Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord – die Ortenau bildet einen großen Teil der Fläche – hat Bilanz seiner Blühflächen-Aktion für das laufende Jahr gezogen: Mit Hilfe von Sponsoren wurden rund 31 000 Quadratmeter neuer Insekten-Biotope eingesät.
Wiesen mit für die Region typischen Wildblumen anlegen und damit Lebensraum für heimische Insekten schaffen – dieses Ziel verfolgt der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord mit seinen Kooperationspartnern beim Projekt „Blühender Naturpark“. Auf diese Weise beugt er dem zunehmenden Insektensterben vor und macht den nördlichen und mittleren Schwarzwald grüner und bunter. In diesem Jahr hat der Naturpark gemeinsam mit Kommunen, Unternehmen, Verbänden, Vereinen und Privatpersonen auf 45 Flächen mit einer Gesamtgröße von 31 186 Quadratmetern Wildblumenwiesen angelegt oder deren Pflege umgestellt. Zudem wurden zwei Sandarien angelegt.
Im Rahmen des Projekts „Blühender Naturpark“ wurden in diesem Jahr auch zwei Online-Seminare sowie ein Praxis-Seminar in Ettenheim zur Anlage einer Wildblumenwiese durchgeführt. Im Herbst stellte der Naturpark darüber hinaus die vierte Mitmach-Fibel für Kinder zum Thema Artenvielfalt mit Schülern der Naturpark-Schule Berneckschule in Schramberg vor. Bei diversen Veranstaltungen, darunter die Naturpark-Märkte in Bad Herrenalb und Calw, konnten Kinder am Naturpark-Stand Nisthilfen bohren und mitnehmen.
„Der ‚Blühende Naturpark‘ ist ein Artenschutz-Projekt, das durch die Stärke des Naturpark-Netzwerks und seine Vielfalt lebt. So haben beispielsweise die Kinder aus der Naturpark-Schule in Bad Herrenalb und Grundschüler aus Lautenbach in diesem Jahr jeweils ein Sandarium als Nistmöglichkeit für Wildbienen angelegt“, berichtet der Geschäftsführer des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, Karl-Heinz Dunker. „Was die Naturpark-Blühwiesen angeht, war in diesem Jahr die Stadt Offenburg mit 3000 Quadratmetern besonders stark dabei.“
Volksbank Lahr sponsort Saatgut für Blumenwiesen
Hintergrund für den Einsatz des Naturparks: Es gibt immer weniger für die Region typische Blüten-bestäubende Insekten. Dies ist unter anderem auf eine intensive Bodennutzung zurückzuführen, die den Lebensraum der Insekten sowie ihre Nahrungsquellen einschränkt. Doch die Bienen, Schwebfliegen und Co. sind für die Bestäubung von Obst und Gemüse unentbehrlich. Wir verdanken ihnen viele köstliche Lebensmittel – darunter Honig und zahlreiche Streuobstprodukte.
Seit einigen Jahren steht die Volksbank Lahr dem Naturpark beim „Blühenden Naturpark“ als Kooperationspartner zur Seite. Sie stellt jeweils das Saatgut bereit. In diesem Jahr fanden mit der Unterstützung der Bank fünf Einsaaten mit drei Gemeinden und Städten sowie zwei Golfclubs und Privatpersonen statt. Im Herbst wurden acht weitere Flächen angelegt. Seit 2019 wurden damit 89 Flächen mit einer Gesamtgröße von 49 350 Quadratmetern in Wildblumenwiesen umgewandelt. „Das Thema Naturschutz und insbesondere der Schutz der Wildbienen und heimischer Insekten ist aktueller denn je“, erklärt die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Volksbank Lahr, Daniela Becker.
382.400 Quadratmeter
Insgesamt entstand seit 2016 auf 605 Flächen mit einer Gesamtgröße von über 382 400 Quadratmetern mehr Lebensraum für Insekten. In diesem Zeitraum beteiligten sich 151 Privatpersonen, Unternehmen, Vereine und Kommunen am Projekt „Blühender Naturpark“.