadt“, sagte er.

„Tempolimit würde helfen“

„In Bezug auf unsere Teilorte und das leidige Thema Ortsumfahrungen unterstützen wir die Petition Ortsumfahrung Randen. Wir hätten uns allerdings die Einbeziehung der Ortsumfahrung Zollhaus gewünscht. Hier sind wir unserem Bürgermeister dankbar, dass er in seinen Statements beide Umfahrungen gleichermaßen anspricht. Die Ortsdurchfahrt Zollhaus ist gerade für Familien absolut feindlich“, machte Waimer deutlich. „Ein Tempolimit von 30 würde die Lebensqualität, besonders von jungen Familien, sichern.“

Wichtig sei für ihn, dass alle geplanten Investitionen zeitnah ausgeführt werden, um einen weiteren Investitionsstau zu verhindern. Im Stadtkern ziehe sich die Gestaltung der Achdorferstraße aufgrund immer wieder entstehender Diskussionen in die Länge. Hier setze er in Zukunft auf ergebnisorientierte Gespräche. Für ihn sei es wichtig, weiterhin für die Stadt Blumberg an einem Strang zu ziehen, um die Kommune weiter voranzubringen.

Hermann Zorbach Dass der Haushalt 2026 nun in trockenen Tüchern ist und komplette Zustimmung fand, ist für den Einzelkämpfer Hermann Zorbach eine reine Formsache. Er hob vor allem den Einsatz aller städtischen Institutionen in ihrer konstruktiven Arbeit hervor.

Beste Werbung für die Gesamtstadt

Insbesondere die Veranstaltung, die anlässlich der 1250-Jahrfeier von Achdorf stattfand, war nach Ansicht Zorbachs beste Werbung für Gesamt-Blumberg. Der unlängst gegründete Förderverein zum Neubau des historischen Wasserrades sowie der anstehende Neubau des Wasserkraftwerks Achdorf nehmen für den Einzelkandidaten einen hohen Stellenwert ein. Vor allem die Bereiche Bildung, Jugend oder Feuerwehr sehe er durch entsprechende Maßnahmen weiter gesichert. Seiner Meinung nach sollte auch der Name der nun leer stehenden Viktor-von-Scheffelschule an das neue Schulzentrum am Eichberg übertragen werden.

Das Zahlenwerk

Lob für Kämmerer
Der Haushalt 2026 fand in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2025 einstimmige Befürwortung. Nach Korrekturen, dank steigender Erträge, sowie der Einbeziehung des Bundeszuschusses mit dem Sondervermögen, wies die Haushaltsbilanz für Stadtkämmerer Bernd Hackspiel ein unerwartetes Plus mit dem ordentlichen Ergebnis von 141 000 Euro aus. In allen Haushaltsreden wurde die akribische Arbeit um das Team von Chefkämmerer Bernd Hackspiel hervorgehoben. Die beiden städtischen Leuchtturmveranstaltungen „Blumberg in Ice“ und das Street-Art-Festival fand von allen Seiten weiterhin große Zustimmung.