Bei dieser Enge wünscht man sich doch, die Beine wären etwas kürzer ... Foto: dpa

Urlaub ist eine feine Sache, was aber, wenn der Weg dorthin zur Qual wird? Unser Autor spricht aus Erfahrung.

Fliegen mit dem Flugzeug - passend zur Urlaubszeit muss ich mich jetzt wieder damit auseinandersetzen. Ein unschönes Thema, aber nicht deswegen, weil ich Flugangst habe oder weil mich die Abfertigung am Flughafen nervt (sie tut es, aber hey, ich kann damit leben). Nein, ich habe ein ganz anderes Problem: Leider gehöre ich zu der Gruppe Menschen, die über 1,80 Meter groß ist und deswegen einen entscheidenden Nachteil in Flugzeugen hat. Es ist viel zu eng in den Dingern!

Und dabei ist es eigentlich egal, wo ich sitze. Ich hab schon viele Empfehlungen gehört, wie "Nimm einen Platz am Gang" oder "Die vordersten Reihen bieten mehr Beinfreiheit". Ja, Pustekuchen! Am Gang wird mir mit schöner Regelmäßigkeit der Getränkewagen ans Knie gestoßen, und was die vordersten Reihen durch ein Mehr an Beinfreiheit gewinnen, machen sie durch ein ebenso großes Mehr an quengeligen Kleinkindern wieder wett. Die werden mit ihren Eltern nämlich bevorzugt dorthin platziert. Wo sonst passt auch im Flugzeug ein Kinderbettchen hin?

Am allerschlimmsten finde ich aber die Haltevorrichtungen für Zeitschriften und Broschüren, die direkt am Vordersitz angebracht sind. Dank der herrlichen Metallstangen, aus denen die meistens bestehen und an die ich natürlich anstoße, kann ich mit schöner Regelmäßigkeit über schmerzende Knie klagen. Wenn dann auch noch mein Vordermann auf die Idee kommt, seinen Sitz nach hinten umzulegen, weiß ich, wie sich Sardinen in der Dose fühlen müssen. Ist die Maschine dann nach einem meist mehrstündigem Flug endlich gelandet, bin ich erst mal damit beschäftigt, meine Beine so weit zu reanimieren, dass ich wenigstens aus dem Flugzeug humpeln kann. Deswegen fordere ich, frei nach Otto Waalkes: "Über den Wolken, da muss die Beinfreiheit grenzenlos sein!"
 

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