Auf dem Areal soll eine Blockhütte entstehen. Im Gemeinderat wünschen sich gleich mehrere Fraktionen, dass die Stadt dafür ein Gelände verpachtet.
Der Schwenninger Stamm des Verbands Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) ist schon lange auf der Suche nach einem geeigneten Standort für eine Blockhütte. Jetzt ist klar: Es gibt dafür einen klaren Favoriten.
Das Areal auf dem Hankenberg, das der Stadt gehört, soll es sein. Dafür haben die „Pfadis“ mächtig die Werbetrommel gerührt – und sind bei den Fraktionen des Gemeinderats damit auf offene Ohren gestoßen.
CDU, Freie Wähler, Grüne, SPD und FDP sind sich einig: Sie wollen das Vorhaben unterstützen und stellen daher einen interfraktionellen Antrag. Demnach soll die Stadt eine Verpachtung des Geländes zum Bau einer Blockhütte prüfen und eine Nutzungsvereinbarung oder Sondernutzungsgenehmigung abzustimmen. Als jährliche Pacht werden maximal 750 Euro angegeben.
Geld aus dem Wettbewerb
Vertragspartner soll der Förderverein der Pfadfinder sein.
Der wurde 2014 mit dem ersten großen Ziel gegründet, die Gruppenarbeit „naturnah und nachhaltig umzusetzen“. Dafür soll eine Blockhütte gebaut werde, um die Jugendarbeit mit eigenen Räumlichkeiten zu unterstützen.
Für den Bau einer solchen Hütte wurden mittlerweile rund 44 000 Euro gesammelt, unter anderem durch zwei zweite Plätze beim Vereinswettbewerb der Sparkasse Schwarzwald-Baar und der Neckarquelle. Weil das ein Publikumspreis ist, freuen sich die Verantwortlichen über die große Unterstützung aus der Bürgerschaft. Mit den verfügbaren Spenden liege man bei circa 66 Prozent des ursprünglich veranschlagten Etats.
Wenig genutzter Platz
Ergo ging dann schon mal die Suche nach einem geeigneten Grundstück los, das an die Natur und Waldfläche angebunden sein sollte. Auf einer Wanderung auf dem Geschichts- und Naturlehrpfadpfad fiel den Verantwortlichen schließlich der Hankenberg ins Auge, weil es erstens wenig genutzt ist, zweitens die Wasser-, Abwasser-, und Stromanbindung leicht zu realisieren wäre und die Pfadfinder sich drittens für die Instandhaltung des Geländes einsetzen und den Kindern und Jugendlichen eigenverantwortlich den Erhalt der Natur näher bringen könnten. Innerhalb des VCPS verfüge man über „ausreichend Kapazität und Wissen, um das Gelände zu betreuen und zu pflegen“.
Welcher Platz genau auf dem Hankenberg oder der Schillerhöhe in Frage kommt, steht derzeit noch nicht genau fest.
Bislang haben die Pfadfinder ihren Hauptstandort bei der Schwenninger Johanneskirche samt Materialraum und Kochgelegenheit. Gruppenstunden im Freien werden bislang auf einer Streuobstwiese im Privatgarten von „Pfadi“-Eltern zwischen Rinelen und Deutenberg abgehalten. Auch einen kleinen Raum des CVJM-Hüttle kann man für Gruppenstunden und den dortigen Platz für die Waldweihnacht nutzen.
Dieser Platz wäre eigentlich auch die Wunschlösung der Pfadfinder für die Blockhütte gewesen, was aber rechtlich nicht realisierbar sei, wie sie mitteilen.
Der Pfadfinderstamm
Struktur:
Der VCPS ist ein Teil der Evangelischen Jungen Gemeinde Schwenningen und somit Teil der Evangelischen Kirchengemeinde Schwenningen. Er will christliche und basisdemokratischer Werte vermitteln.
Angebot:
Der Stamm bietet Gruppenstunden und Aktionen für Kinder und Jugendliche aus ganz Villingen-Schwenningen an, bei denen der Spaß und das Erleben von Natur und Gemeinschaft im Vordergrund stehen sollen. Die Teilnehmenden bekommen die Möglichkeit sich spielerisch auszuprobieren und peu à peu Verantwortung übertragen, wie die Pfadfinder es selbst beschreiben. Neben den wöchentlichen Gruppenstunden finden zu Pfingsten und im Sommer meist Zeltlager mit anderen Stämmen aus anderen Städten, teilweise sogar anderen Ländern wie Luxemburg, Österreich, Großbritannien, Israel und Rumänien statt. Diese, sowie alle weiteren Aktivitäten wie Äpfelsammeln und -mosten, Aktion Saubere Landschaft und mehr werden gemeinsam in der Stammesversammlung geplant und in Projektgruppen vorbereitet.
Förderverein:
Unterstützt wird all dies durch den Förderverein des VCPS.
Geschichte:
Gegründet wurde der Stamm 2004 von Jugendpfarrer Andreas Borchardt.
Mitglieder:
Momentan hat der Stamm circa 35 aktive Mitglieder und 20 passive Mitglieder.