Meinungen, Ansichten und Kritikpunkte: 130 Bürger diskutieren zusammen mit Markus Keller in Stadthalle.
Blumberg - Bürgermeister Markus Keller versteht es als Form moderner Politik, die Menschen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Rund 130 Bürger, in der Mehrheit ältere, sahen es ebenso und kamen zum Dialog zur Freibadsanierung in die Stadthalle.
Keller stellte in der Veranstaltung gleich mehrfach dar, warum die Kostensituation die Verkleinerung der Wasserfläche unabdingbar macht, um das Bad überhaupt sanieren und erhalten zu können, trotz großer Investitionsvorhaben, wie etwa die Umsetzung des Schulkonzeptes. Bei dem Prozess werde es Gewinner und Verlierer geben, da alle Anforderungen nicht gänzlich unter einen Hut zu bringen seien. Keller warb um die Teilnahme an der laufenden Umfrage, weil aus diesen Ergebnissen wie auch den Inhalten des Bürgerdialogs die Grundlage zum endgültigen Entscheid für die Form der Sanierung entstehe. Allerdings stellte er auch klar, dass Gemeinwohl nicht die Summe aller Einzelinteressen darstelle.
Die vom Gemeinderat als Grundlage favorisierte Variante stellte Roland Indlekofer vom Planungsbüro Fritz vor mit zwei 50 Meter- und drei 25 Meter Bahnen, abgetrennt durch einen Steg, hinter dem im Hauptbecken ein Nichtschwimmerbereich mit Massagedüsen angrenzt. Einen stark verkleinerten Nichtschwimmerbereich für Kinder mit Rutsche und Wasserpilz sowie einem Plaschbecken, das vom unteren Eingangsbereich an die anderen Becken heran rutscht.
Meinungen, Ansichten und Kritikpunkte kristallisierten sich recht schnell heraus, als die Bürger das Wort hatten, oftmals unter Applaus. Die älteren Besucher bräuchten keinen Ruhebereich, sondern 50 Meter-Bahnen, formulierte Rainer Baltzer die Meinung vieler Anwesender. Edwin Gottwalt sieht die Menge der Schwimmer unterschätzt und befürchtet im kleinen Nichtschwimmerbereich an heißen Tagen ein Chaos. Karl Heinz Blum sieht den Steg als überflüssig an, Gaby Wassmer und Michaela Bouillon diesen gar als Sicherheitsrisiko. Stadtbaumeister August Zeller versuchte den Steg als Instrument einer klaren Bereichsstruktur zu erläutern. Michael Urbanke listete aus seiner Erfahrung als Schwimmmeister einen ganzen Katalog an Punkten auf, wie Konfliktpotenzial im Übergang vom Schwimmer- zum Nichtschimmerbereich. Zudem betonte er, dass laut Badtagebuch an 30 bis 40 von maximal 150 Öffnungstagen die Dauerschwimmer den Badbetrieb rechtfertigten.
Werner Waimer kanalisierte die Kritik an möglichen Massagedüsen, die auch aufgrund der Wassertemperatur von 23 Grad mehrfach als überflüssig, zumindest aber am falschen Ort gesehen wurden. Gerlinde Roth und mehrere andere Bürger sähen das Planschbecken lieber an seinem alten Platz und Henry Schröter die Aufsichtspflicht dort nicht, wie der Bürgermeister meinte, bei der DLRG, sondern bei den Eltern. Die Liste der angesprochenen Punkte und Bürger an diesem Abend ließe sich noch erheblich verlängern.
Die Bürgerbefragung läuft noch bis Ende Januar, wird dann ausgewertet und um die Inhalte des Bürgerdialogs ergänzt. Am 20. Februar, so Bürgermeister Keller, wird der Gemeinderat auf dieser Grundlage festlegen, mit welchen Inhalten die Sanierung in die Umsetzung startet.
Stimmen: Familien müssen sich einbringen
Berthold und Gerlinde Gnirß sind der Überzeugung, dass es gestern Abend viele Denkanstöße für Planer, Gemeinderat und Verwaltung gab. In der vorgestellten Sanierungslösung ist für sie der Nichtschwimmerbereich zu klein konzipiert, da sie hier doch eine größere Anzahl an Personen schon beobachteten. Grundsätzlich denken sie, dass die Neukonzeption einen großen Einschnitt bringt.
Heidi und Anne Kleiser bedauerten, dass sich so wenig Eltern zu Wort meldeten. Deswegen ist für sie die Umfrage ein wichtiger Teil, sich zu Wort zu melden, vor allem für diese Zielgruppe. Sie sind sich auch sicher, dass der Abend die Entscheidung beeinflussen wird und sind sich im Klaren: Abstriche wird jeder machen müssen.
Matthias Fischer sieht den Abend als Stimmungsbaromater der Bevölkerung. Der Abend ist für ihn als Gemeinderat ein Mosaikstein im Entscheidungsprozess. Die weiteren seien Dialog und die Rückmeldung der Umfrage. Darüber hinaus müsse man dieses Projekt auch im Zusammenhang wie den Pflichtaufgaben einer Gemeinde sehen, die ebenfalls finanziert sein müssen.
Heidi und Anne Kleiser bedauerten, dass sich so wenig Eltern zu Wort meldeten. Deswegen ist für sie die Umfrage ein wichtiger Teil, sich zu Wort zu melden, vor allem für diese Zielgruppe. Sie sind sich auch sicher, dass der Abend die Entscheidung beeinflussen wird und sind sich im Klaren: Abstriche wird jeder machen müssen.
Edgar Blessing ist ein junger Familienvater, dessen Frau sehr oft im Sommer mit den beiden Kindern das Schwimmbad nutzt. Seiner Ansicht nach waren die Wortmeldungen zu einseitig bei den Senioren. Jugendliche und Familien waren mit fast keiner Wortmeldung vertreten. Doch das Bad muss seiner Ansicht nach vor allem für sie attraktiv sein. Er ist überzeugt, dass sich der Abend und die Umfrage positiv auf das Ergebnis auswirken.