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Blumberg Corona-Krise: Jugendliche ignorieren Abstandsregel

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Kinder müssen wieder draußen bleiben: Weil ältere Jugendliche den Spiel- und Bolzplatz Weihergrube zu ihrem Treffpunkt gemacht und sich über die coronavirusbedingten Verhaltensregeln hinweggesetzt haben, sperrte die Stadtverwaltung das Areal wieder. Foto: Niederberger

Blumberg - Seit dem 6. Mai dürfen die Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg ihre wegen der Corona-Pandemie wochenlang geschlossenen Spielplätze wieder öffnen – doch einer ist in Blumberg bereits wieder geschlossen.

Die Stadt Blumberg hat von der Möglichkeit zur Öffnung Gebrauch gemacht und sich bei den Nutzungsbedingungen an den Empfehlungen des Sozialministeriums und des Städte- und Gemeindetags orientiert. Doch jetzt sah sich die Stadtverwaltung gezwungen, einen Spielplatz wieder dicht zu machen. Es handelt sich um den Spiel- und Bolzplatz Weihergrube.

Sieben lange Wochen sind die Spielplätze in Blumberg gesperrt gewesen. Umso größer war die Freude bei den Kindern, als Mitarbeiter des Bauhofs die Absperrgitter wieder entfernten und die rot-weißen Absperrbänder einrollten.

Fotos dokumentieren Verstöße

Die Wiedereröffnung der Anlagen sorgte auch bei Eltern für Erleichterung. Allerdings: Das Aufenthaltsverbot wurde zwar aufgehoben, dennoch gelten auf den Spielplätzen spezielle Regeln. Die haben letztendlich das Ziel, die Ausweitung der Corona-Pandemie einzudämmen.

Nun haben sich Bürger ans Rathaus gewandt und berichtet, dass die vom Land aufgestellten Regeln auf dem Spiel- und Bolzplatz Weihergrube missachtet werden. Demnach ist das Areal zu einem Treffpunkt für ältere Jugendliche geworden. Sie kommen dort in den Abendstunden zusammen und pfeifen dabei auf das Abstandsgebot – was nach Aussage von Bürgermeister Markus Keller Fotos auch dokumentieren. Außerdem ginge es bei diesen Zusammenkünften gelegentlich sehr laut zu. Immer wieder werden auch die Absperrbänder und Erklärtafeln abgerissen und die Bauzäune umgeworfen. Bei den anderen Spielplätzen in der Kernstadt ist dies nicht vorgekommen.

Die baden-württembergische Landesregierung betont in ihren Richtlinien zur Wiedereröffnung, dass Kinder ab dem Grundschulalter den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten könnten, "jüngere Kinder können dies erfahrungsgemäß nur bedingt", schreibt das Sozialministerium. Und ältere Blumberger Jugendliche ganz offensichtlich auch nicht.

Stadt hat nicht genügend Personal für regelmäßige Kontrollgänge

Um das Infektionsrisiko über Kontakte möglichst gering zu halten, ist eine Zugangsbegrenzung mit maximal einem Kind je zehn Quadratmeter der Spielplatzfläche festgesetzt. Für den Spielplatz Weihergrube bedeutet das, dass sich dort 33 Kinder vergnügen könnten. Auch darauf wurde mit Schildern hingewiesen. Bei dieser Zahl sind Eltern oder erwachsene Begleitpersonen nicht mit eingerechnet, da sie beim Betreuen eines Kindes aus dem eigenen Haushalt sowieso keinen Abstand einhalten müssen. Was sich eigentlich von selbst versteht, wird dennoch von den Behörden abermals betont: "Der Spielplatz darf nur von Kindern in Begleitung von Erwachsenen genutzt werden." Eltern sollen eine verantwortungsvolle Nutzung der Spielplätze durch die Kinder gewährleisten.

Ließe sich die Sperrung des Spielplatzes nicht dadurch verhindern, dort einfach häufiger zu kontrollieren? Bürgermeister Markus Keller betont, dass das Rathaus als Ortspolizeibehörde die Aufgabe habe, die von der Landesregierung aufgestellten Regeln durchzusetzen. Doch gleichzeitig habe die Stadt nicht genügend Personal, regelmäßige Kontrollgänge zu den Spielplätzen durchzuführen. Deshalb die komplette Schließung.

"Aus infektionshygienischer Sicht reduziert der Aufenthalt im Freien das Infektionsrisiko gegenüber dem in geschlossenen Räumen, weil die stärkere Luftbewegung einen deutlichen Verdünnungseffekt auf die ausgeatmeten potenziell infektiösen Tröpfchen bewirkt. Weitergehende Maßnahmen wie zum Beispiel das Verbot der gemeinsamen Nutzung von Sandspielzeug sind nicht sinnvoll, da ein solcher Übertragungsweg nach derzeitigem Kenntnisstand keine wesentliche Relevanz besitzt." Das sagt das baden-württembergische Sozialministerium in seiner Empfehlung zur Öffnung von Spielplätzen.

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