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Blumberg Duldung von Asylbewerber verlängert

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Der Bundestgsabgeordnete Marcel Klinge (rechts) informiert sich bei Wieländer und Schill bei Ali Keysan (Mitte) über den Asylbewerber Buba Jaiteh (links). Foto: Lutz

Blumberg/Tuningen - Buba Jaiteh aus Gambia ist gut integriert, sowohl bei der Firma Wieländer und Schill, als auch in seiner Gemeinde. Dennoch bleibt sein Verbleib in Deutschland – trotz der Intervention von Bundestgsabgeordnetem Marcel Klinge – ungewiss.

Die Bemühungen um den Verbleib des Asylbewerbers Buba Jaiteh aus Gambia in Hondingen zeigen einen ersten Erfolg. Die Ausländerbehörde im Schwarzwald-Baar-Kreis habe die bis 10. November befristete Duldung bis 10. Dezember verlängert, und zwar mit Duldung des Regierungspräsidium Karlsruhe, bestätigte Pressesprecherin Heike Frank auf Anfrage.

Anlass war der Besuch des Bundestagsabgeordneten Marcel Klinge (FDP) am Montag bei Jaitehs Arbeitgeber Wieländer und Schill in Tuningen. Der Abgeordnete wollte sich selbst ein Bild von dem Asylbewerber und dessen Arbeitgeber machen, weil er das Gefühl habe, hier stimme etwas nicht: "Das ist einfach falsch, was hier passiert." Häufig würden gerade diejenigen Asylbewerber, die sich bemühten, sich zu integrieren, abgeschoben und andere, die kriminell seien, blieben hier.

Geschäftsführer Norbert Lay und Personalleiterin Sylvia Wipf schilderten die Situation: Buba Jaiteh, der am 1. März im Unternehmen begann, habe sich gut integriert, leiste gute Arbeit und sei ein wertvoller Mitarbeiter.

So wertvoll, dass das Unternehmen sogar bereit ist, für ihn auch etwas in Sachen Ausbildung zu tun. "Wir wollen alles versuchen", machten die Führungskräfte deutlich. Ihr Ziel sei es, eine Lösung zu finden, "die dem Menschen gerecht wird."

Wieländer und Schill stellt Spezialwerkzeuge her, um bei den Fahrzeugen die Karosserie reparieren zu können. Mit seinen 63 Beschäftigten ist das Unternehmen in der ganzen Welt tätig, überall, wo die deutsche Automobilindustrie unterwegs ist, schildert der Geschäftsführer. In der starken Wirtschaftsregion Schwarzwald-Baar-Heuberg suchten sie dringend Fachkräfte wie Buba Jaiteh für die Montage.

Einsatz von Stadt und Verein nicht genug

Marcel Klinge hört zu, stellt Fragen. Von Peter und Oliver Gilly aus Hondingen lässt er sich die Geschichte des Gambiers erzählen. Buba Jaiteh kam in das Erstaufnahmelager in Donaueschingen. Über eine Mitarbeiterin der Caritas entstand der Kontakt zum SV Hondingen, wo er als Aktiver begann. Nach einem Spiel habe er mitgeteilt, dass er nach Engstingen im Landkreis Reutlingen verlegt werden solle, sagte Oliver Gilly. Sie versuchten, dass Buba nach Blumberg komme, auch die Stadt habe dies unterstützt, namentlich Hauptamtsleiterin Nicole Schautzgy.

Trotzdem sei der Gambier nach Engstingen verlegt worden. Die Bemühungen, Buba Jaiteh nach Blumberg zu holen, gingen weiter. Doch den Behörden habe es nicht gereicht, dass die Stadt Blumberg und der SV Hondingen sich einsetzten.

Jaiteh sollte auch noch einen Arbeitsplatz nachweisen, über Norbert Lays Kollegen, den zweiten Geschäftsführer Manfred Bäurer, damals Vositzender des SV Hondingen, kam der Kontakt zu Wiederländer und Schill zustande. Doch den Geschäftsführern platzte schier der Kragen: Das Landratsamt habe von ihnen gefordert, Buba Jaiteh einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu geben, "und ohne Probezeit", ergänzt Personalleiterin Sylvia Wipf empört. Trotzdem ließen sie sich darauf ein.

Engagement im Trainerteam

Die Integration erfolgte auch im Wohnort Hondingen. Buba Jaiteh wohnt im Süßen Winkel, genau gegenüber wohnen Peter und Dagmar Gilly, bei denen Buba aus- und eingeht. An den Wochenenden und Feiertagen sei Buba bei ihnen zuhause, sagte Peter Gilly.

Und im Verein engagiert er sich als Fußballer in der SG Riedöschingen-Hondingen sowie im Trainerteam der F-Jugend des SV Hondingen. Marcel Klinge zeigte sich beeindruckt, das sei ein Paradebeispiel für gelungene Integration.

Klinge will im Lauf der nächsten Tage die Behörden anschreiben. Das Beispiel von Buba Jaiteh zeige, dass der von den Liberalen in Berlin geforderte "Spurwechsel" für Asylbewerber dringlich sei, weil sonst dem deutschen Arbeitsmarkt fähige und arbeitswillige Köpfe verloren gingen, zum Nachteil der Wirtschaft. Er will sich auch in Berlin für den Verbleib von Jaiteh einsetzen.

Dass dort dringend Handlungsbedarf bestehe, habe seine Anfrage im Oktober an das Bundesinnenministerium gezeigt: Das Ministerium habe keine Informationen darüber, wie viele sozialversicherungspflichtige Flüchtlinge in den jeweiligen Stadt- und Landkreisen der vier baden-württembergischen Regierungspräsidien seit Jahresbeginn 2017 abgeschoben wurden oder sich noch in einem offenen Verfahren befinden.

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