Bei der Jam-Session stachelten sich Musiker und Sängerinnen von „Evil Mama“ und „Electrified Soul“ gegenseitig zu Höchstleistungen an und rissen das Publikum mit. Foto: Uwe Thomes

Gleich zwei Bands haben dem Publikum zum zehnten Geburtstag des Schopfheimer Vereins„Jazz und Blues – exbluesive Südbaden“ in der Halle Langenau eingeheizt.

Seit zehn Jahren drückt der Schopfheimer Verein „Jazz und Blues – exbluesive Südbaden der regionalen Musiklandschaft seinen Stempel auf. An Samstagabend hat dieser Zusammenschluss von bluesbegeisterten Menschen jeden Alters in der Langenauer Halle seinen Geburtstag gefeiert. „Unsere Events sind meistens ausverkauft“, versicherte Manfred Bockey, der als Kulturverantwortlicher für die Zusammenstellung des Programms verantwortlich zeichnet. Die Rede ist dabei von sieben bis neun Clubkonzerten jährlich sowie von den Festivals, die „exBluesive“, so die Kurzform, nicht nur zum unverzichtbaren Bestandteil der südbadischen Kulturlandschaft, sondern auch überregional bekannt gemacht haben. Im Jahr 2923 folgte zudem die Verleihung des German Blues Awards in der Kategorie Festival.

 

Mehr als 100 Konzerte wurden seit der Gründung im Jahr 2015 organisiert. Zählt man die Konzerte davor hinzu, die zur Vereinsgründung führten, dürften es um die 150 sein. Doch wann genau hat es eigentlich angefangen? So genau ließe sich das gar nicht sagen. Vermutlich im Jahr 2011, meint „Moses“, mit bürgerlichem Namen Stephan Seidl, dem als Gründungsmitglied des Vereins damals das Amt des Kassierers zufiel.

Ankerpunkt Berggasthof

Doch wer das Ganze angestoßen und wo die Erfolgsstory begonnen hat, weiß man schon. Den Stein ins Rollen brachte der bluesverrückte frühere Moderator Klaus Deuss, der über viele Kontakte und eine Location für Konzerte verfügte. Er fand sie im Berggasthof „Waldhaus“ in Schweigmatt und einen Kompagnon im dortigen Wirt Frank Ühlin. Trotz der abgelegenen Lage kamen bald regelmäßig rund 100 Besucher zu den familiären Konzerten. Der „Blue(s) Monday“ wurde dort zu einer Institution. Der inzwischen verstorbene Deuss war es auch, dem die Idee der Veranstaltung eines Festivals im Kopf herumspukte.

Das dreitägige Open Air „Dreyland-Bluesfestival“ in Rheinfelden (zunächst in Bad Säckingen), in Schopfheim und in Wehr, ist zum Saisonhöhepunkt im Jahresprogramm von „exBluesive“ avanciert. Im kommenden Jahr wird auch dieses sein zehnjähriges Jubiläum feiern. Es lockt mit Unterstützung der Gemeinden und einiger Sponsoren nationale und internationale Bluesgrößen in die Region und begeistert stets aufs Neue mit unterschiedlichen Interpretationen der vielschichtigen Musikstile des Blues.

Bockey: „Blues baut Brücken“

„Blues baut Brücken – er verbindet die Menschen.“ Diese Aussage von Bockey trifft nicht nur auf die Konzertbesucher zu. Aus den acht Gründungsmitgliedern sind inzwischen 76 Vereinsmitglieder geworden. Bockey und Vereinsvorsitzender Josef Wagner, durften zur Geburtstagsfeier am Samstagabend zahlreiche Freunde aus Kultur und Politik begrüßen. Die verhinderten Bürgermeister von Schopfheim und Wehr, Dirk Harscher und Michael Thater, ließen ihre Gratulationen ausrichten. Rheinfeldens Oberbürgermeister Klaus Eberhardt überreichte Wagner einen Präsentkorb und Silvia Pietsch von den Bluesfreunden Freiburg steuerte eine Torte zur Feier bei.

Große Blues-Familie

„Wir sind eine große Familie und helfen uns stets gegenseitig“ sagte sie auf Anfrage unserer Zeitung. Den musikalischen Teil des Abends begann die Krumbacher Bluesrock-Band „Evil Mama“ um Alexandra Jörg und Konstantin „Konsti“ Saloustros mit gecoverten Titeln. Der 16-jährige Konsti wurde vor zwei Jahren als Bundespreisträger von Jugend musiziert ausgezeichnet, Alexandra war im Jahr 2020 in der Jubiläums-Staffel von „The Voice of Germany“ im Team Mark Forster mit dabei. Danach betrat die von Bockey als „unsere Hausband“ titulierte Bluesrockband „Electrified Soul“ aus Bad Säckingen die Bühne. Sie wurde in den Jahren 2017 und 2018 für den German Blues Award in gleich zwei Kategorien nominiert: „Beste Blues Band“ und „Beste Weibliche Bluesstimme“. Electrified Soul präsentierte vorwiegend eigene Songs aus ihrem letzten und dem kommenden Album.

Beide Formationen wussten nicht nur zu überzeugen, sie rissen das Publikum mit, durch virtuoses Gitarrenspiel von zwei Meistern ihres Fachs und den kraftvollen, ausdrucksstarken Stimmen der beiden Sängerinnen.

Applaus führt zu Zugaben

Das hielt auch die Ehrengäste nicht auf ihren Stühlen. Kommentare wie „saustark“ ließen sich vernehmen und Beifallsstürme führten zu verschiedenen Zugaben. Höhepunkt des Abends war sicherlich die Jam-Session am Schluss, als sich die Musiker und Sängerinnen beider Bands gegenseitig zu Höchstleistungen anstachelten und den Saal zum Kochen brachten.