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Blumberg Haben wir’s geschafft?

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Bei den regelmäßigen Cafétreffs in der Adler-Post wurde gesungen und getanzt.Fotos: Suttheimer Foto: Schwarzwälder Bote

Nach fünf Jahren Flüchtlingscafé und Betreuung dankt die Stadt allen ehrenamtlichen Helfern.

Blumberg. "Flüchtlinge willkommen", hieß es im Sommer vor fünf Jahren auch in Blumberg. Damals strömten insgesamt mehr als eine Million Schutz und Arbeit suchende Menschen nach Deutschland.

Inzwischen ist es ruhig geworden um die derzeit 24 Asylbewerber in Blumberg, die noch in der städtischen Asylunterkunft in der Adler-Post in Zollhaus oder in Riedöschingen wohnen. Die meisten "Ehemaligen" haben sich andere Wohnorte gesucht oder wurden abgeschoben.

Bedenken haben sich als unbegründet erwiesen

Die Stadt Blumberg hatte damals schnell auf die neue Situation reagiert und die Bevölkerung am 4. September 2015 zu einem ersten Informationsabend in die Stadthalle eingeladen. Überraschend viele Bürger waren gekommen, um sich über die Flüchtlingslage zu informieren. Bedenken aus den Reihen der Bevölkerung haben sich in den fünf Jahren als unbegründet erwiesen.

Am 22. Oktober 2015 trafen sich interessierte Mitmenschen im Foyer der Sporthalle zur Vorbereitung für die Gründung eines ehrenamtlichen Helferkreises. Dieser etablierte sich am 27. Oktober um ein Team unter der Leitung von Andrea Sauter und Martina Schloms. Hauptaufgaben waren die Hilfe bei Behördenkontakten, Deutschunterricht und Patenschaften. Man traf sich zu regelmäßigen Sitzungen und hatte sogar eine Vereinsgründung im Sinn. Diese klappte aber aus mangelndem Interesse nicht.

Seit 18. November bot der Helferkreis ein Flüchtlingscafé an, zunächst in der AWO-Begegnungsstätte, dann in der Adler-Post in Zollhaus. Diese Treffen dienten dem besseren Kennenlernen und boten Spiel, Spaß und Musik. Das Café wurde längere Zeit gut angenommen.

Der Schwarzwald-Baar-Kreis mietete den "Schweizer Hof" in Zollhaus zur Erstunterbringung an. Hauptamtliche Kräfte von Caritas und Landratsamt unterstützten die zeitweise über 30 Ehrenamtlichen bei ihrer oft schwierigen Arbeit. Weitere städtische Asylantenunterkünfte befanden sich in Hondingen und der Tevesstraße in Blumberg. Hier wohnten junge Männer aus Gambia und Pakistan.

Der Deutschunterricht fand zunächst in der Realschule statt. Die Schüler mussten sich erst an Pünktlichkeit gewöhnen. Als Deutschlehrer war auch der Stadtrat und frühere Realschulrektor Rainer Gradinger im Einsatz. Für den Unterricht brauchten die ehrenamtlichen Lehrkräfte viel Geduld. Später fanden die Deutschkurse in der Adler-Post statt. Es gab auch ein Angebot für Frauen sowie einen Nähkurs.

Seit 12. November 2015 verfügte die Flüchtlingshilfe Blumberg über ein spezielles Spendenkonto, ab 19. Februar 2016 über eine eigene Homepage, die inzwischen abgeschaltet ist. Am 2. März veranstaltete sie einen Fahrradmarkt im Foyer der Realschule. Der Erlös kam den Flüchtlingen zu Gute. Zeitweise wurden zusammen mit den hauptamtlichen Kräften bis zu 100 Personen betreut.

Der "Tag der offenen Tür" in der Adler-Post fand am 27. Juli 2016 eine große Resonanz. Die Stadt stellte dort ein kleines Büro zur Verfügung.

Im Sommer 2017 gab es eine Umstrukturierung, weil einige Gründungsmitglieder aufhörten. Da die Zahl der Asylbewerber ständig abnahm, verminderte sich auch die Hilfe. Der Deutschunterricht wurde eingestellt.

Besuchsverbot aufgrund der Pandemie

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 verhängte die Stadt ein Besuchsverbot in der Adler-Post. Die 17 Flüchtlinge dort fühlten sich isoliert. Die Sprechstunden der Flüchtlingshilfe waren nicht mehr möglich, nach fünf Jahren hat sie ihre ehrenamtliche Arbeit weitgehend eingestellt.

Ansprechpartnerin bleibt Hauptamtsleiterin Nicole Schautzgy. "Die Stadt Blumberg ist der Bevölkerung dankbar für die vielen Hilfsangebote", sagt sie. So war längere Zeit eine direkte Betreuung von fast jedem einzelnen Asylbewerber möglich. Die anfängliche Euphorie habe sich dann abgeschwächt. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, haupt- und ehrenamtlichen Helfern bezeichnet Nicole Schautzgy zeitweise als sehr intensiv.

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