In Marbach ist der alte Blitzerkasten durch eine moderne Säule ausgetauscht worden. Foto: Marc Eich/Marc Eich

Autofahrer in Marbach aufgepasst: Ein ehemals außer Betrieb genommener Blitzer ist durch eine neue Säule ersetzt worden. Für den Villinger Innenring gibt es bei der Stadt ebenfalls Überlegungen für eine fest installierte Anlage.

Der eine oder andere Autofahrer dürfte sicherlich erschrocken sein, als er die Tage die Schaffhauser Straße in Marbach entlang fuhr. Der ehemalige Blitzerkasten, der bereits seit Jahren nicht mehr in Betrieb war, ist verschwunden. Stattdessen steht dort nun eine neue Blitzersäule, die beide Fahrtrichtungen kontrolliert.

 

Damit ist dem Wunsch der Ortschaft, an dieser Stelle eine dauerhafte Geschwindigkeitsüberwachung umzusetzen, entsprochen worden. Wie Patrick Ganter, Pressesprecher der Stadtverwaltung VS, auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, habe sich der Ortschaftsrat Marbach einstimmig für die Ersatzbeschaffung ausgesprochen. „Die ursprüngliche Messanlage in Marbach konnte aus technischen Gründen nicht mehr betrieben werden“, so Ganter.

Ortsvorsteherin Diana Kern-Epple – derzeit noch interimsmäßig im Amt – hatte im Juli vergangenen Jahres um notwendige Mittel aus dem städtischen Haushalt gebeten. Den entsprechenden Betrag in Höhe von 160 000 Euro hatte schließlich das zuständige Bürgeramt angemeldet. Nachdem der Haushalt verabschiedet und vom Regierungspräsidium genehmigt wurde, hatte die Stadt die Anlage bestellt. Ganter: „Nach Lieferung und Errichtung der Anlage ist sie seit dem 7. August in Betrieb.“

Keine neue Daten zum Verkehr

Messungen, ob in der Schaffhauser Straße besonders viele Verkehrsrowdys unterwegs sind, gab es zuvor allerdings nicht. Der Pressesprecher erklärt, weshalb. „Da in Marbach schon seit vielen Jahren eine Geschwindigkeitsmessanlage vorhanden war, wurden keine zusätzlichen Datenerhebungen vorgenommen. Nach Ausfall der stationären Anlage wurden jedoch unregelmäßige mobile Messungen durchgeführt.“

Hat die Stadt denn geplant, weitere der älteren Anlagen, die derzeit nicht mehr in Betrieb sind, auszutauschen? Dazu gibt es offenbar derzeit keine Pläne. Nichtsdestotrotz sind zusätzliche Standorte von Blitzersäulen im Gespräch. Bereits in den städtischen Gremien wurde dabei der Schwenninger Marktplatz ins Spiel gebracht. Dort waren Optionen zur Verkehrsreduzierung diskutiert worden.

Neue Blitzersäule am Marktplatz

Die Schaffung einer Fußgängerzone wurde dabei abgelehnt, stattdessen soll die dort geltende Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometer nach dem Willen des Gemeinderats zukünftig von einem Blitzer kontrolliert werden, um den Verkehr zu beruhigen. Wann dies geschieht, ist allerdings noch nicht klar. „Die Errichtung der Messanlage ist somit erst möglich, wenn im städtischen Haushalt entsprechende Mittel zur Verfügung stehen beziehungsweise gestellt werden“, so der städtische Sprecher Patrick Ganter.

Im Zusammenhang mit Geschwindigkeitsmessanlagen ist auch der Villinger Innenring immer wieder Thema. Nachdem dort seit einem Jahr der Verkehr im kompletten Innenring auf Tempo 30 gedrosselt wird, fanden seitens der Stadt mehrere Messungen statt – sowohl im Rahmen von Kontrollen mithilfe von Blitzern, aber auch durch Verkehrsmessgeräte. Bei letzteren handelt es sich um graue Kästen, die am Straßenrand hängen und eine rein statistische Auswertung ermöglichen.

Bürgeramt prüft derzeit mehrere Möglichkeiten

Sowohl im März als auch im Juni hatte die Verwaltung entsprechende Messungen durchgeführt. Zumindest die Ergebnisse vom Frühjahr machten deutlich, dass sich ein Großteil der Verkehrsteilnehmer nicht an Tempo 30 hält, teilweise wurden Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern gemessen.

Doch welche Schlüsse zieht man daraus? Ganter: „Auf der Grundlage einer in diesem Jahr vorgenommenen Datenerhebung im Villinger Innenring wird derzeit vom Bürgeramt geprüft, ob und inwieweit dort eine oder mehrere stationäre Anlagen sinnvoll sind oder ob gegebenenfalls andere Maßnahmen infrage kommen.“ Nach Abschluss der Prüfung werde eine entsprechende Vorlage in den Gemeinderat eingebracht.