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Ortsumfahrung der B 27 Randen und Zollhaus: Bürgermeister Keller will Verfahren voran bringen.

Blumberg-Zollhaus/Randen - An der Stellwand neben der B27 in Blumberg-Zollhaus hingen die Pläne für zwei Ortsumfahrungen der B27: Blumberg-Zollhaus und Blumberg-Randen. Für die Umfahrung Zollhaus gibt es bislang aber keinen neuen Plan.

 

Die Sonne brannte, als Staatssekretär Norbert Barthle im Juli 2015 mit der Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer zum Ortstermin kam, eingeladen hatte die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Die Energie der Sonne können die Verantwortlichen in Blumberg jetzt gut gebrauchen. Zwar sind beide Ortsumfahrungen im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 wieder im vordringlichen Bedarf, und das war Voraussetzung, damit überhaupt etwas nach vorne geht. Doch die Umfahrung Randen kommt vor Zollhaus, war im Zusammenhang mit Barthles Besuch zu erfahren, weil für Randen bereits eine Vorplanung mit einer Umweltstudie existiert.

Für Zollhaus gibt es die vom Gemeinderat seit Jahren favorisierte Lindenbühlumfahrung, die um das Gewerbegebiet Vogelherd und danach durch den Randenwald führt. Doch der frühere Regierungspräsident Julian Würtenberger hatte im März 2010 bei seinem Blumberg-Besuch als erster Politiker erklärt, dass die bisherige Variante noch nicht passt und eine neue Variante erarbeitet werden muss.

Bei seinem Besuch am 15. August 2011 antwortete er auf die Frage, weshalb die vorgeschlagene Lindenbühlumgehung nicht tauge, so: "Diese Variante ist mit erheblichen Eingriffen in Natur und Umwelt verbunden. Wir müssen uns deshalb fragen, ob es eine verkehrlich gleichwertige, aber mit weniger Eingriffen verbundene Alternative gibt."

Seither hatte sich offiziell nichts mehr getan.

Bürgermeister Markus Keller bestätigte gestern auf Anfrage, dass es für die Umfahrung Zollhaus bisher keinen neuen Plan gebe. Zuständig sei in erster Linie das Regierungspräsidium, "die Straße bauen ja nicht wir". Die Verfahrensweise sei die gleiche wie bei Randen, es müsse eine Umweltverträglichkeitsstudie samt einer Kostenschätzung erfolgen. Die Stadt sei nicht Herr des Verfahrens sondern Beteiligte. Keller betonte: "Da werden wir mit Nachdruck daran arbeiten, dass das Verfahren beginnt."

Für die B27-Ortsumfahrungen Blumberg-Zollhaus und Randen engagierte sich auch eine Bürgerinitiative, jahrelang wies an der Ortsausfahrt Zollhaus ein Schild auf die Not der Anwohner hin.

Das Projekt

Die Ortsumfahrung Blumberg-Zollhaus ist Teil des B27-Ausbau-Projekts von Donaueschingen bis zur Schweizer Grenze. Seit dem Jahr 2003 steht dieser Gesamtausbau bereits im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans.

Vier Abschnitte: Donaueschingen Mitte bis Hüfinger Wasserturm (Abzweigung B31, Spatenstich im Juni); Ortsumfahrung Behla (Spatenstich im Mai), Ortsumfahrung Randen (Vorplanung) und Umfahrung Zollhaus.

Mehrere Varianten: Lange Zeit favorisierten Stadt und Gemeinderat eine aufgeständerte Trasse mit einer Brücke über den Bahnhof in Zollhaus. Planer Jochen Bernhardt skizzierte eine östliche Halbschalen-Trasse nach dem Bahnübergang; Stadtrat Christof Rösch plädierte im Februar 2014 für eine innerörtliche Lösung über das Gelände der Adler Post und einem Tunnel bis zur Kranz-Kurve.

Schweiz 50 Jahre voraus: Die Schweiz baute im benachbarten Kanton bereits 1968 ihre Nationalstraße A4 bis zur Grenze hinter Bargen aus in Erwartung, dass Deutschland seine Straße zur Grenze auch ausbaue.