Das Schenken von Tieren ist keine gute Idee. Sie werden vor den Feiertagen erst gar nicht vermittelt. Helfen kann man den Vierbeinern aber trotzdem.
Ein kleiner Hund mit einer Schleife um den Hals tappst unter dem Weihnachtsbaum hervor, eine Szene wie aus einem Disneyfilm. Doch das Kreistierheim Donaueschingen schiebt – wie viele andere Tierschutzeinrichtungen – dieser Vorstellung einen Riegel vor: In den Tagen vor Weihnachten werden keine Tiere vermittelt.
„Uns ist es wichtig, dass Mensch und Tier sich kennenlernen“, sagt Leiterin Nadine Vögel. Oft kämen die Menschen mit bestimmten Vorstellungen von Tieren, die zu ihnen passen, ins Tierheim. Nach einer Annäherung vor Ort bemerken sie dann, dass ein anderes Tier geeigneter für die Familie ist.
Außerdem sei die Zeit um Weihnachten oft mit Hektik, viel Besuch und Trubel verbunden. „Das ist kein guter Rahmen für eine Eingewöhnung“, so die Leiterin.
Auch Cornelia Gaigl, Vorsitzende des Tierschutzvereins Villingen-Schwenningen, sieht Tiere nicht als Geschenke: „Das soll eine Familienentscheidung sein, die alle gemeinsam in einer ruhigen Zeit treffen.“ Sie setzt auf Aufklärung und will vermitteln, was es bedeutet, ein Tier zu halten und auch langfristig die Bedürfnisse im Blick zu haben. „Menschen glauben, dass sie im Tierheim günstig ein Tier als Geschenk bekommen können. Aber dort gibt es keine Schnäppchen,“ so Gaigl.
Eine Schutzgebühr wird fällig
Jeder, der ein Tier aus dem Tierheim vermittelt bekommt, zahlt eine Schutzgebühr. Die Tiere würden nur entwurmt, geimpft und gechipt abgegeben. „Das Kätzchen vom Bauernhof bekommt man vielleicht für ein paar Euro. Das hat dann noch nie einen Tierarzt gesehen und die Kosten kommen hinterher doppelt, wenn das Tier erkrankt“, ergänzt sie. Ob Tiere zurückgegeben werden, weil sie unpassend für die Beschenkten waren, könne sie nicht mit Sicherheit sagen.
Geschenkanfragen seltener
Es sei jedoch wahrzunehmen, dass das Verschenken von Tieren zurückgeht: „Heute bekommen wir viel seltener Geschenkanfragen für Tiere. Das war anders, als ich hier vor 15 Jahren angefangen habe“, erklärt Vögel. Es sei heute viel präsenter, welche speziellen Bedürfnisse Tiere mitbringen. „Früher hat man zum Beispiel Kaninchen alleine in einen Käfig gesteckt. Heute ist Einzelhaltung verboten“, so Cornelia Gaigl. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) empfiehlt seit 2019 beispielsweise für Kaninchen, dass mindestens zwei Tiere zusammen gehalten werden sollen. Die Haltung in einem Käfig sei dabei grundsätzlich abzulehnen. Solche Leitlinien gelten zwar nicht automatisch als Gesetz, werden aber oft bei amtlichen Tierschutzkontrollen von Veterinärbehörden als fachliche Maßstäbe herangezogen.
Hier ist Hilfe gefragt
Wer Tieren vor oder an Weihnachten etwas Gutes tun möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Der Weihnachtsmarkt des Kreistierheims in Donaueschingen feiert dieses Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Am Samstag, 20. Dezember, werden hier gespendete Geschenke durch Freiwillige verkauft. Die Einnahmen gehen zu 100 Prozent an die Tiere, so Leiterin Nadine Vögel.
Außerdem gibt es bei den Geschäften Dehner und Fressnapf einen Weihnachtsbaum. Falls jemand dennoch zu Weihnachten ein Tier verschenken möchte, hat Cornelia Gaigl einen Tipp: ein Gutschein als Präsent. Dieser könne dann gemeinsam mit dem Beschenkten im Tierheim in Donaueschingen eingelöst werden.
Das Tierheim
Die Einrichtung
betreut Fund-, Abgabe- und beschlagnahmte Tiere aus dem gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis. Hunde, Katzen und Kleintiere werden fachkundig versorgt, medizinisch betreut und auf eine passende Vermittlung vorbereitet. Bis zu 500 Tiere finden so jährlich eine vorübergehende Bleibe. Die Betriebserlaubnis erlaubt bis zu 80 Katzen, 50 Hunde und 50 Kleintiere gleichzeitig. Trotz dieser Kapazitäten ist das Tierheim oft überlastet, insbesondere durch verwilderte Katzen. Im Moment sind alle Plätze für Katzen belegt, 20 Tiere mit Katzenseuche werden gesund gepflegt.