Beim Fleischwarenhersteller Schwarzwaldhof ist nicht mehr mit Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen. Die Tarifparteien haben sich auf einen Abschluss geeinigt. Foto: SB-Archiv

Tarifstreit beim Schwarzwaldhof beendet. Altersversorgung und Azubi-Vergütung verbessert.

Blumberg - Die Tarifauseinandersetzungen beim Fleischwarenhersteller Schwarzwaldhof sind beendet. Die Verhandlungsparteien einigten sich.

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) teilte am Mittwoch die Einigung mit. Folgende Eckpunkte enthält der Tarifabschluss:

Erhöhung der Löhne zum 1. Oktober um drei Prozent.

Edeka-Warengutschein September 2012 von 40 Euro.

Erhöhung der Löhne zum 1. Oktober 2012 um zwei Prozent.

Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt bis zum 31. Juli 2013.

Bezuschussung der betrieblichen Altersvorsorge bei Entgeltumwandlung durch den Arbeitgeber in Höhe von 15 Prozent.

Neuregelung der Lohngruppenstruktur.

Neben den Neuregelungen der Entgelte wurden auch Absprachen getroffen bezüglich einer Reduzierung der Beschäftigung von Leiharbeitern zugunsten einer Beschäftigung bei Schwarzwaldhof. Deutliche Erhöhung werden die Ausbildungsvergütungen erfahren.

Dieses Angebot wurde von der Tarifkommission einstimmig angenommen weil es eine gute Lohnerhöhung biete, es die betriebliche Altersvorsorge fördere und es die Möglichkeit biete, einen Teil der Leiharbeiter zu übernehmen, hieß es gestern seitens der Tarifkommission, der Markus Sonnenschein (NGG), Ralf Willauer, Robert Breinig, Peter Kühne, Hannelore Hör und Martina Gut angehören.

In der Tarifauseinandersetzung bei der Schwarzwaldhof Fleisch und Wurstwaren GmbH hatte sich die Gewerkschaft Nahrungsmitel und Genuss in der vergangenen Woche noch nicht einverstanden mit dem Angebot der Arbeitgeberseite gezeigt. Darin enthalten waren als Eckpunkte:

Erhöhung der Löhne zum 1. Oktober 2011 um 2,5 Prozent.

Einmalzahlung für August und September 2011 von 40 Euro.

Erhöhung der Löhne zum 1. Oktober 2012 um 1,8 Prozent.

Einführung einer Einstiegslohngruppe unterhalb der niedrigsten Lohngruppe.

Laufzeit 24 Monate bis 31. Juli 2013.

Dieses Angebot, so die Gewerkschaft in der vergangenen Woche, war für die Tarifkommission nicht annehmbar, weil es finanziell zu niedrig war, und nicht einmal die derzeitige Teuerungsrate ausgleichen würde. Bemängelt worden war zudem, das es keine Regelungen beziehungsweise Erhöhung für die Betriebliche Altersvorsorge enthielt.

Die Verhandlungen waren auf den 12. September vertagt worden. Die Tarifkommission hatte im Vorfeld mit Maßnahmen gedroht: "Kommt es dort nicht zu einem vernünftigen und angemessenen Angebot der Arbeitgeberseite, werden wir auf die tatkräftige Unterstützung der Beschäftigten angewiesen sein und diese zu Aktionen auffordern". Dazu wird es jetzt nicht kommen.

Info

Zahlen zum Unternehmen

Schwarzwaldhof Fleisch- und Wurstwaren GmbH im Jahr 2010:

- Umsatz: 109,2 Millionen Euro (2008: 97,9 Mio. Euro/2009: 105,7 Mio. Euro);

- Mitarbeiter: gesamt 392 (288 Schwarzwaldhof Fleisch- und Wurstwaren GmbH und 104 C&C Märkte und Werksverkauf);

- Produktionsstruktur: Rohschinken 37,3 Prozent (2009: 37,5 Prozent; 2008: 35,1 Prozent), Rohschinkenwürfel 21,6 Prozent (17,5/15,7), Brühwürste 24,3 Prozent (27,4/31,5), Kochschinken 1,7 Prozent (1,5/1,7), Rohwurst 9 Prozent (9,3/9) und Fleischwaren 6,2 Prozent (6,7/7);

- Absatz: 18 642 Tonnen (2009: 17 993 Tonnen)

- Produktion (ohne Handelsware und Frischfleisch): 12 285 Tonnen (11 123/9888);

- Produktion beste Produkte: Rohschinkenwürfel 2651 Tonnen (1950/1556); Schwarzwälder Schinken 4506 Tonnen (4162/3452); Rohwurst 1093 Tonnen (1028/879);

- Investitionen: Schwarzwaldhof Fleisch- und Wurstwaren GmbH – 3,14 Mio. Euro 2007; 2,59 Mio. Euro 2008; 1,9 Mio. Euro 2009 und 3,36 Mio. Euro 2010; 2011 geplant 2 Mio. Euro.