Wird das ehemalige Möbelhaus Hinsch Treffpunkt für islamistische Gruppierung? Anwohner sammeln Unterschriften.
Blumberg - Könnte das ehemalige Möbelhaus Hinsch zur Moschee für eine fundamental-islamische Gruppierung umfunktioniert werden? Womöglich gibt es Bestrebungen dazu, was die Nachbarn aktiv werden lässt. Sie sammeln Unterschriften, um eine solche Entwicklung auf jeden Fall zu verhindern.
Passiert war folgendes: Anwohner des ehemaligen Möbelhauses hatten vor gut einer Woche beobachtet, wie eine Gruppe vermummter Frauen und türkischer Männer mit dem Bruder des ehemaligen Vorsitzenden der 2001 verbotenen Muslim-Gemeinde Blumberg zusammen mit einem Immobilienmakler der Sparkasse das ehemalige Möbelhaus besichtigten. In den aufgefangenen Gesprächsinhalten war wohl deutlich der Begriff Moschee zu hören gewesen. Damit war die Grundlage für die Besorgnis der Anwohner geschaffen.
Ein kurzer Blick zurück erklärt warum. 2001 war die Muslim-Gemeinde Blumberg um ihren Vorsitzenden Cemal Akbas verboten worden. Akbas, der öffentlich den Koran über das Grundgesetz stellte, war einer der Stellvertreter des so genannten Kalifen von Köln, Metin Kaplan mit seiner radikalen Kalifatstaat-Organisation. Es gab in zeitlichen Abständen Hausdurchsuchungen auch in Blumberg und für Akbas nach dessen Ausreise ein Wiedereinreiseverbot nach Deutschland, gegen das er erfolglos klagte. Die hier verbliebenen Mitglieder der ehemaligen Muslim-Gemeinde trafen sich weiterhin in privaten Gebetsräumen, so in der Handwerkerstraße. Einen solchen gibt es zudem in der Espenstraße.
Die Anwohner setzten sich zusammen und kamen zu dem Schluss, umgehend den Bürgermeister zu informieren. Dieser, so einer der Anlieger, habe sich sehr besorgt und überrascht gezeigt, Keller ist als Verantwortlicher für eine der Gewährsträgergemeinden Kraft Amts Mitglied im Verwaltungsrat des Bankhauses. Die Sparkasse wiederum betreibt seit einem Jahr aktiv den Verkauf der Immobilie, nachdem der Eigentümer zuvor zehn Jahre lang vergeblich versucht hatte, einen passenden Käufer zu finden. Mit der Immobilienabteilung der Sparkasse sei aber klar vereinbart, dass dort keine Moschee und auch keine Spielhalle hinein soll, bestätigte der Eigentümer im Gespräch mit unserer Zeitung. Zudem sei man dabei verblieben, im Falle von Kaufinteressenten in enger Absprache zu handeln. Mit ihm, dem Eigentümer, habe die Sparkasse über das aktuelle Kaufinteresse der türkischen Gruppe bislang nicht gesprochen.
Ob es diese fundamental-islamische Gruppe ist, oder eine Abspaltung davon, die Interesse an dem ehemaligen Möbelhaus mit seinen rund 1000 Quadratmetern Fläche zeigt, ist derzeit nicht klar. Deutlich ist hingegen die Angst nicht nur der direkten Nachbarn, dass das Gebäude privat gekauft und die Moschee als privater Gebetsraum betrieben wird.
"Wir sind nicht gegen Türken", betont einer der Initiatoren der Unterschriftenaktion. Ein weltoffener Islam, wie ihn der türkisch-islamische Kulturverein in Blumberg praktiziert, ist in der Bürgerschaft willkommen. Ein fundamentalistischer Islam macht den Menschen jedoch Angst und sorgt für Solidarisierung. "So etwas gehört nicht in solch ein ruhiges Wohngebiet", sagte einer der Anlieger.
Er steht mit seiner Meinung nicht allein. 160 Bürger unterzeichneten bislang, täglich kommen neue hinzu, vermehrt auch ungefragt, viele davon Sparkassenkunden, wie die Initiatoren bestätigen. Übergeben werden die Listen, die auch in verschiedenen Geschäften ausliegen, in der kommenden Woche an den Bürgermeister.